Wolfgang Löscher zum „Botschafter für Epilepsie“ ernannt

(04.10.2011) Internationale Auszeichnung für besondere Verdienste um die Epilepsieforschung

Fast eine Million Menschen leiden in Deutschland an Epilepsie. Bei rund 30 Prozent dieser Patienten können die Anfälle nicht mit Medikamenten unterdrückt werden, da sie aufgrund einer sogenannten Pharmakoresistenz nicht auf die Wirkstoffe ansprechen.

Die Erforschung dieser Pharmakoresistenzen, die bei Menschen und Tieren auftreten können, ist einer der Forschungsschwerpunkte von Professor Dr. Wolfgang Löscher, Leiter des Instituts für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.

Für seinen langjährigen Einsatz zur Erforschung von Epilepsieerkrankungen hat Professor Löscher die Auszeichnung "Ambassador for Epilepsy - Botschafter für Epilepsie" erhalten.

Das International Bureau for Epilepsy (IBE) und die internationale Epilepsieliga (ILAE) verleihen den Titel alle zwei Jahre auf dem Internationalen Epilepsie-Kongress an Wissenschaftler, die sich über viele Jahre um den Fortschritt in der Epilepsieforschung verdient gemacht haben und von der nationalen Epilepsievereinigung mindestens eines Landes vorgeschlagen werden.

Obwohl die Auszeichnung nicht mit einem Geldpreis verbunden ist, ist sie äußerst begehrt. Da es in über 80 Ländern eine Epilepsieliga gibt, muss die Jury die maximal zwölf Epilepsiebotschafter alle zwei Jahre aus einer großen Anzahl Nominierter auswählen.

Eine Chance auf die Ehrung hat nur, wer wie Professor Löscher von den Epilepsieligen mehrerer Staaten Unterstützung erfährt. Professor Löscher ist der einzige Deutsche, der in den letzten Jahren diese Ehrung erhalten hat.

Das Ziel seiner Forschungsarbeiten ist es, Ansatzpunkte für bessere Behandlungsstrategien von Epilepsien zu entwickeln und die Lebenssituation von Epilepsiepatienten zu verbessern. Epilepsiepatienten, die auf die medikamentöse Behandlung nicht ansprechen, leiden weiter unter Anfällen und haben häufig mit erheblichen sozialen Problemen zu kämpfen. Die Erkenntnisse von Professor Löschers Arbeit kommen Menschen und Tiere gleichermaßen zugute.

In der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschergruppe „Neurodegeneration und -regeneration bei ZNS-Erkrankungen des Hundes“ arbeitet er mit Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen an der Entwicklung innovativer Therapieansätze für neurologische Erkrankungen bei Hunden.

Die Arbeitsgruppe von Professor Löscher konzentriert sich in diesem Forschungsnetz auf Strategien zur Epilepsieprävention bei Hunden und Zelltransplantationen bei pharmakoresistenter Epilepsie.

Professor Löscher wurde schon wiederholt für seine Forschung an den Ursachen und der Optimierung der Behandlungsmöglichkeiten von Epilepsien mit internationalen Forschungspreisen geehrt. 2006 erhielt er den „Epilepsy Research Award for Basic Science Research“ der American Epilepsy Society (AES).

Der Preis gilt als der international wichtigste Preis, der an Wissenschaftler aus der Epilepsieforschung vergeben wird. Im Jahr 1992 erhielt er den Michael-Preis und 2001 den „Epilepsy Research Award“ der ILAE.

Zudem wird die Forschung Löschers seit einigen Jahren von den National Institutes of Health (NIH) in den USA finanziell unterstützt - ebenfalls eine absolute Ausnahme für einen deutschen Forscher.



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