Feierliche Einweihung des Klinikums am Bünteweg

(26.04.2010) Nach 2,5-jähriger Bauzeit wurde am 26.4.2010 das Klinikum am Bünteweg der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) eröffnet. Während eines offiziellen Festaktes hat der Niedersächsische Wissenschaftsminister Lutz Stratmann symbolisch einen Schlüssel an TiHo-Präsident Dr. Gerhard Greif überreicht.


Neues Klinikum am Bünteweg
„Die TiHo gehört zweifelsohne zu den Vorzeige-Hochschulen in Niedersachsen.“ lobte Lutz Stratmann die TiHo und den neuen Klinikkomplex. Dr. Gerhard Greif stellte das Klinikum mit seinen Besonderheiten und seiner modernen Ausstattung vor.

Er dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und betonte: „Der Bau des Klinikums am Bünteweg ist ein Meilenstein der besonderen Art für die TiHo“. Anja Müßig sprach stellvertretend für die TiHo-Studierenden: „Die neue Atmosphäre im Klinikum ist sehr angenehm, es macht Spaß hierzu lernen“. Stephan Weil, Oberbürgermeister der Stadt Hannover sagte, dass das Klinikum das „Baby“ von Dr. Gerhard Greif ist, im Namen der Stadt Hannover dankte er ihm für seine Hartnäckigkeit, mit der er das Ziel des Baus verfolgt hat.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates der TiHo, Dr. Günther Paul, betonte die besondere Leistung der TiHo und dankte allen Beteiligten. Prof. Dr. Theodor Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer, sagte, dass das veterinärmedizinische Wissen in den einzelnen Disziplinen exponentiell wachse. Für die Anwendung dieses Wissens sei aber auch das Umfeld erforderlich – an der TiHo sei dies gegeben.

Er sei sich sicher, dass viele Kollegen das neue Forschungs- und Ausbildungszentrum schätzen lernen werden. Prof. Dr. Marcel Wanner, Präsident der Europäischen Vereinigung der tiermedizinischen Ausbildungsstätten (EAEVE) hob die besondere Stellung der TiHo hervor und wünschte, dass der Bau sich mit Leben fülle, damit Forschung, Lehre und Dienstleistung zum Wohle des Tieres gedeihen.

Drei Kliniken sind in das Klinikum am Bünteweg eingezogen und haben ihren Betrieb aufgenommen: Die Klinik für Heimtiere, Reptilien, Zier- und Wildvögel, die Klinik für Kleintiere und die Klinik für Pferde. Insgesamt stehen den drei Kliniken 20.000 Quadratmeter zur Verfügung.

Klinik für Pferde

Die neuen Räumlichkeiten der Klinik für Pferde bieten für die Ausbildung der Studierenden, für die Forschung sowie für die Patientenversorgung beste Bedingungen. Ein besonderes Augenmerk wurde bei den Planungen auf den Tierschutz sowie die Arbeitssicherheit und damit auf den Mitarbeiterschutz gelegt. Dabei geht es nicht nur darum, mögliche Gefahrenquellen auszuschließen und Unfällen vorzubeugen, sondern auch um gut durchdachte Arbeitsabläufe und die Vermeidung von unnötigen körperlichen Belastungen.

Für die Diagnose von Krankheiten, aber auch für die Ausbildung der Studierenden wurden modernste Geräte angeschafft. So steht der Klinik für Pferde ein hochmoderner Computertomograph mit einem Röhrendurchmesser von 82 Zentimetern zur Verfügung, der es erlaubt, bisher für die Computertomographie nicht zugängliche Körperregionen zu untersuchen. Hinzu kommt eine ganz auf die Pferdemedizin abgestimmte moderne Röntgenanlage. Studierende und Patientenbesitzer können Operationen in einer eigens eingerichteten Zuschauerzone verfolgen: Zwei Operationsräume wurden mit Fenstern ausgestattet, die eine gute Sicht auf das Operationsgeschehen ermöglichen.

