Tierärztin Meike Zuther erhält Pferdeheilkunde-Preis 2005

Der Huf ist einer der wichtigsten Körperteile bei Pferden. Wenn sich im diesem Bereich eine Entzündung bildet, ist sie meist schwer zu lokalisieren, weil vor allem die Hufrolle ein kompliziertes Gebilde ist. Im Rahmen einer Studie hat die Tierärztin Dr. Meike Zuther an der Pferdeklinik der Freien Universität Berlin eine Diagnosemöglichkeit entwickelt, für die sie am Samstag, dem 18. Juni 2005, den Pferdeheilkunde-Preis erhält.

Die Preisverleihung findet im Rahmen der Berliner Fortbildungstage Pferdeheilkundeforum 2005 im Hilton-Hotel Berlin statt.

Die Erkrankung der Hufrolle, das so genannte Podotrochlose-Syndrom, ist ein Krankheitsbild, das seit über 250 Jahren bekannt ist. Die betroffenen Pferde neigen zur Lahmheit und stolpern gelegentlich.

Bislang war es schwierig, den Lahmheit verursachenden Schmerz in der komplexen Struktur der Hufrolle zu ermitteln.

Um den Entzündungsherd zu finden und so eine gezielte lokale Behandlung einleiten zu können, haben die Tierärzte lange vor allem diagnostische Anästhesien durchgeführt, d.h. die Gliedmaße werden von unten nach oben schrittweise betäubt bis das Pferd lahmfrei ist.

In der zuletzt betäubten Region liegt die Ursache des Schmerzes. Die haben sich jedoch als ungenau herausgestellt, da sich das Lokalanästhetikum in die umliegenden Bereiche ver-teilt und somit den Schmerz gleich an mehreren Stellen betäubt.

Die Diagnosetechnik, die die Pferdespezialisten an der Freien Universität Berlin anwenden, ist einfach und birgt kaum Risiken: Nach der Leitungsanästhesie, durch die das erkrankte Gebiet vorab eingegrenzt werden kann, messen die Tierärzte den Flüssigkeitsdruck im Gelenk. In jedem Gelenk befindet sich Flüssigkeit, die bei Entzündungen zunehmen kann, vor allem durch Entzündungszellen im Hufgelenk und gleichzeitig im Hufrollenschleimbeutel.

Die Druckmessung im Bereich des Hufgelenks gibt es schon länger. Neu ist die kombinierte Druckmessung, die wir durchführen. So können wir genau bestimmen, ob das Pferd wegen einer Entzündung des Hufgelenkes oder des Schleimbeutels lahmt, erklärt die Preisträgerin Meike Zuther.

Mit einer Kanüle, die über eine sterile Schlauchverbindung mit dem Druckmessgerät verbunden ist, werden das Gelenk und der Schleimbeutel punktiert. Ist der Druck dort erhöht, schrauben die Veterinäre die Schlauchverbindung ab. Über die Kanüle, die sich noch im Gelenk befindet, kann die Entzündung dann lokal behandelt werden.

Meike Zuther, 1974 in Kiel geboren, studierte von 1996 bis 2002 Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin. Im Rahmen ihrer Promotion hat sie von 2002 bis 2004 die Differenzierung des Podotrochlose-Syndroms mit Hilfe von diagnostischen Anästhesien und der Druckmessung im Hufgelenk und im Schleimbeutel der tiefen Beugesehne (Bursa podotrochlearis) untersucht. Seit Oktober 2004 arbeitet sie als Tierärztin in Schleswig-Holstein.

Die FU-Pferdeklinik führt die Podotrochlose-Diagnostik unter der Leitung ihres Direktors, Prof. Dr. Bodo-Wolfhard Hertsch, durch.

Interessierte Pferdebesitzer und -züchter wenden sich bitte an: Klinik für Pferde, Allgemeine Chirurgie und Radiologie der Freien Universität Berlin, Oertzenweg 19b, 14163 Berlin-Düppel, Tel.: 030/838-62300, E-Mail: Pferdeklinik@vetmed.fu-berlin.de

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