Dr. Bianca Patan erhält Preis für tierversuchsfreie Forschung

(26.03.2009) Dr. Bianca Patan, Assistentin an der Klinik für Pferde/Abteilung für Großtierchirurgie und Orthopädie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, hat ein ex-vivo Modell entwickelt, mit welchem sich die physiologischen Vorgänge im Huf imitieren lassen.

Der vom „Internationalen Bund der Tierversuchsgegner“ (IBT) ausgeschriebene Preis für tierversuchsfreie Forschung in der Höhe von Euro 7.000,-- wird am 25. März 2009 an die Veterinärin Dr. Bianca Patan für die Entwicklung eines ex-vivo Modells zur Untersuchung der komplexen Pferdekrankheit Hufrehe vergeben.

„Wir haben uns für das Projekt von Frau Dr. Patan entschieden, weil das von ihr entwickelte und evaluierte Modell geeignet ist, in der Hufrehe-Forschung Tierversuche zu ersetzen, erklärt Gerda Matias, Präsidentin des „Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner“, und hofft, dass bald auch die TierpatientInnen von den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren können.

Die Hufrehe ist eine schwere, im akuten Stadium sehr schmerzhafte Erkrankung des Pferdehufs. 7 % aller Todesfälle beim Pferd sind durch Hufrehe bedingt. Dennoch weiß man über die Pathogenese – den Ablauf, die Entstehung und Entwicklung dieser Entzündungskrankheit - noch wenig, weshalb auch die therapeutischen Ansätze unbefriedigend sind.

Die Hufrehe ist somit eine große Herausforderung an die medizinische Pferdeforschung. Um die Krankheitsprozesse zu erforschen, werden aber an gesunden Pferden Experimente durchgeführt: Bei den Versuchstieren wird die Hufrehe absichtlich - etwa durch überdosierte Gaben von Nussbaumholzextrakten – ausgelöst. Diese Versuche sind für die Pferde nicht nur sehr belastend und schmerzhaft, sondern die Tiere werden dabei auch getötet.

Dr. Bianca Patan, Assistentin an der Klinik für Pferde/Abteilung für Großtierchirurgie und Orthopädie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, hat abseits der gängigen Tierversuche ein ex-vivo (außerhalb des lebenden Körpers) Modell entwickelt, mit welchem sich die physiologischen Vorgänge im Huf imitieren lassen.

Dr. med.vet. Bianca Patan
Klinik für Pferde/Abteilung für Großtierchirurgie und Orthopädie der VUW

Tel.: +43/1/250 77-5520
Fax: +43/1/250 77-5590

eMail: bianca.patan@vu-wien.ac.at

Dabei werden isolierte Extremitäten von Schlachttieren durch Perfusion mit Eigenblut bis zu 10 Stunden am Leben erhalten.

Das schon evaluierte Modell eignet sich hervorragend dafür, all jene Faktoren und Parameter, von denen angenommen wird, dass sie für die Pathogenese der Hufrehe relevant sind, zu untersuchen, indem vermutlich Hufrehe-auslösende Substanzen beigegeben und ausgewertet werden.

Der Preis für tierversuchsfreie Forschung wurde im Juni 2008 vom IBT anlässlich seines 40-jährigen Bestehens gestiftet. Die eingereichten Arbeiten wurden von einem wissenschaftlichen Gremium beurteilt.

Mit der Vergabe dieses Preises möchte der IBT jene ForscherInnen unterstützen und auch öffentlich bekannter machen, die bestrebt sind, wissenschaftliche Forschung mit modernen zukunftsorientierten Methoden und Verfahren zu betreiben, die ohne Tierleid auskommen.

www.tierversuchsgegner.at

 


Artikel kommentieren

weitere Meldungen

Clever Dog Lab Eröffnung

Neues „Clever Dog Lab“ an der Vetmeduni Vienna

Am 3. September 2012 wurden an der Vetmeduni Vienna die neuen Räumlichkeiten des „Clever Dog Lab“ feierlich eröffnet. Ein Team von Kognitionsbiologen rund um Ludwig Huber wird dort in Zukunft die kognitiven und emotionalen Fähigkeiten von Hunden und ihre Beziehung zum Menschen erforschen
Weiterlesen

Vetmeduni Vienna

Hormonbehandlung nach Fehlgeburten bei Pferden

Stuten wird nach Fehlgeburten routinemäßig der Hormonersatz Altrenogest verabreicht, um den Verlauf künftiger Trächtigkeiten positiv zu beeinflussen. Diese Behandlung wirkt, aber anders als bisher gedacht
Weiterlesen
Vizerektor Josef Ebenbichler, Rektorin Dr. Sonja Hammerschmid, Vizerektorin ao.Univ.Prof. Dr. Petra Winter, Bundesministerin Dr. Beatrix Karl, Senatsvorsitzende Univ.Prof. Dr. Anja Joachim, Universitätsratsvorsitzender Dr. Helmut Pechlaner; Bildquelle: Vetmeduni Vienna/Hammerschmid

Inauguration an der Vetmeduni Vienna

Sonja Hammerschmid und ihr Team wurden offiziell in ihr Amt eingeführt
Weiterlesen

Familienstaatssekretärin Christine Marek, Rektorin Sonja Hammerschmid und Vizerektor Josef Ebenbichler bei der Verleihung des Zertifikats berufundfamilie; Bildquelle: Familie und Beruf GmbH

Vetmeduni Vienna als erste österreichische Universität mit dem Zertifikat "berufundfamilie" ausgezeichnet

„Wenn wir als Universitäten eine gesellschaftliche Vorreiterrolle einnehmen wollen, müssen wir zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie ganz gezielt Maßnahmen ergreifen."
Weiterlesen

Kurzmeldungen

Firmennews

Neuerscheinungen