Die Patienten sind in hohen, luftigen Stallungen untergebracht. Insgesamt stehen 55 stationäre Boxenplätze zur Verfügung, die zu einem großen Teil als Außenboxen oder als Boxen mit eigenem Paddock gestaltet sind. Alle Bereiche genügen den praktischen und hygienischen Anforderungen auf höchstem Niveau und können bei Bedarf komplett voneinander getrennt werden, um beispielsweise die Verbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern.

Klinik für Kleintiere

Die Bedürfnisse der Hunde und Katzen, die in der Klinik für Kleintiere als Patienten behandelt werden, hatten während der Planungen für die neue Klinik höchste Priorität. So wurden, um während der Wartezeiten unnötigen Stress für die Tiere zu vermeiden, für Hunde und Katzen jeweils getrennte Warteräume eingerichtet. Auch die stationäre Unterbringung der beiden Tierarten ist räumlich voneinander getrennt: Die Räumlichkeiten für Hunde befinden sich mit geräumigen Ausläufen im Erdgeschoss.

Die Katzen werden stationär im ersten Obergeschoss behandelt und untergebracht. Um optimale Bedingungen für die Tiere, ihre Besitzer, Studierende und Tierärzte zu ermöglichen, wurden alle Behandlungs- und Pflegebereiche mit modernster Technik und neuesten Geräten ausgestattet. Das räumliche Konzept bietet dabei gleichzeitig hervorragende Bedingungen für die studentische Ausbildung und die Forschungstätigkeiten in der Klinik für Kleintiere.

Die Studierenden können besser an die Patienten herangeführt und mit Behandlungsabläufen vertraut gemacht werden. Für den theoretischen Unterricht stehen zudem modern ausgestattete Unterrichtsräume zur Verfügung. Durch die Beteiligung der Klinik für Kleintiere am Exzellenzcluster Rebirth, am Sonderforschungsbereich 599 „Biomedizintechnik“, an der DFG-Forschergruppe 1103 und am Transregio 37 sind die räumlichen Anforderungen in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Jetzt stehen eine moderne Laborausstattung und ein erweitertes Raumangebot für die Forschungsaktivitäten der Klinik zur Verfügung.

Klinik für Heimtiere, Reptilien, Zier- und Wildvögel

Die Klinik für Heimtiere, Reptilien, Zier- und Wildvögel ist aus einer Zusammenführung des Heimtier- und Reptilienbereichs der früheren Klinik für kleine Haustiere und der Klinik für Zier- und Wildvögel entstanden.

Die neue Klinik ist Ausdruck der notwendigen Spezialisierung im Rahmen der Heimtiermedizin. Die TiHo wird damit deutschlandweit ihrer Vorreiterrolle gerecht, da bisher keine vergleichbare universitäre Einrichtung besteht. Die neue Klinik erstreckt sich auf zwei Etagen auf über mehr als 1.000 Quadratmeter. Für die studentische Ausbildung stehen ein mit neuester Technik ausgestatteter Hörsaal und Demonstrationsraum mit 88 Sitzplätzen sowie ein Seminarraum zur Verfügung.

Durch die Frei-Volieren im zweiten Obergeschoss ist die Klinik von außen sofort zu erkennen. Der Abteilung Zier- und Wildvögel wie auch der Abteilung Kleinsäuger bzw. Reptilien stehen damit sehr viel größere und modernere Unterbringungsmöglichkeiten für ihre Patienten zur Verfügung. Auch für die Mitarbeiter wurden die Arbeitsbedingungen erheblich verbessert.

So können digitale Röntgen- und Ultraschalluntersuchungsmöglichkeiten, Untersuchungs- und Laborräume, zwei Operationsräume, eine Zahnstation sowie die für die stationäre Versorgung von Kleinsäugern, Reptilien, Zier- und Wildvögeln notwendigen Stationsräume genutzt werden. Im Erdgeschoss befinden sich die Anmeldung und die Untersuchungs- und Behandlungsräume für ambulante Patienten.

www.tiho-hannover.de

 


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