TiHo: Den Parasiten keine Chance!

(03.06.2006) EU-Projekt zur Bekämpfung von Parasiten in Tierbeständen angelaufen

Das Institut für Parasitologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) ist an einem Projekt der Europäischen Union (EU) beteiligt, das die verbesserte Bekämpfung von Parasiten in Wiederkäuerbeständen zum Ziel hat.

Die EU stellt insgesamt 2,9 Millionen Euro für die Entwicklung von Strategien bereit, mit denen Parasiten im Magen-Darm-Trakt von Wiederkäuern nachhaltig kontrolliert werden können. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Georg von Samson-Himmelstjerna der TiHo ist an vier von sieben Teilprojekten des Forschungsprogramms beteiligt und erhält rund 285.000 Euro von der EU.

Das internationale Forschungsprojekt trägt den Namen PARASOL (Parasite Solutions) und vernetzt zwölf wissenschaftliche Einrichtungen und fünf Unternehmen aus sieben europäischen und zwei afrikanischen Staaten. Die Laufzeit des PARASOL-Projektes beträgt drei Jahre.

Magen-Darm-Parasiten, hier Würmer, stellen für die Leistungsfähigkeit und das Wohlergehen von Wiederkäuern wie beispielsweise Rindern und Schafen in der landwirtschaftlichen Produktion eine Gefahr dar. Zur Vermeidung einer durch Würmer bedingten Erkrankung werden zurzeit komplette Bestände regelmäßig prophylaktisch mit Medikamenten gegen diese Parasiten behandelt.

An einen Verzicht auf diese so genannten Anthelminthika ist aus Gründen des Tierschutzes und aus wirtschaftlicher Sicht gegenwärtig nicht zu denken. Doch verbergen sich hinter dieser Praxis etliche Probleme.

So werden zum Beispiel auch nicht behandlungsbedürftige Tiere behandelt, was zu einer Zunahme in der Resistenzentwicklung der Parasiten beiträgt. Außerdem finden sich Rückstände der Medikamente in tierischen Erzeugnissen. Dieser konventionellen Methode steht der neue Ansatz des "targeted selective treatment" (TST) gegenüber. Der TST-Ansatz sieht vor, nur Tiere zu behandeln, die Krankheitssymptome oder eine verminderte Produktivität zeigen. Mit diesem Konzept soll das Risiko für Verbraucher und Umwelt minimiert und die Gefahr der Resistenzbildung reduziert werden.

Die Wissenschaftler verfolgen dabei vier Hauptziele: Sie möchten eine Methode entwickeln, mit der ein behandlungsrelevanter Parasitenbefall besser festgestellt werden kann. Außerdem werden sie die Tests verbessern, mit denen Resistenzen der Parasiten gegen Anthelminthika festgestellt werden können. Weiter soll die Wirksamkeit der Medikamente verbessert und schließlich der Erfolg des TST-Ansatzes kontrolliert werden.

Artikel kommentieren

weitere Meldungen

 Lernen ohne Grenzen: Lernportal für Tierärzte startet  Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und Schlütersche Verlagsgesellschaft unterzeichnen Kooperationsvertrag zum Lernportal VETlife weiter...

Lernen ohne Grenzen: Lernportal für Tierärzte startet

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und Schlütersche Verlagsgesellschaft unterzeichnen Kooperationsvertrag zum Lernportal VETlife
Weiterlesen

Weibchen der neu entdeckten Libellen-Art Trithemis palustris; Bildquelle: J. Kipping, TiHo

Wann ist eine Tierart eine Tierart?

Dr. Heike Hadrys aus dem Institut für Tierökologie und Zellbiologie der Tierärztliche Hochschule Hannover hat mit ihrer Arbeitsgruppe ein Konzept entwickelt, das eine objektive Einordnung neuer Tierarten ermöglicht 
Weiterlesen

Professor Dr. Beatrix Waechter Alsanius der Fakultät für Landschaftsplanung, Gartenbau und Agrarwissenschaften der SLU überreicht Professor Dr. Jörg Hartung die Ehrendoktorwürde. Julio Gonzalez, SLU; Bildquelle: Julio Gonzalez, SLU

Schwedische Ehrendoktorwürde für Professor Dr. Jörg Hartung

Die schwedische Universität für Agrarwissenschaften in Uppsala (SLU) hat Professor Dr. Jörg Hartung, Leiter des Instituts für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), die Ehrendoktorwürde verliehen  
Weiterlesen

Erste elektronische Outdoor-Klausur der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover; Bildquelle: Codiplan

Erste elektronische Outdoor-Klausur der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Das Fach Botanik ist für alle Studierenden der Tiermedizin ein Muss. Dieses sehr praxisbezogene Fach findet wie bei den meisten Hochschulen auch in der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) vornehmlich im Hörsaal statt
Weiterlesen

Kurzmeldungen

Firmennews

Neuerscheinungen