TiHo: Ping Ping Tsai erhält den Tierschutzpreis der DFG

(14.11.2006) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verleiht am 21. November 2006 zum zweiten Mal den Ursula M. Händel-Tierschutzpreis. Er geht an Harald Langer (Universitätsklinikum Tübingen) und Ping Ping Tsai (Tierärztliche Hochschule Hannover).

Der Preis zeichnet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die sich vorbildlich und nachhaltig darum bemühen, den Tierschutz in der Forschung zu verbessern. Dazu gehört insbesondere die Entwicklung von Verfahren, die zur Reduzierung, Verfeinerung und zum Ersatz von Tierversuchen beitragen.

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Ping Ping Tsai, die in Hannover am Institut für Tierschutz und Verhalten arbeitet, erhält den Preis für ihre Forschungen über Käfighaltung bei Mäusen. Sie hat untersucht, unter welchen Bedingungen Mäuse bei verschiedenen Möglichkeiten einen angenehmer ausgestatteten Käfig wählen, auch wenn dieser Beeinträchtigungen wie etwa helles Licht mit sich bringt.

Die Tiere formulieren durch ihr Verhalten im Verständnis dieses Forschungsansatzes ihren Bedarf an einer angenehmeren Umgebung. Durch die Kenntnis solcher Parameter kann die Käfighaltung verbessert werden und das Wohlbefinden der Versuchstiere sowie deren Zahl unter ethischen Gesichtspunkten besser eingeschätzt werden.

Ping Ping Tsai legt damit eine Strategie vor, nach der auch andere auftretende Problemstellungen zur Optimierung einer Tierhaltung angegangen werden könnten.

Harald Langer arbeitet auf dem Gebiet der Infarktforschung an der Medizinischen Universitätsklinik in Tübingen. Er hat ein Strömungsmodell entwickelt, an dem ohne den bislang üblichen Versuch an einem Tier realistische Durchfluss-Szenarien in Blutgefäßen untersucht werden können.

Diese spielen bei der Wundheilung, der Entstehung von Metastasen bei Krebs oder dem Entstehen und der Entwicklung von Atherosklerose eine große Rolle. Seine Alternativmethode zum Tierversuch berührt wichtige und aktuelle medizinische Fragestellungen, die weltweit bearbeitet werden.

Ursula M. Händel, die Stifterin des nach ihr benannten Preises, hat sich über Jahrzehnte hinweg auf vielen Ebenen aktiv für den Tierschutz eingesetzt und wesentliche Beiträge zur Formulierung des Tierschutzgesetzes von 1986 geleistet.

So gründete sie unter anderem den "Bonner Arbeitskreis für Tierschutzrecht". Ein besonderes Anliegen ist für sie der Tierschutz in Wissenschaft und Forschung. Dabei zielt ihr Engagement vor allem darauf, das Leiden von Versuchstieren so weit wie möglich zu begrenzen und die Zahl von Tierversuchen zu reduzieren.

Die mit je 25 000 Euro dotierten Ursula M. Händel-Preise erhalten die Preisträger bei einem Festakt am 21. November 2006 im Deutschen Museum Bonn, Ahrstraße 45, ab 18 Uhr. Den Festvortrag hält Professor Eckhard Wolf, Mitglied der DFG-Senatskommission für tierexperimentelle Forschung, zu dem Thema "Tier-Biotechnologie - ein Widerspruch zum Tierschutz?".

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