Auswilderung junger Habichtskäuze

(13.08.2014) Dieser Tage werden im Biosphärenpark Wienerwald und im Wildnisgebiet Dürrenstein in Niederösterreich junge Habichtskäuze in die Freiheit entlassen. Die Eulenart galt in Österreich bereits als ausgestorben.

Seit 2009 läuft das Wiederansiedelungsprojekt der Habichtskäuze unter der Leitung des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Vienna. Vom Abenteuer der Wiederansiedelung erzählt nun auch das Kinderbuch „Annas Weg in die Freiheit“.


Hermine Hackl, Ulli Sima, Stephan Pernkopf und Richard Zink mit zwei jungen Habichtskäuzen

Jahrzehntelang galt der Habichtskauz in Österreich als ausgestorben. Nun erobern die Käuze dank der Umsetzung eines Wiederansiedelungsprojektes unter der Leitung des Ornithologen Richard Zink von der Vetmeduni Vienna ihre Lebensräume in Wien und Niederösterreich zurück. Im Sommer 2014 werden 32 junge Käuze ihr neues Leben im Wald starten.

Eine österreichische Erfolgsgeschichte

Die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima und der niederösterreichische Landesrat Stephan Pernkopf freuen sich über den Erfolg des Projekts. Wien und Niederösterreich sind Förderer des Wiederansiedelungsprojekts.

„Die Habichtskäuze finden in unseren Wäldern wieder gute Überlebensbedingungen und siedeln sich, nach mehr als 100 Jahren, in der Peripherie der Metropole Wien wieder an. Auch im Jahr 2014 werden an zwei Plätzen in Wien wieder Käuze in die Freiheit entlassen“, freut sich Sima.

Das Land Niederösterreich fördert das Projekt und damit den Aufbau einer sich selbst erhaltenden Habichtskauz-Population und einen Lückenschluss zwischen den Vorkommen der Eulen südlich und nördlich Österreichs.

Seit 2009 werden dafür junge Käuze in die Freiheit entlassen. „Dieses Jahr wurden in Niederösterreich 18 Jungvögel erfolgreich im Freiland ausgebrütet und aufgezogen. Das sind gut 90 Prozent aller Habichtskauz-Bruten in Österreich. Das Ergebnis unterstreicht die Bedeutung naturnaher Wälder und Schutzgebiete in Niederösterreich“, so Pernkopf.

Die Freilassung der jungen Habichtskäuze erfolgt nach einer langjährig erprobten Methode: Die Jungtiere übersiedeln mit Elterntieren in Volieren an die Freilassungsstandorte. Im Spätsommer werden die Käfige unterteilt: Während die Jungtiere aus einer Hälfte in ihre neue Heimat fliegen dürfen, bleiben die Elterntiere noch einige Zeit in der Voliere, um die Ortstreue der Jungen zu festigen.

Wissen vermitteln

Biosphärenpark Direktorin Hermine Hackl betont: „Damit der Habichtskauz langfristig wieder Fuß fassen kann, ist nicht nur die laufende Erfolgskontrolle der Projektfortschritte wichtig. Die Bevölkerung zu informieren, spielt auch eine maßgebliche Rolle.“

Neben zahlreichen Vorträgen und Infoständen auf Veranstaltungen gibt es nun auch ein Kinderbuch, das die spannende Geschichte der Habichtskäuze erzählt. „Es ist uns ein Anliegen möglichst umfassend über das Wiederansiedlungsprojekt zu informieren.

Die Einbindung der Kinder ist unser primäres Ziel, denn sie sind es, die als nächste Generation von Biodiversität im Lebensraum Wald und damit von unseren Bemühungen profitieren sollen“, erklärt Richard Zink die Beweggründe für das Entstehen des Kinderbuches.

Ausblick auf den Sommer

Das Buch ‚Annas Weg in die Freiheit‘ erzählt die Geschichte der Habichtskauz-Dame Anna, von ihrer Geburt im Zoo bis zum ersten Jahr in den Weiten der Wälder. Theresa Walter und Richard Zink beschreiben anhand von Text und Aquarellen, wie die jungen Käuze auf ihre Freilassung vorbereitet werden.



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