Erste gemeinsame Berufung von BfR und TiHo Hannover

(04.08.2011) Matthias Greiner wird Abteilungsleiter am Bundesinstitut für Risikobewertung und Professor an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover


Matthias Greiner
Risiken, die von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen ausgehen können, sind vielfältig und komplex. Um eine mögliche Gefährdung der Verbraucher zu ermitteln, sind Informationen über die Aufnahmemengen von Krankheitserregern und Schadstoffen nötig.

Ein Schwerpunkt der Forschung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist deswegen die Entwicklung von Methoden zur Erhebung von Daten im Rahmen der Risikobewertung und Expositionsschätzung. Diesen Forschungsbereich hat das BfR durch eine gemeinsame Berufung mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) gestärkt.

Privatdozent Dr. Matthias Greiner wird sowohl als Universitätsprofessor an die TiHo Hannover berufen als auch die Leitung der Abteilung Wissenschaftliche Querschnittsaufgaben am BfR übernehmen.

„Das BfR hat mit Dr. Matthias Greiner seine Forschungskompetenz in einem wichtigen verbraucherrelevanten Arbeitsbereich ausgebaut“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Der Präsident der TiHo, Dr. Dr. h. c. Gerhard Greif, machte deutlich: „Der wissenschaftliche Austausch zwischen dem BfR und der TiHo Hannover wird durch diese Berufung gestärkt.“

Als Veterinärmediziner und Statistiker ist Matthias Greiner am BfR seit 2006 in den Bereichen Epidemiologie, Biostatistik und mathematische Modellierung tätig.

Er ist regelmäßig als Experte für die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) tätig und als angehender Präsident des European College for Veterinary Public Health auch in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses engagiert. Greiners berufliche Laufbahn zeigt, dass er als interdisziplinärer Forscher einschlägige wissenschaftliche und administrative Kompetenzen erworben hat.

Greiner schloss das Studium der Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin ab und promovierte in einem medizinischen Laboratorium über den diagnostischen Nachweis von Mykobakterien.

Nach seinem Master of Science in Statistik an der Hallam Sheffield University in Großbritannien habilitierte er im Fachbereich Tiermedizin an der FU Berlin in den Bereichen Epidemiologie und Biometrie. Von 1989 bis 2002 war Greiner Leiter des serologischen Labors des Instituts für Internationale Tiergesundheit und des Instituts für Parasitologie an der FU Berlin.

Nach vier Jahren als Leiter des Internationalen Forschungszentrums für Veterinärepidemiologie (International EpiLab) am damaligen Dänischen Institut für Lebensmittel- und Veterinärforschung in Kopenhagen hat er seine Tätigkeit am BfR aufgenommen. Greiners Forschungsschwerpunkte sind die Validierung von Diagnoseverfahren sowie die methodische Entwicklungen bei der Risikobewertung und Expositionsschätzung.

Die Abteilung Wissenschaftliche Querschnittsaufgaben umfasst derzeit sechs Fachgruppen: Internationale Chemikalienprogramme, Vergiftungs- und Produktdokumentation, Epidemiologie, Biometrie und mathematische Modellierung, Expositionsschätzung und -standardisierung, Informationstechnik sowie die Bundesstelle für Gute Laborpraxis (GLP) und Qualitätsmanagement.

Die Verknüpfung der unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkte innerhalb des BfR und die wissenschaftliche Beratung der Bundesbehörden stellen weitere herausfordernde Aufgaben dar. Greiner wird das BfR in einschlägigen nationalen und internationalen Gremien vertreten.

Als Professor für quantitative Risikobewertung und Expositionsmodellierung an der TiHo Hannover wird Greiner sowohl seinen Lehrverpflichtungen nachgehen als auch die wissenschaftliche Forschung ausbauen.

Diese erste gemeinsame Berufung des BfR und einer Hochschule zielt auf eine noch engere Verzahnung auf den Gebieten der Forschung und Nachwuchsförderung ab. Damit hat die gemeinsame Berufung von Greiner an das BfR und die TiHo Hannover Modellcharakter für den wissenschaftsbasierten Verbraucherschutz in Deutschland.




Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Polyplacotoma mediterranea; Bildquelle: Hans-Jürgen Osigus

Forscher-Team der TiHo entdeckt im Mittelmeer eine neue Tierart

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Institut für Tierökologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) entdeckten im Mittelmeer eine neue Tierart: Polyplacotoma mediterranea
Weiterlesen

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Symposium zur Gesundheit von Meeressäugern

Über vier Jahre untersuchte ein internationales Forscherteam an Museumspräparaten und aktuellen Proben, wie sich der Gesundheitszustand mariner Säugetiere über die vergangenen Jahrzehnte veränderte
Weiterlesen

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Vortrag an der TiHo: Die „Sprache“ der Elefanten

Wer schon immer wissen wollte, worüber sich Elefanten unterhalten, hat am 7. Februar die Chance, eine Spezialistin für Elefantenkommunikation kennenzulernen
Weiterlesen

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Kaltes Plasma gegen Krankenhauskeime

Forscherteam prüft neues Verfahren, um multiresistente Bakterien auf Oberflächen abzutöten
Weiterlesen

Professor Dr. Holger Volk und sein Hund Jo.; Bildquelle: Richard Addison

Holger Volk übernimmt Leitung der Klinik für Kleintiere an der TiHo

Die Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) hat seit Jahresbeginn einen neuen Direktor
Weiterlesen
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Veranstaltung im Schloss Herrenhausen zu Alternativen zum Tierversuch

Welche Herausforderungen sich beim Umstieg von Tierversuchen auf tierversuchsfreie Alternativmethoden ergeben, erklärt Professor Dr. Bernhard Hiebl
Weiterlesen

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Tagung zu Antibiotikaresistenzen an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Tagung am Freitag, den 8. Februar 2019, unter dem Titel „Seminar Veterinary Public Health: Antibiotikaresistenz an der Schnittstelle Mensch-Tier-Umwelt"
Weiterlesen

Dr. Kristine Roßbach (TiHo), Professor Dr. Thomas Werfel (MHH), Professor Dr. Wolfgang Bäumer (ehemals TiHo, jetzt Freie Universität Berlin) und Gustav Gerd Bruer (TiHo).; Bildquelle: MHH/Kaiser

Neurodermitis: Forscher der MHH und der TiHo arbeiten an neuem Behandlungsansatz

Sich in der eigenen Haut wohlfühlen – das ist für Menschen mit schwerer Neurodermitis oft nicht möglich. Denn sie leiden unter trockener, schuppiger und geröteter Haut, die quälend juckt
Weiterlesen