ERC Starting Grant für Friederike Range

(03.09.2012) Friederike Range, Kognitionsforscherin am Messerli Forschungsinstitut an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, wurde 2012 einer der begehrten ERC Starting Grants zuerkannt. Mit dieser Finanzierung von der EU will Range das Kooperationsverhalten von Hunden und Wölfen untereinander und mit dem Menschen erforschen.

Ein weiterer ERC Grant geht an die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna): Friederike Range, Kognitionsbiologin am Messerli Forschungsinstitut an der Vetmeduni Vienna, wurde einer der prestigeträchtigen Starting Grants des European Research Council (ERC) zuerkannt.


Dr. Friederike Range mit einem Wolf

Die damit bewilligten knapp 1,3 Millionen Euro Forschungsbudget wird Range in den kommenden fünf Jahren dazu verwenden, die Verhaltensmechanismen zu untersuchen, mit denen Hunde und Wölfe untereinander, aber auch mit dem Menschen zusammenarbeiten.

Zu engen Bindungen fähig

Wölfe sind hochsoziale Tiere, die untereinander ausgeprägte Beziehungen aufbauen. So arbeiten einzelne Tiere beispielsweise beim Jagen, bei der Verteidigung von Territorien oder bei der Aufzucht der Jungen zusammen. Hunde wiederum gehen enge Bindungen mit dem Menschen ein und kooperieren bereitwillig mit uns.

Dennoch weiß man bisher noch sehr wenig über die Mechanismen, die diese Verhaltensweisen bei Hunden und Wölfen steuern. Auch ist noch kaum bekannt, was sich in dieser Hinsicht während der Domestikation verändert hat.

Gerechtigkeitssinn und Mitgefühl

Hunde beispielsweise zeigen eine Reihe von überraschenden, erst jüngst erforschte Formen von Verhalten: „Sie scheinen über eine Art Gerechtigkeitssinn zu verfügen, der sich zeigt, wenn sie ungleiche Behandlung vermeiden.

Zudem zeigen sie in dafür speziell ausgelegten Experimenten eine einfache Form von Mitgefühl“, fasst Range den aktuellen Forschungsstand zusammen. Beide Eigenschaften sehen Forscher als wichtig dafür an, dass die Tiere Bindungen zum Menschen eingehen können.

Verhaltensmechanismen entschlüsseln

Range über Ihre Forschungspläne: „In den kommenden fünf Jahren können wir nun dank der Fördermittel des ERC mit den gemeinsam aufgezogenen und gehaltenen Wölfen und Hunden des Wolf Science Center ein neues Modellsystem für Verhaltensstudien etablieren.

Mit Hilfe dieser Tiere wollen wir die ersten umfassenden Untersuchungen zu emotional eingebetteten kognitiven Mechanismen machen, die das Kooperationsverhalten zu steuern scheinen.“ Range erwartet, mit ihrer Arbeit auch zum Verständnis der Mechanismen der Kooperation bei Primaten und auch beim Menschen beitragen zu können.



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