Langzeitstudie: Verzehr von Gentech-Mais verringert Fruchtbarkeit

(28.11.2008) Die Fruchtbarkeit von Mäusen, die mit einer gentechnisch veränderten Maissorte des US-Agromultis Monsanto gefüttert wurden, ist signifikant beeinträchtigt. Das sind die Ergebnisse einer vom österreichischen Gesundheitsministerium in Wien veröffentlichten Langzeitstudie.

Im Gegensatz zu Artgenossen, die mit herkömmlichem Mais gefüttert wurden, gebaren die Tiere weniger und schwächlichere Junge. Die Umweltorganisation Greenpeace fordert einen sofortigen Zulassungsstopp für gentechnisch veränderte Pflanzen in der EU.

"Die Diskussion um gentechnisch veränderte Lebensmittel bekommt ab heute eine neue, schreckliche Dimension. Was sich im Tierversuch abzeichnet, kann unter Umständen auch für den Menschen gelten.

Stellen Sie sich nur vor, dass Paare ihren Kinderwunsch begraben müssen, weil sie durch den Verzehr gentechnisch veränderter Lebensmittel unfruchtbar wurden", warnt Philipp Strohm, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace,  "Zudem stellt sich die Frage, ob der Hersteller der Maissorte, der Biotech-Konzern Monsanto, von der Gefahr wusste und wie es in der EU zu einer Zulassung kommen konnte", so Strohm.

Die im Auftrag des Gesundheitsministeriums von der Veterinärmedizinischen Universität Wien durchgeführte Studie "Biological effects of transgenic maize NK603xMON810 fed in long term reproduction studies in mice" wurde heute im Rahmen einer Tagung in Wien präsentiert.

Es handelt sich dabei um einen zwanzig-wöchigen Fütterungsversuch an Mäusen mit der Maissorte NK603xMON810 nach der RACB-Methode (Reproductive Assessment by Continuous Breeding). Dabei werden Elterntiere über mehrere Würfe beobachtet.

Bereits nach dem dritten Wurf  kamen signifikant weniger und schwächlichere Junge zur Welt, als bei der mit herkömmlichem Mais gefütterten Vergleichsgruppe. Die Studie ist eine der ersten Gentechnik-Langzeitstudien überhaupt.

Bei dem im Versuch  eingesetzten Gentech-Mais NK603xMON810 von Monsanto handelt es sich um eine Kreuzung zweier Arten der gentechnischen Veränderung. Die Pflanze soll einerseits gegen Unkrautvernichtungsmittel beständig sein und andererseits selbst ein Gift gegen Schädlinge produzieren.

Die zuständige EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) gab 2005 Grünes Licht für die Zulassung der Maissorte als Nahrungs-, und Futtermittel. Die EFSA kam damals zu dem Schluss, es sei "...unwahrscheinlich, dass NK603xMON810 - Mais die Gesundheit von Menschen und Tieren negativ beeinflusst..."

 


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