Schule trifft Hochschule: Studierende laden Schüler für einen Tag zum Unterricht in die TiHo ein

(08.06.2010) Am 9. und 10. Juni 2010 veranstalten Promotionsstudierende des Zentrums für Systemische Neurowissenschaften in Hannover (ZSN) jeweils von 8:30 bis 15:30 Uhr im Institut für Pathologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) den Workshop „Neuroscience Meets School“ für Schüler.

Insgesamt haben sich 138 Oberstufenschüler aus fünf verschiedenen Schulen aus Hannover und Umgebung angemeldet: Gymnasium Sarstedt, Gymnasium Großburgwedel, Bismarckschule Hannover, Gymnasium Lehrte und IGS Roderbruch.

Die Studierenden werden den Schülern zu Beginn des Workshops einen ersten Überblick über das Feld der Neurowissenschaften geben und anschließend mit kleinen Experimenten zu den verschiedenen Themenbereichen das Wissen der Schüler vertiefen.

Workshop 1: Zelluläre Neurobiologie – Von der Zelle zur Krankheit

Im zellbiologischen Workshop „Von der Zelle zur Krankheit“ werden den Schülern zunächst Morphologie und Funktion der verschiedenen Zelltypen des Nervensystems vermittelt. Neben der Vorstellung und der praktischen Anwendung verschiedener zellbiologischer Techniken wird die Tumorentstehung das zentrale Thema des Workshops sein. Fragen wie: „Wie entsteht eigentlich Krebs?“, „Wie finde ich heraus, welche Faktoren bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen?“ und „Wie wird aus Forschungsergebnissen eine Therapie?“ werden besprochen.

Workshop 2: Klinische Neurobiologie – Bewegung und Gleichgewicht

Bewegung und Gleichgewicht sind das Thema des zweiten Workshops. Bewegung ist ein komplexer Vorgang, an dem Gehirn und Rückenmark beteiligt sind. An menschlichen und tierischen Beispielen werden die Studierenden die Grundlagen der Fortbewegung erklären und zeigen, was passieren kann, wenn Störungen im Nervensystem auftreten, wie beispielsweise bei der Parkinson-Erkrankung.

Der Gleichgewichtssinn spielt für die Bewegungsabläufe eine wichtige Rolle. Störungen im Gleichgewicht äußern sich bei Tieren unter anderem durch Kopfschiefhaltung und einen veränderten Muskeltonus, Menschen haben Schwierigkeiten beim Fokussieren von Objekten und Schwindelgefühle. Videos demonstrieren Gleichgewichtsstörungen bei Mensch und Tier. Im praktischen Teil können die Schüler Instrumente ausprobieren, die in der Medizin zur Diagnose solcher Störungen eingesetzt werden.

Workshop 3: Kognitionswissenschaften – Wahrnehmung und Sinnestäuschung

Unsere Wahrnehmung ist kein passiver, sondern ein aktiver Prozess. Sie ist mehr als nur die Erfassung der physikalischen Umwelt durch unsere Sinnesorgane. Vielmehr basiert unsere Wahrnehmung auf einer inneren künstlichen Welt, die das Zentralnervensystem auf der Grundlage der Informationen, die ihm die Sinnesorgane liefern, zusammensetzt.

Anhand von Sinnestäuschungen werden die Studierenden den Schülern die Diskrepanz zwischen physikalischer Außenwelt und dem inneren Bild verdeutlichen.

Die Schüler sollen verstehen können, wie die einzelnen Sinnestäuschungen zustande kommen und damit grundsätzliche Funktionsmechanismen von Sinnessystemen sowie der Wahrnehmung im Allgemeinen begreifen lernen.

Die Promotionsstudierenden des internationalen Zentrums für Systemische Neurowissenschaften in Hannover veranstalten jährlich einen Workshop oder einen wissenschaftlichen Kongress, der sich mit aktuellen Themen der Neurowissenschaften beschäftigt. Die Organisation der Veranstaltung ist Teil des Lehrplans.

Am ZSN sind insgesamt 58 Studierende aus 20 Ländern eingeschrieben. Der Workshop „Neuroscience Meets School“ wird vom jetzigen vierten Semester ausgerichtet. Das vierte Semester besteht aus 14 Studierenden aus vier Ländern. Sie arbeiten in 35 verschiedenen Arbeitsgruppen.

Das Zentrum für Systemische Neurowissenschaften wurde im September 2002 von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, der Medizinischen Hochschule Hannover, der Leibniz Universität Hannover und der Hochschule für Musik und Theater Hannover gegründet. Sprecher des Zentrums ist Professor Dr. Wolfgang Löscher, Leiter des Instituts für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der TiHo.

Das Ziel des ZSN ist eine Bündelung der Forschung auf dem Gebiet der Systemischen Neurowissenschaften. Synergieeffekte sollen durch gemeinsame Projekte optimiert werden – so etwa durch Verknüpfung von experimentellen und klinischen Forschungsaspekten der Neurowissenschaften.

Das Zentrum widmet sich unter anderem der fundierten und interdisziplinären Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern im Rahmen des internationalen PhD-Studiengangs Systemische Neurowissenschaften. Der Studiengang ist offen für Biologen, Humanmediziner, Tiermediziner sowie Absolventen anderer naturwissenschaftlicher Studiengänge.

 


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