„BIOS Science Austria“ Boku, Vetmed, Lebensministerium und Co. bilden einzigartigen Verbund

(01.12.2011) Mit „BIOS Science Austria“ entsteht ein österreichischer Verbund, der nahezu 100 Prozent der agrarischen Forschung abdeckt.

An diesem wichtigen strategischen Projekt nehmen mit der Universität für Bodenkultur Wien, der Veterinärmedizinischen Universität Wien, dem Lebensministerium und nahen Einrichtungen wie der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und dem Umweltbundesamt vorrangige Institutionen der heimischen Life Science Szene teil.

BOKU-Rektor Martin Gerzabek, Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich und Vetmed-Rektorin Sonja Hammerschmid
BOKU-Rektor Martin Gerzabek, Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich und Vetmed-Rektorin Sonja Hammerschmid

Präsentiert wurde dieses zukunftsträchtige Bündnis heute von Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich, der Vetmeduni Vienna-Rektorin Sonja Hammerschmid und Boku Wien-Rektor Martin Gerzabek gemeinsam bei einem Pressegespräch in der Bundeshauptstadt.

Bestehende Ressourcen gemeinsam effizienter nutzen

„Ziel des Vereins „BIOS Science Austria“ ist die bestmögliche Abstimmung von Forschung, Lehre und Dienstleistungsangebot. Auch erleichtert BIOS bei komplexen Fragestellungen wie etwa Lebensmittelsicherheit bzw. -qualität die Zusammenarbeit von Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen“, betont Landwirtschaftsminister Berlakovich.

BOKU-Rektor Martin Gerzabek, Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich und Vetmed-Rektorin Sonja Hammerschmid

„Es wird ein starkes Bündnis der heimischen Agrarforschung geschaffen, das sich im internationalen Umfeld schlagkräftig positionieren kann. Aber nicht nur das Netzwerk wird verstärkt, sondern es werden auch bestehende Ressourcen, wie etwa Versuchsanlagen, gemeinsam und somit effizienter genutzt.

Das hohe Niveau der heimischen Agrarforschung soll damit ausgebaut werden und das trotz geringerer Kosten“, so Berlakovich.

Bündelung der Kräfte für globale Herausforderungen

„Je besser wir uns bei Forschungsprojekten vernetzen, desto größer sind unsere Chancen bei kompetitiven Einreichungen. Ich freue mich sehr über die Bereitschaft, Forschungsthemen gemeinsam voranzutreiben“, erklärt Vetmeduni Vienna-Rektorin Hammerschmid.

BOKU-Rektor Martin Gerzabek, Landwirtschafts- und Umweltminister Nikolaus Berlakovich und Vetmed-Rektorin Sonja Hammerschmid

„Globale Herausforderungen wie Klimawandel, Ernährungssicherung, Wasser und Naturgefahren benötigen eine Bündelung der Kräfte. ‚BIOS Science Austria’ ist dazu ein strategischer Meilenstein“, zeigt sich BOKU-Rektor Martin Gerzabek überzeugt. Der Fokus wird dabei primär auf Agrarwissenschaft, Tiergesundheit und Umwelt gerichtet.

Detaillierte Informationen:

Kernmitglieder des Vereins sind die BOKU, die Vetmeduni Vienna und das Lebensministerium mit den Institutionen, die im Eigentum des Bundes stehen und an denen das Lebensministerium Eigentümerrechte ausübt - wie etwa die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährung (AGES), das Bundesausbildungs- und Forschungszentrum für Wald, Landschaft und Naturgefahren oder das Umweltbundesamt.

BOKU, Vetmeduni Vienna und das Lebensministerium decken allein schon gemeinsam weit über 90% der österreichischen Forschungsleistung im Bereich Agrarwissenschaften ab. Je nach Thema können assoziierte Partner dazukommen, möglich sind auch fördernde Mitglieder.

Mehrwert für alle

Bei der Zielsetzung sind sich die Mitglieder von BIOS Science Austria einig: Es gilt, Ressourcen zu bündeln, Doppelgleisigkeiten bei Themen minimal zu halten, und die vorhandene Infrastruktur wie Versuchsanlagen, Glashäuser oder Geräte gemeinsam zu nutzen.

Einigkeit besteht auch darin, dass es nicht primär darum geht Kosten zu sparen, sondern Mehrwert zu schaffen und mehr mit den eingesetzten Ressourcen zu erreichen.

Letztlich geht es auch um den Stellenwert der österreichischen angewandten Lebenswissenschaften in der internationalen Forschungslandschaft: Die Expertisen werden gebündelt und haben gemeinsam bessere Chancen: so können etwa bei EU-Ausschreibungen Pakete geschnürt werden und der Verein BIOS Science Austria als ein österreichischer Partner auftreten.

Unglaubliche Themenvielfalt

An Themen, die gemeinsam bearbeitet werden können, mangelt es BIOS Science Austria nicht. Als Querschnittsmaterie (fast) aller Kernmitglieder bieten sich die Agrarwissenschaften, von der traditionellen Landwirtschaft über Lebensmittel, Tiergesundheit und (Tier-)Ernährung bis hin zu Wasser und Bodenforschung an.

