Tierärzte ohne Grenzen 15 Jahre Tierärzte ohne Grenzen

(18.09.2006) Von Hannover in die Welt: 15 Jahre tiermedizinische Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit

Was vor 15 Jahren als Studenteninitiative an der tierärztlichen Hochschule Hannover begann, ist heute eine Organisation mit über 70 Mitarbeitern - die einzige in Deutschland, die sich  auf tiermedizinische Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit spezialisiert hat.

Keiner von den sieben Gründungsmitgliedern hat sich wohl am 18. September 1991 bei der Eintragung ins Vereinsregister träumen lassen, dass Tierärzte ohne Grenzen e.V. fünfzehn Jahre später fast zwanzig Projekte in den Ländern Sudan, Kenia, Tansania und Somalia durchführen würde. Das Spektrum geht dabei weit über rein tiermedizinische Aktivitäten wie Impfkampagnen oder Behandlungen hinaus: Tierärzte ohne Grenzen bildet Basistiergesundheitshelfer aus, baut Wasserstellen und fördert die Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen.

Im Zentrum aller Aktivitäten stehen die Menschen, deren Leben von der Tierhaltung abhängig ist. Und dies sind nicht wenige. Denn für ca. 50% der ärmeren Bevölkerungsgruppen dieser Erde ist Tierhaltung die Basis ihrer Existenz. Gesunde Tiere bedeuten für sie nicht nur Nahrung, sondern auch wertvolle Produkte wie Fell und Horn, Arbeitskraft und die Möglichkeit Einkommen zu erzielen. Krankheit oder sogar der Verlust ihrer Tiere bedrohen die Lebensgrundlage dieser Menschen unmittelbar.

Die Arbeit ist nicht immer einfach. Die ehemalige Kriegssituation im Sudan, Konflikte zwischen verfeindeten Bevölkerungsgruppen oder schlichtweg der schwierige Zugang zu einigen Projektgebieten erfordern immer wieder eine schnelle veränderte Planung, um trotz allem die Arbeit qualifiziert durchführen zu können. "Doch unsere Arbeit findet bei der Bevölkerung hohe Anerkennung", sagt Dr. Dorit Battermann, Geschäftsführerin von Tierärzte ohne Grenzen e.V.. Sie führt dies darauf zurück, dass Tierärzte ohne Grenzen in den Projekten hauptsächlich einheimische Fachkräfte beschäftigt und die Lebensweise der Tierhalter anerkennt.

In Deutschland informiert Tierärzte ohne Grenzen e.V. mit Projekten, Vorträgen und Ausstellungen die Öffentlichkeit über die Lebensweise der Tierhalter in den afrikanischen Projektgebieten. Die finanziellen Mittel für die Arbeit kommen aus Töpfen der Europäischen Union und anderen Gebern, doch auch von Mitgliedern und privaten Spendern.

Und die nächsten fünfzehn Jahre? "Puh, das ist ein langer Zeitraum", gibt Battermann zu bedenken, "aber unserer Ziel ist, dass wir die langjährigen Erfahrungen, die wir in Ostafrika gemacht haben, auch in anderen Ländern in Projekte umsetzen und dass wir vor allem auch in Deutschland bekannter werden. Denn wir glauben, dass Tierärzte ohne Grenzen e.V. sinnvolle Arbeit leistet."

www.togev.org

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