Christian Doppler Labor für Innovative Immuntherapie an der Vetmeduni Vienna

(26.07.2011) Am 20. Juli 2011 wurde das neue Christian Doppler Labor für Innovative Immuntherapie eröffnet, das bisher dritte Christian Doppler Labor an der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Unter der Leitung von O.Univ.Prof. Dr. Gottfried Brem werden in diesem Labor neue Wege für die Therapie von metastasierenden malignen Melanomen, der gefährlichsten Form von Hautkrebs, und Glioblastomen, speziellen Hirntumoren, entwickelt. 

Sowohl Melanome als auch Glioblastome sind für die moderne Medizin noch immer schwer bis gar nicht heilbare Krankheiten. In beiden Fällen stoßen die klassischen Methoden der Onkologie, operative Tumorentfernung, Bestrahlung und Chemotherapie, an ihre Grenzen. Alternative Therapieformen treten daher in den Fokus, im speziellen immuntherapeutische Ansätze.

Deren Ziel ist es – vereinfacht gesagt – dem Immunsystem mit Hilfe von zugeführten rekombinanten Antikörpern zu helfen, die Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören. Versuche, spezifische Antikörper einzusetzen, wurden bereits bei anderen Erkrankungen erfolgreich unternommen. Im Christian Doppler Labor für Innovative Immuntherapie wird nun die Basis dafür gelegt, dass eine solche Antikörper-Therapie gegen Melanome und Glioblastome beim Menschen getestet werden kann.

Der Laborleiter Gottfried Brem von der Vetmeduni Vienna hat seit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Entwicklung transgener Nutztiere, unter anderem von Kaninchen und Rindern. Von diesen wiederum können rekombinante Proteine, beispielsweise aus Blut oder Milch, gewonnen werden. Insgesamt steht dem neuen Christian Doppler Labor ein Budget von vier Millionen Euro für sieben Jahre zur Verfügung; 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden darin beschäftigt sein.

Vom passenden Modell zur optimalen Antikörpergewinnung

Die Arbeit des neuen Christian Doppler Labors lässt sich in mehrere Bereiche unterteilen: Die wichtigste Grundlage ist ein Tiermodell, das sowohl zentrale Eigenschaften des menschlichen Immunsystems trägt als auch die zu untersuchenden humanen Tumoren.

Ein solches humanisiertes Mausmodell wurde bis dato noch nicht getestet. Der gesuchte Antikörper wird mit Hilfe transgener Tiere produziert und zur Zeit aus deren Blut gewonnen. Im Christian Doppler Labor zielt man nun darauf ab, dass dieser Antikörper in der Milch produziert wird; so lässt sich dieses Protein nicht nur leichter gewinnen, die Ausbeute könnte auch wesentlich höher sein und die Reinigung wesentlich erleichtert.

Es gilt auch noch zu testen, ob der gewählte Antikörper in Form von Monomeren oder Dimeren, also jeweils als Einzel- oder Doppelmolekül, zum Einsatz kommen soll. Mit diesem Paket werden Grundlagen für die Anwendung dieser Antikörper in einer klinischen Studie gelegt.

„Mit diesem insgesamt dritten Christian Doppler Labor an der Vetmeduni Vienna generieren wir Wissen, das Unternehmen brauchen. Und mehr noch: Diese Ergebnisse können unmittelbaren gesellschaftlichen Nutzen bringen, jeder einzelne von uns könnte davon profitieren“, so Rektorin Sonja Hammerschmid anlässlich der Eröffnung.

Univ.Prof. Dr. Reinhart Kögerler, Präsident der Christian Doppler Forschungsgesellschaft, bekräftigt die Finanzierungszusage: „Es kann festgehalten werden, dass das Forschungsprogramm des CD-Labors für Innovative Immuntherapie ambitioniert und qualitativ hochwertig ist, der Laborleiter, Univ.Prof. Dr. Gottfried Brem, hoch qualifiziert ist und der Unternehmenspartner Volkspharma ernsthaftes Interesse an den Forschungsergebnissen hat.“


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