Neues Lernlabor für die Lehre an der Tierärztlichen Hochschule Hannover

(21.05.2011) Die Studierenden der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) können sich auf ein neues Angebot im Studium freuen. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) des Bundes und der Länder hat zugesagt, aus dem "Qualitätspakt Lehre" ein sogenanntes Skills Lab zu finanzieren.

Die TiHo erhält für fünf Jahre 2,4 Millionen Euro, um für die Studierenden ein Lernlabor einzurichten, in dem sie praktische Fertigkeiten, die für die Behandlung von Haus- und Nutztieren erforderlich sind, zu trainieren.

An Simulationsmodellen können die Studierenden im Skills Lab zum Beispiel üben, Injektionen zu setzen, Blutproben zu entnehmen, Nähte zu setzen, rektale Untersuchungen zu üben, zu intubieren oder zu endoskopieren. Die Dummys werden entweder gekauft oder an der TiHo entwickelt, weil sie für die tiermedizinische Lehre noch nicht existieren.

"Für das Erlernen der praktischen Fertigkeiten ist es sehr wichtig, die Handgriffe häufig zu wiederholen. Am lebenden Tier ist dies nur beschränkt möglich", erklärt Professorin Tipold, Vizepräsidentin für Lehre an der TiHo, "im Skills Lab können die Studierenden ausgiebig trainieren." Dieses Labor dient auch dem Selbststudium und wird daher auch außerhalb der regulären Unterrichtszeiten mehrere Stunden für die Studierenden geöffnet sein. Zu diesen Zeiten werden immer Betreuungspersonen vor Ort sein. 

Die Ausbildung im Skills Lab kommt den Studierenden später in der Praxis zugute, da sie ein gutes praktisches Training durchlaufen haben. Mit dem Aufbau des Skills Lab sollen Übungen, die am Tier durchgeführt werden, reduziert werden. Gleichzeitig wird ein zusätzlicher Ethik- und Tierschutzunterricht in den Stundenplan integriert, der die Studierenden auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den Patienten und ihren Besitzern vorbereitet.

"Tierärzte müssen in der Lage sein, die Grenzen tierärztlichen Handelns zu erkennen und im Gespräch mit dem Patientenbesitzer Ratschläge im Sinne des Tieres zu erteilen", sagt Professorin Tipold.

Es geht darum die Studierenden bestmöglich auf den Umgang mit Patient und Besitzer auszubilden - fachlich und menschlich. Deshalb müssen sich die Studierenden kritisch mit ethischen Fragen zur Nutztierhaltung, zu den Möglichkeiten der modernen Medizintechnik und mit ihrer eigenen Verantwortung als Tierarzt auseinandersetzen. Diesen Unterricht werden zusätzliche Spezialisten übernehmen.



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