15,1 Millionen Euro für exzellente Darm- und Lungenforschung

(29.05.2005) Deutsche Forschungsgemeinschaft belohnt erfolgreiche Arbeit, verlängert zwei Sonderforschungsbereiche und finanziert insgesamt 60 Stellen

Am 24. Mai 2005 hat der Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) der Verlängerung von zwei Sonderforschungsbereichen (SFB) zugestimmt, an denen die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF), Braunschweig, und das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM), Hannover, beteiligt sind. Sprecherhochschule beider SFB ist die MHH.

"Die Bewilligung durch die DFG zeigt die ausgezeichnete Forschung in Niedersachsen in der Immunologie und bei Infektionskrankheiten. Die Förderung stärkt den Wissenschaftsstandort Hannover/Braunschweig", sagt Wissenschaftsminister Lutz Stratmann.

MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann ergänzt: "Die Bewilligung ist ein weiterer wichtiger Schritt zum geplanten Zentrum für experimentelle und klinische Infektionsforschung in Hannover und betont die Exzellenzschwerpunkte der an den SFB beteiligten Einrichtungen."

Die neue Förderperiode beginnt am 1. Juli 2005, insgesamt fließen in den nächsten vier Jahren 15,1 Millionen Euro in die beteiligten Einrichtungen. Voraussetzung waren internationale Veröffentlichungen von Forschungsarbeiten. Beide SFB beschäftigen sich mit Erkrankungen der Schleimhaut. Eine zusätzliche Verlängerung um weitere vier Jahre ist ab 2009 möglich.

Schwerpunkt Darmerkrankung

Der Sonderforschungsbereich 621 "Pathobiologie der intestinalen Mukosa" befasst sich mit krankhaften Vorgängen an der Darmschleimhaut, der größten Schleimhautoberfläche des Körpers. Sie steht in ständigem Kontakt mit einer Unzahl von Bakterien und Viren und verhindert deren Eindringen in die Blutbahn oder das Gewebe.

Ziel des SFBs: Die Wechselwirkungen solcher Mikroorganismen mit der Schleimhautoberfläche und die dabei beteiligten zellulären sowie immunologischen Vorgänge aufzuklären.

Dies soll zu einem besseren Verständnis entzündlicher Darmerkrankungen verhelfen und damit zu einer besseren Diagnostik und Therapie. In der ersten Förderperiode gelang es den Forschern, verschiedene molekulare Schlüssel zu identifizieren, die die normale Funktion des Verdauungstraktes gewährleisten und deren Fehlfunktion mit Erkrankungen einhergehen.

Der SFB 621 umfasst 18 Teilprojekte in der MHH, der TiHo und der GBF. Sprecher ist Professor Dr. Reinhold Förster, Direktor des MHH Institutes für Immunologie. In den kommenden vier Jahren wird der SFB mit 7,4 Millionen Euro unterstützt. Hiermit können insgesamt 19 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, zwölf technische Angestellte und eine Verwaltungskraft finanziert werden.

Insbesondere ist erfreulich, dass über die gesamte Förderperiode von vier Jahren zusätzliche Mittel für die Promotion von mehr als 40 Studierenden der Medizin bewilligt wurden. "Diese Förderung unterstreicht die herausragende Stellung der Immunologie und Infektionsforschung der Region Hannover und stellt auch weiterhin den hohen Grad der medizinischen und wissenschaftlichen Ausbildung sicher", sagt Professor Förster.

Schwerpunkt entzündliche Lungenerkrankungen

Im Sonderforschungsbereich 587 "Immunreaktionen der Lunge bei Infektion und Allergie" untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für den Menschen wichtige Bakterien, Viren und Pilze, die an der Schleimhaut der Bronchien anhaften.

Sie erforschen, auf welche Weise durch die verschiedenen Abwehrzellen im Atemtrakt Immunreaktionen und Allergien wie Asthma bronchiale gesteuert werden. Ziel des SFBs ist es, wirkungsvolle Impfungen und Behandlungen von Infektionen zu entwickeln, die bei Mukoviszidose, Allergien oder anderen Krankheiten eine wichtige Rolle spielen.

Ein weiterer Aspekt sind Lungenerkrankungen bei landwirtschaftlichen Nutztieren, beispielsweise bei Schweinen.

In 18 Teilprojekten bearbeiten Wissenschaftler die Themen in der Grundlagenforschung und Klinik der MHH, in der TiHo, im ITEM und in der GBF. Sprecher ist Professor Dr. Reinhard Pabst, Direktor der MHH-Abteilung Funktionelle und Angewandte Anatomie.

Für die zweite Förderperiode stellt die DFG rund 7,7 Millionen Euro bereit und schafft damit somit zusätzliche Arbeitsplätze für 19 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für acht technische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine Verwaltungskraft.

Professor Pabst dazu: "Wir können so für die Hochschulen und Forschungseinrichtungen hoch qualifizierte Arbeitsplätze sichern und erweitern."

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