BVDV - eine (un)heimliche Rinderseuche

(26.04.2006) Gemeinsames Symposium der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) vom 22. bis 23. Juni 2006 an der Veterinärmedizinische Universität Wien.

BVDV/MD (Bovine Virus Diarrhoe/Mucosal Disease) ist für die Landwirtschaft von großer Bedeutung.

Die jährlichen wirtschaftlichen Verluste durch diese Rinderseuche werden auf bis zu  € 25.- pro Geburt und weltweit auf mehr als zwei Milliarden Euro geschätzt. Das Virus ist weit verbreitet, im Durchschnitt ist jedes hundertste neugeborene Kalb persistent infiziert, jedes zweite Rind infiziert sich im Laufe seines Lebens mit BVDV. Oft verläuft die Infektion ohne deutliche Erscheinungen.

In offenkundigen Fällen werden Erkrankungen der Atmungs- und Verdauungsorgane und Fruchtbarkeitsstörungen beobachtet (Durchfall, Grippe, Umrindern, Verwerfen, Missbildungen, erhöhte Kälbersterblichkeit und Kümmern). Schwere Verlaufsformen führen überdies zu hoher Sterblichkeit (Erosionen der Schleimhäute im Verdauungstrakt, unstillbarer Durchfall).

Das spezielle Problem bei BVDV ist, dass sich das Virus bei einer Infektion trächtiger Tiere in Embryonen und Feten heimlich festsetzt. Auf Grund der in diesem Entwicklungsstadium noch fehlenden Immunabwehr wird es nicht attackiert. Bei der Entwicklung des Immunsystems werden die dann schon vorhandenen BVD-Viren nicht mehr als fremd erkannt, mit der unheimlichen Folge, dass diese Individuen Zeit ihres Lebens keine Antikörper gegen BVDV bilden können. Persistent infizierte Tiere, die mit der Virusbelastung geboren werden, sind eine anhaltende Infektionsquelle für andere Tiere und haben außerdem ein hohes Risiko, später auch an dieser Infektion zu sterben.

In vielen Ländern wurden oder werden Bekämpfungsstrategien initiiert. Eine vollständige landesweite Eradikation ist bislang nicht gelungen. Neue Ansätze zur populationsweiten Diagnose aller neugeborenen Kälber durch Gewinnung und Analyse von Ohrstanzproben scheinen viel versprechend. In Modellprojekten in Österreich und Südtirol wurden bereits von über hunderttausend Kälbern solche Analysen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen während des Symposiums erstmals gemeinsam vorgestellt, diskutiert und bewertet werden.

Ziel des Symposiums ist es, der interessierten Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträgern hoch qualifizierte Informationen zum Thema BVDV zur Verfügung zu stellen und Probleme und Lösungsvorschläge bei der Bekämpfung dieser Rinderseuche aufzuzeigen und zu diskutieren.

Programm des Symposiums

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