Zentrum für Zoonoseforschung für die TiHo

(27.10.2008) 18 Millionen Euro zur Erforschung von Infektionskrankheiten, die zwischen Mensch und Tier übertragen werden

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK)  ist in seiner heutigen Sitzung der Empfehlung des Wissenschaftsrats gefolgt und hat sich für die Förderung eines Zentrums für Zoonoseforschung an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover ausgesprochen.

Der Wissenschaftsrat hatte in seiner Empfehlung geschrieben: „Mit dem Neubau kann ein herausragendes Kompetenzzentrum etabliert werden, das über den norddeutschen Raum hinaus deutschlandweit eine herausragende Rolle einnehmen kann.“

Die  GWK schließt sich somit der Einschätzung des Wissenschaftsrates an, dass insgesamt von sehr guten Erfolgsaussichten für neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Fortschritte am Zentrum für Zoonoseforschung ausgegangen werden kann.

Der Forschungsbau wird knapp 3.000 Quadratmeter umfassen und 18 Millionen Euro kosten. Die Finanzierung erfolgt jeweils zur Hälfte aus Landes- und Bundesmitteln. Der Baubeginn ist für 2010, der Bezug für das Jahr 2012 geplant.

Dr. Gerhard Greif, Präsident der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover sagt: „Rund zwei Drittel aller Erreger von Infektionskrankheiten des Menschen stammen aus Tieren. Die Erforschung dieser so genannten Zoonosen spielt deshalb eine große Rolle für unsere aber auch für die Gesundheit der Tiere.“

Neben Stallungen, Sterilisationsräumen, Lagerräumen, Kühlräumen, Seminarräumen und Büroräumen wird das Gebäude im Wesentlichen Labors der Sicherheitsstufe 2 beherbergen.

Zoonoseerreger

Zu den Zoonoseerregern zählen Parasiten, Bakterien, Pilze und Viren. Ihre Verbreitung erfolgt beispielsweise durch direkten Kontakt oder über kontaminierte Lebensmittel.

Die Übertragungswege vieler Erreger sind nur unzureichend bekannt oder es fehlen geeignete Mittel und Methoden zur Bekämpfung der Erreger und zur Unterbrechung der Infektionswege.

Hinzu kommt, dass durch den zunehmenden globalen Handel oder den Reiseverkehr die Verbreitung zoonotischer Erreger zunimmt. Zudem werden jährlich neue Erreger entdeckt oder bereits besiegt geglaubte Infektionen kehren wieder.

Zoonoseforschung an der TiHo

„Die Infektionsmedizin gehört zu den Forschungsschwerpunkten der TiHo“, sagt Greif „das Zentrum für Zoonoseforschung wird die bisherigen wissenschaftlichen Aktivitäten der TiHo auf diesem Gebiet hervorragend ergänzen.“

Die Forschungsarbeiten am Zoonose-Zentrum der TiHo sollen in drei Schwerpunkte unterteilt werden: Zoonosen, die über Lebensmittel übertragen werden, Zoonosen, die über Vektoren wie beispielsweise Insekten übertragen werden und neu auftretende Zoonoseerreger.

Die TiHo-Wissenschaftler werden dabei in enger Kooperation mit Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI), der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), des Niedersächsisches Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) und des Fraunhofer Instituts für Toxikologie und experimentelle Medizin zusammenarbeiten.

Besonderes wichtig für die umfassende Erforschung von Zoonoseerregern und für die Entwicklung von Bekämpfungsstrategien ist die enge Zusammenarbeit zwischen Veterinär- und Humanmedizin.

Konkret werden die Wissenschaftler im Zentrum für Zoonoseforschung die Abläufe und Infektionswege zwischen Wirten und Erregern untersuchen. Zusätzlich werden sie Risikoanalysen und Präventionsstrategien für verschiedene zoonotische Erreger erarbeiten.

Im Fokus werden dabei beispielsweise die Infektionen von Geflügel mit Campylobacter oder Salmonellen stehen. Die beiden Erreger können über Lebensmittel auf den Menschen übertragen werden und unter anderem zu Durchfallerkrankungen führen. 

www.tiho-hannover.de

 


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