Ehrendoktorwürde für Tiermediziner Prof. Erhard. F. Kaleta aus Gießen

(03.12.2009) Die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig verleiht an Prof. em. Dr. Erhard Franz Kaleta, ehemals Direktor der Klinik für Vögel, Reptilien Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität Gießen die Ehrendoktorwürde in Würdigung seiner herausragenden Leistungen als Hochschullehrer auf dem Gebiet der Geflügelkrankheiten und Hygiene der Geflügelhaltung sowie in Anerkennung seiner Verdienste um die Förderung der Veterinärmedizinischen Fakultät Leipzig.

Prof. Dr. Erhard F. Kaleta; Bildquelle: Universität Leipzig
Prof. Dr. Erhard F. Kaleta
"Es ist eine Ehre für die Universität Leipzig, dass ihre Veterinärmedizinische Fakultät an einen Wissenschaftler die Ehrendoktorwürde vergibt, der die Entwicklung des Fachgebietes Geflügelkrankheiten und Geflügelhaltung national und international maßgeblich mit geprägt hat", sagt der Rektor der Rektor der Universität Leipzig, Prof. Dr. Franz Häuser.

Der Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät. Prof. Dr. Arwid Daugschies, würdigt insbesondere die Verdienste Prof. Kaletas um die Einrichtung der Klinik für Vögel und Reptilien an der Leipziger Fakultät.

"Darüber hinaus gibt es viele gemeinsame Projekte in Lehre, Forschung und Weiterbildung, u.a. den gemeinsam mit Prof. Elisabeth-Maria Krautwald-Junghanns, Direktorin der Klinik für Vögel und Reptilien an der Universität Leipzig, herausgegebenen Röntgenatlas für Vögel und das Kompendiums für Ziervogelkrankheiten und Reptilien.

Zur Person:

Erhard Franz Kaleta wurde am 18. April 1939 in Haldensleben/Sachsen-Anhalt geboren. Er studierte Tiermedizin in Hannover, Belgrad und Wien und legte 1963 sein Staatsexamen ab. 1966 promovierte er.

Von 1965 bis 1970 war er Wissenschaftlicher Assistent an der Klinik für Geflügel der Tierärztlichen Hochschule Hannover, danach für ein Jahr Stipendiat an der School of Veterinary Medicine, University of California in Davis, USA.

Seine Habilitation 1974 wieder in Hannover beschäftigte sich mit "Vermehrung, Interferenz und Interferoninduktion aviärer Herpesvirusarten: Beitrag zur Schutzimpfung gegen die Mareksche Krankheit".

Bereits 1978 wurde er zum Abteilungsvorsteher und Professor für Labordiagnostik der Geflügelkrankheiten an dieser Klinik ernannt. 1982 nahm er den Ruf auf die C4-Professur für das Fachgebiet Geflügelkrankheiten und Hygiene der Geflügelhaltung des Fachbereiches 10 - Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen an und leitete das damalige Institut für Geflügelkrankheiten dieses Fachbereiches bis zu seiner
Emeritierung.

Professor Kaletas wissenschaftlicher Schwerpunkt war in erster Linie die Diagnostik der Geflügelkrankheiten, insbesondere der virusbedingten Krankheiten und Seuchen sowie deren Bekämpfung.

Als Experte war er in zahlreichen nationalen und internationalen Einrichtungen gefragt, u.a. als Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Ortho- und Paramyxoviren des Geflügels und als Berater der Europäischen Kommission für Klassische und Atypische Geflügelpest sowie Psittakose .

Ein weiteres Betätigungsfeld bildete z.B. die Ausarbeitung von Methoden zur Prüfung chemischer Desinfektionsmittel im Ausschuss für Desinfektion für die Bereiche Tierhaltung und Nahrungsmittel der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft, des Deutschen Institutes für Normung und des Comité Européen de Normalisation (CEN) mit Sitz in London.

In 202 Publikationen gab er seine Erkenntnisse Studierenden und Fachleuten weiter. Er betreute über 200 Doktoranden, darunter auch einige von der Universität Leipzig.

Professor Kaleta hat stets in vielen Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen sein großes Engagement für die Einrichtung der Klinik für Vögel und Reptilien in der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig gezeigt.

Auf wissenschaftlicher Ebene besteht bis heute eine enge Zusammenarbeit mit dieser Fakultät, vor allem mit dem Institut für Virologie und seit 1999 mit der Klinik für Vögel und Reptilien. Diese zeigt sich in zahlreichen gemeinsamen Forschungs- bzw. Drittmittelprojekten mit den genannten beiden Leipziger Instituten, so zum Beispiel zur Erforschung des Erregers der sogenannten Jungtaubenkrankheit und deren Prävention sowie der Bekämpfung der für Züchter und Halter sehr bedeutsamen Circo- und Polyomavirusinfektionen der Psittaziden.

Er war - und ist - stets auch bereit, als geschätzter Referent bei Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen, insbesondere auch im Rahmen des Leipziger Tierärztekongresses, mitzuwirken. Und obwohl längst im Ruhestand liegen Prof. Kaleta die wissenschaftlichen Beziehungen zur Leipziger Universität besonders am Herzen.

 


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