Fleischrinderhaltung in Mittelgebirgslagen

(01.11.2005) Bundesfachtagung 2005 zur ganzjährigen Außenhaltung von Fleischrindern

Eine Bundesfachtagung mit dem Thema "Fleischrinderhaltung in Mittelgebirgslagen" findet am Freitag, 11. November 2005, in der Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen statt. Das Programm wird am Folgetag durch eine Ganztages-Exkursion in den Westerwald abgerundet. Veranstalter sind der Deutsche Grünlandverband, Berlin, in Kooperation mit der Professur für Grünlandwirtschaft und Futterbau der Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Dr. h.c. Wilhelm Opitz v. Boberfeld, und der Bundesverband Deutscher Fleischrinderzüchter und -halter, Bonn. Das Programm mit insgesamt zehn Vorträgen und 20 Posterbeiträgen gliedert sich in drei Teilbereiche:

1. Fleischrinderhaltung - Stellenwert, Tiergerechtheit, Umweltverträglichkeit,
2. Winterweide - Futterqualität und Pflanzenbestand,
3. Tierzucht, Tiergesundheit und Ökonomie.

Die Thematik ist hochaktuell, da die Haltung von Hochleistungs-Milchkühen auf Grünland unter den Aspekten nicht ausreichender Energiedichte des dort erzeugten Futters und hoher Nährstoffrückflüsse auf die Weideflächen - im Gegensatz zur Milchviehhaltung in Ackerbauregionen - problematisch ist.

Die Haltung von Milchvieh zieht sich daher aus Mittelgebirgsregionen vermehrt zurück. Der Wald stellt keine geeignete Nutzungsalternative für diese Gebiete dar. Dagegen kann als Ersatz für die Milchviehhaltung unter bestimmten Voraussetzungen - wie kostengünstiges Flächenangebot, Verzicht auf kostenträchtige Ställe und Technik sowie günstige Futtergrundlage - die Fleischrinderhaltung für Voll- und Nebenerwerbsbetriebe gleichermaßen interessant sein.

Dieses für mitteleuropäische Verhältnisse völlig neue Landnutzungsverfahren wurde im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereiches 299 (Landnutzungskonzepte für periphere Regionen) von der Professur für Grünlandwirtschaft und Futterbau der Universität Gießen in den zurückliegenden 15 Jahren entwickelt.

Der SFB 299 geht ab 1. Januar 2006 in seine letzte dreijährige Förderungsphase. Die Freilandexperimente wurden im Westerwald und im Lahn-Dill-Bergland durchgeführt. Ergänzt wurden sie durch Untersuchungsreihen in Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn, die von Gießen aus initiiert und koordiniert wurden. Das Bestechende an dem neuen Landnutzungskonzept ist, dass einerseits die Ganzjahresaußenhaltung der Weidetiere naturnah und für die Tiere gesund ist und andererseits das Verfahren aktuellen Leitbildern des Naturschutzes entspricht.

Die Fachtagung findet statt
am Freitag, 11. November 2005, von 9.30 Uhr bis 17 Uhr
in der Aula, Universitätshauptgebäude
Ludwigstraße 23
35390 Gießen

www.uni-giessen.de/gruenland

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