Therapie-resistente Epilepsie - Neue Ansätze

(06.10.2004) Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Wolfgang Löscher, Institut für Pharmakologie, Pharmazie und Toxikologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, hat Ende September 2004 eine Förderung der National Institutes of Health (NIH; Bethesda, Maryland) der USA in Höhe von 250.000 US$ erhalten.

Die NIH hatten im August letzten Jahres Drittmittel mit dem Ziel ausgeschrieben, Modelle zur Entwicklung neuer Therapieansätze für bisher therapieresistente Epilepsien zu fördern. Alle Anträge auf diese Drittmittel durchliefen eine mehrstufige Begutachtung durch ein zehnköpfiges Gremium, dem ausschließlich amerikanische Wissenschaftler angehörten.

Unter den rund 30 Gruppen, die sich an diesem Wettbewerb beteiligten, war die Bewerbung der Arbeitsgruppe um Professor Löscher die einzige nicht-amerikanische. Löscher und seine Mitarbeiter haben in der Erforschung von Pharmakoresistenzen bei Epilepsien bereits langjährige Erfahrungen.

Die NIH sind der größte staatliche Drittmittelgeber der USA und vergeben nur in absoluten Ausnahmefällen Gelder an nicht-amerikanische Gruppen. Die Vergabe der Förderung an Löscher und seine Gruppe stellt daher eine besondere Auszeichnung der bisherigen und geplanten Forschungsarbeiten der TiHo-Gruppe dar.

Epilepsien gehören beim Menschen, aber auch bei Haustieren wie Hund und Katze, zu den häufigsten Erkrankungen des Gehirns. Wiederkehrende epileptische Anfälle sind charakteristisch für diese Erkrankung. Falls sie nicht auf die Behandlung mit krampfhemmenden Medikamenten (Antiepileptika) ansprechen, können die Anfälle für den Patienten mit schwerwiegenden gesundheitlichen und psychosozialen Konsequenzen verbunden sein. Bei rund 35-40% aller Patienten mit Epilepsie tritt keine oder keine zufrieden stellende Wirkung der Antiepileptika ein, sie sind therapieresistent.

Die Gründe für diese Resistenz sind weitgehend unbekannt, was die Entwicklung neuer Therapieansätze erschwert bis unmöglich macht. Ziel des NIH-Programms ist es, die Entwicklung von Epilepsiemodellen für therapieresistente Anfälle zu fördern, um mit Hilfe dieser Modelle die Mechanismen der Therapieresistenz zu untersuchen und neue therapeutische Ansätze zu entwickeln.

Die Arbeitsgruppe von Professor Löscher an der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat vor über zehn Jahren das weltweit erste Modell für therapieresistente epileptische Anfälle entwickelt und seitdem an diesem Modell die Ursachen für Resistenzen gegenüber Medikamenten studiert.

Dabei wurden eine Reihe von Resistenzmechanismen aufgeklärt und in Kooperation mit der pharmazeutischen Industrie neue Therapieansätze angestoßen. Auf der Grundlage dieser langjährigen Vorarbeiten, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurden, möchten Löscher und seine Mitarbeiter nun mit Hilfe der NIH-Mittel neue Modelle für pharmakoresistente spontane Anfälle etablieren und charakterisieren.

Es soll geprüft werden, ob die bisher an nur einem Modell erhobenen Befunde sich mit anderen Modellen bestätigen lassen. Ziel ist die Etablierung von Standardmodellen, die es auch anderen Forschern ermöglichen, neue Behandlungsstrategien für therapierefraktäre Epilepsien zu entwickeln.

Artikel kommentieren

weitere Meldungen

Professor Dr. Wolfgang Löscher; Bildquelle: Martin Bühler

Internationale Auszeichnung für Epilepsieforscher Wolfgang Löscher

Für sein lebenslanges Engagement, neue Therapieformen gegen Epilepsie zu finden, zeichnete ihn die US-amerikanische Epilepsy Foundation mit dem „Lifetime Accelerator Award“ aus
Weiterlesen

Richter Pharma Epilepsie-Seminar

Richter Pharma Epilepsie-Seminar – Neuigkeiten zum Thema Epilepsie bei Hund und Katze

Am 22. März 2018 findet im STADTWERK, Hochhaus in Salzburg ein Seminar zum Thema Epilepsie bei Hund und Katze statt.
Weiterlesen

Richter Pharma Epilepsie-Seminar

Richter Pharma Epilepsie-Seminar  – Neuigkeiten zum Thema Epilepsie bei Hund und Katze

Am 5. Oktober 2017 findet im EURO PLAZA Conference Center in Wien ein Seminar zum Thema Epilepsie bei Hund und Katze statt
Weiterlesen

TiHo

Cannabis-Rezeptoren beim Hund

TiHo-Wissenschaftlerinnen untersuchen die Funktion von Endocannabinoiden. Ein neuer Ansatz für die Epilepsieforschung?
Weiterlesen

University of Surrey

Collaboration between pet owners, vets and researchers helps dogs and children with a rare and severe epilepsy

New hope is being given to children who suffer from a rare and severe form of epilepsy, thanks to unique research carried out by the University of Surrey’s School of Veterinary Medicine and Fitzpatrick Referrals in Surrey
Weiterlesen

Ludwig-Maximilians-Universität München

Genetischer Auslöser für Epilepsie beim Rhodesian Ridgeback gefunden

Krampfanfälle kommen bei Hunden vergleichsweise häufig vor. Nun haben Tierneurologen für eine bestimmte Form der Epilepsie bei Ridgebacks einen genetischen Auslöser klar definieren können
Weiterlesen

Schwerpunkt Epilepsie beim Hund auf Tierhalterportal "Hunderunden.de"

Schwerpunkt Epilepsie beim Hund auf Tierhalterportal „Hunderunden.de“

Erstmals werden die Leser umfassend über das Thema Epilepsie informiert. Dabei wird das Thema aus verschiedensten Perspektiven beleuchtet
Weiterlesen

Dr. Tanja Steinberg

Gratis: Webinar Epilepsie beim Hund mit Dr. Tanja Steinberg

Am 14. März 2016 findet das Live-Webinar zum Thema „Die idiopathische Epilepsie beim Hund - ein Update zur Diagnose und Therapie“ mit der Expertin und Oberärztin für Neurologie an der Tierklinik Haar, Dr. Tanja Steinberg, statt
Weiterlesen

Dog epilepsy app

Dog epilepsy app made available for pet owners across Europe

The innovative app that allows UK dog owners to improve the lives of pets with epilepsy will soon be translated into seven different languages to help man’s best friend throughout Europe
Weiterlesen

Kurzmeldungen

Internationales 20170324

Neuerscheinungen