Potential bieten die Fachgebiete der Partner, wie z.B. Ökosystemforschung als Thema des Umweltbundesamtes, oder Tierseuchen als Gemeinschaftsmaterie von AGES und Veterinärmedizinischer Universität Wien.

Unbürokratische Zusammenarbeit

Die Vereinsform wurde gewählt, um allen PartnerInnen, die teils privatrechtlich, teils öffentlich-rechtlich organisiert sind, auf korrekter Basis die Mitgliedschaft zu ermöglichen. Insgesamt soll das Netzwerk offen sein: Ideen können mit gleicher Berechtigung aus den Organisationen an BIOS Science Austria herangetragen werden.

Kooperation statt Konkurrenz

Die Bereitschaft der Mitglieder, den bestmöglichen Beitrag zur Kooperation zu leisten, ist groß. Der Verein bietet auf allen Ebenen den gemeinsamen Rahmen für die Vernetzung signifikanter Teile der österreichischen angewandten Life Sciences mit Fokus auf Agrarwissenschaft, Tiergesundheit und Umwelt.

Das führt zu einer Stärkung in allen Bereichen, von der Grundlagenforschung über die anwendungsorientierte Forschung bis hin zur Umsetzung.



Weitere Meldungen

Vetmeduni Vienna

STAT5 Transkriptionsfaktoren wirken sich im braunen Fett positiv gegen die Fettleibigkeit aus

Es klingt paradox und es erinnert an Star Wars: Braunes Fett wirkt gegen weißes Fett. Konkret ist das sogenannte braune Fettgewebe ein möglicher Ansatzpunkt im Kampf gegen Übergewicht
Weiterlesen

P. plecoglossicidia Biofilm (grüne Färbung durch Syto®9 - lebende Bakterien, rote Färbung durch Propidiumiodid - tote Bakterien); Bildquelle: Eva M. Wagner/Vetmeduni Vienna

Biofilme – eine unsichtbare Gefahr für die Lebensmittelsicherheit

Biofilme sind potentielle Kontaminationsquellen in der Lebensmittelindustrie. Wo sie sich verstecken und welche Bakterien darin zu finden sind, untersuchte eine aktuelle Studie der Vetmeduni Vienna im Rahmen des FFoQSI-Kompetenzzentrums
Weiterlesen

Bulle (Weißblauer Belgier); Bildquelle: P. Van den Bossche

Adaptive Architektur – ein neues Konzept zum Verständnis von Anpassungsprozessen

Viele Merkmale in der Tier- und Pflanzenzucht sind durch viele Gene kodiert, wie genomweite Assoziationsstudien (GWAS) gezeigt haben
Weiterlesen

Siebenschläfer (Glis glis); Bildquelle: Claudia Bieber/Vetmeduni Vienna

Einsame Einzelgänger – warum Siebenschläfer nicht so kuschelig sind, wie sie aussehen

Tiere kommen aus verschiedenen Gründen in Gruppen zusammen, z. B. aus Gründen der räumlichen Ressourcenverteilung, der sexuellen Selektion und der Paarungsmöglichkeiten oder um das individuelle Risiko, gefressen zu werden, zu senken
Weiterlesen

Ovitrap; Bildquelle: Hans-Peter Führer/Vetmeduni Vienna

Asiatische Tigermücke und Japanische Buschmücke: gefährliche neue Stechmücken werden in Tirol heimisch

In Österreich sind rund 50 Stechmückenarten bekannt – und es kommen neue potenziell invasive Arten hinzu, wie eine soeben präsentierte Studie der Vetmeduni Vienna zeigt
Weiterlesen

Dromedare in Indien; Bildquelle: Pamela Burger/Vetmeduni Vienna

Genom von Haus- und Nutztieren: Was Kamele so besonders macht

Bei der Domestizierung von Kamelen wurde ein Sonderweg beschritten: Wie die meisten anderen Haus- und Nutztierarten wurden zwar auch die Kamele der Alten Welt in Richtung Zahmheit gezüchtet
Weiterlesen

Skelett eines Mausfetus; Bildquelle: Vetmeduni Vienna

Verbesserte Methode zur Darstellung von Knorpel und Knochen in Wirbeltierembryonen und -feten

Durch den Einsatz eines neuen Kontrastmittels und eines Mehrfachenergieverfahrens erzielen ForscherInnen der Vetmeduni Vienna einen Quantensprung in der Bildgebung
Weiterlesen

Testphase 1/Vortest (Straßenhunde in Marokko); Bildquelle: Giulia Cimarelli

Anders als Wölfe: Hunde sind in den Menschen vernarrt

Hunde sind der „beste Freund des Menschen“. Eine aktuelle Studie des Domestikation Labs der Vetmeduni Vienna erbrachte nun den Nachweis, dass die Domestizierung dafür verantwortlich ist
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen