Auszeichnung für TiHo-Juniorprofessorin

Prof. Dr. Heidrun Potschka aus dem Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der TiHo wurde der mit 5 000 Euro dotierte Förderpreis2003 der Akademie für Tiergesundheit (AfT) verliehen. Sie teilt sich den Preis mit PD Dr. Stefan Hiendleder der Ludwig-Maximilians-Universität München. Potschka erhielt die Auszeichnung für ihre herausragenden Untersuchungen zu Resistenzen gegenüber Pharmazeutika bei Epilepsien. Die Verleihung fand im Rahmen der 50-Jahr-Feier der Bundestierärztekammer in Berlin statt. Der Preis wird einmal jährlich vergeben.

Schwerpunkt der Arbeiten von Juniorprofessorin Potschka ist die Erforschung der Ursache von Epilepsien sowie die Entwicklung neuer Strategien zur Therapie dieser neurologischen Erkrankung. Im Fokus steht dabei insbesondere die Aufklärung so genannter Pharmakoresistenzen bei Epilepsien. Diese Resistenz gegenüber Antiepileptika ist ein großes klinisches Problem, das etwa 30% der Epilepsiepatienten in der Veterinär- und Humanmedizin betrifft. Die Mechanismen dieser Resistenz sind noch weitestgehend ungeklärt.

Seit einigen Jahren wird die so genannte Multidrug-Transporter-Hypothese der Pharmakoresistenz von Epilepsien diskutiert. Die Hypothese besagt, dass bei pharmakoresistenten Patienten die Antiepileptika ihren Wirkort, d.h. die betroffenen Gehirnregionen, nicht in ausreichender Konzentration erreichen. Diese Hypothese haben Potschka und ihre Kollegen in verschiedenen experimentellen Ansätzen überprüft. Es gelang ihnen nachzu-weisen, dass Antiepileptika von Multidrug-Transportern an der Blut-Hirn-Schranke zurück in das Blut transportiert werden und somit weniger Wirkstoff-Moleküle ins Gehirn gelangen. Zudem konnten sie zeigen, dass nach epileptischen Anfällen Multidrug-Transporter in den betroffenen Gehirnregionen vermehrt gebildet werden und dass in diesen Gehirnregionen die erreichte Antiepileptika-Konzentration reduziert ist. Eine Bestätigung der Hypothese gelang zudem in einem Pharmakoresistenzmodell, in dem sie nachweisen konnten, dass pharmakoresistente Tiere höhere Expressionsraten dieser Transportermoleküle aufweisen als pharmakosensitive Tiere. Die Bestätigung der Multidrug-Transporter-Hypothese bietet Potschka die Grundlage für die Erarbeitung neuer therapeutischer Strategien.

Juniorprofessorin Potschka studierte und promovierte an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Nach einer kurzen Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Gießen kam sie nach Hannover und forscht seitdem am Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der TiHo. Im August 2004 schloss sie erfolgreich ihre Habilitation ab. Ihre Juniorprofessur wird durch das Dorothea-Erxleben-Programm des Niedersächsischen Ministeri-ums für Wissenschaft und Kultur (MWK) gefördert.

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