Neue Akademische Jagwirte - Granser Forschungspreis verliehen

(15.04.2011) 20 Akademische Jagdwirte aus Österreich, Deutschland, Schweiz und Liechtenstein feiern den festlichen Abschluss ihres aufwendigen Studiums an der BOKU - Erstmals Granser-Forschungspreis für nachhaltige Jagd an zwei herausragende Wissenschafter vergeben

„In unserer Kulturlandschaft verändern sich Rahmenbedingungen schnell und mit ihnen zahlreiche Landnutzungsformen. Die Lebensraumbedingungen für heimische Wildtiere ändern sich mit ihnen – ein ganzheitlicher Denkansatz ist notwendig und setzt eine fundierte Ausbildung voraus“, betonte Univ.Prof. Dr. Klaus Hackländer in seiner Ansprache im Rahmen der Akademischen Feier anlässlich der Übergabe der Urkunden und Abzeichen an die zwanzig diesjährigen Absolventen des Universitätslehrgangs Jagdwirt/in der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU).

„Die Ansprüche der Land- und Forstwirtschaft, die Wertevorstellungen unserer Gesellschaft sowie die Bedürfnisse der Wildtiere in Einklang zu bringen erfordert lebenslanges Lernen, statt unreflektiertem Festhalten an Traditionen“, so Hackländer weiter.

Erstmals wurde an der Universität für Bodenkultur Wien auch ein jagdlich relevanter Forschungspreis, der „Granser-Forschungspreis für nachhaltige Jagd“ vergeben. Die BOKU schreibt jährlich zwei Preise für herausragende wissenschaftliche Publikationen der vergangenen zwei Jahre aus, die einen wesentlichen Beitrag für die Entwicklung von Managementstrategien im Sinne einer nachhaltigen Jagd leisten.

Im Rahmen der Akademischen Feier des Abschlusses des Universitätslehrgangs Jagdwirt/in wurden zwei hoch dotierte Forschungspreise an Frau Dr. Susanne Reimoser, Veterinärmedizinische Universität Wien und Herrn Dr. Richard Bischof, Norwegian University of Life Siences Ås verliehen.

Die Veterinärmedizinerin Dr. Reimoser entwickelte ein Modell zur Untersuchung langfristiger Auswirkungen verschiedener Formen der forstlichen Waldbehandlung auf die Habitatqualität von Rehwild. Dr. Bischof, ein deutscher Wissenschafter, der derzeit in Norwegen forscht, beleuchtet die Interaktion zwischen Räuber und Beute und somit auch zwischen Jäger und Wild.

Die österreichische Jagd erlebt zur Zeit gebietsweise große Schwierigkeiten mit der effektiven Regulation insbesonders von Rot- und Schwarzwild. „Der moderne Jagdmanager von heute kann mit dem in dieser wissenschaftlichen Arbeit erarbeiteten Modell effektive Populationskontrollen einsetzen und nachhaltige Bejagungsstrategien planen und umsetzen; sie stellt ein Musterbeispiel der Grundlagenforschung dar, die sehr rasch in die Praxis umgesetzt werden kann“, so der Rektor Univ.Prof.Dr. Martin Gerzabek in seiner Rede an den jungen Preisträger.

Auch die Themen der Abschlussarbeiten der Absolventen des Universitätslehrgang Jagdwirt/in machen das breite Spektrum der Betätigungsfelder jagdlicher Managementstrategien sichtbar: Vom nachhaltigen Steinwild-Management über den Schutz von Fischzuchtanlagen vor den zahlreicher werdenden Graureihern oder Habitatseignungsanalysen für Auerwild, die Vermeidung von Wildunfällen bis zu Konfliktmanagement im Bereich Forst und Rotwild.

Weiterführende Informationen unter www.jagdwirt.at



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