Herwig Grimm startet seine Messerli-Professur für Ethik in der Mensch-Tier-Beziehung

(18.10.2011) Am 15. Oktober 2011 trat Herwig Grimm, Philosoph und Experte im Bereich der angewandten Ethik, seine Professur für Ethik in der Mensch-Tier-Beziehung an der Vetmeduni Vienna an.

Herwig Grimm ; Bildquelle: Herwig Grimm
Herwig Grimm
Der Philosoph und ausgebildete Landwirt Herwig Grimm forscht schon seit seiner Studienzeit zu Themen der angewandten Tierethik und der Ethik in der Landwirtschaft.

Zentrale Gebiete seiner wissenschaftlichen Arbeit sind die Übersetzung ethischer Ansprüche in die tierhalterische Praxis und die Rückwirkungen dieses Praxisbezuges auf die Theorien und Methoden der Ethik. In diesem Zusammenhang hat Grimm eine Methode der problem- und anwendungsorientierten Tierethik entwickelt.

Auch die Beschäftigung mit anderen Gebieten wie den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften gehört für ihn „zum täglichen Brot“, wie er betont. Ethiker sollten sich seiner Ansicht nach auch auf die praktischen Bezüge und die konkreten Bedingungen der gesellschaftlichen Debatten um eine adäquate Mensch-Tier-Beziehung einlassen, dabei aber immer ihr theoretisches Fundament im Blick haben.

Das langfristige Ziel seines Engagements in der Tierethik ist es, sowohl die Tierhalter als auch die Tiere in ihren gerechtfertigten Ansprüchen besser respektieren zu können und dadurch Lagerbildungen wie beispielsweise in Fragen des Tierschutzes zu überwinden. Grimms Professur ist als Double Appointment zwischen der Vetmeduni Vienna und der Universität Wien eingerichtet.

Die Zuordnung zur Universität Wien gilt vorerst für drei Jahre.

Herwig Grimm erwarb zunächst ein Bakkalaureat in Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg, ehe er sich an der Universität Zürich schwerpunktmäßig Fragen der angewandten Ethik zuwendete.

Nachdem er sein Philosophiestudium in Salzburg mit einer Arbeit zum moralischen Status von Tieren abgeschlossen hatte, widmete er sich an der Hochschule für Philosophie in München seinem Dissertationsprojekt, in dem er sich mit Methodenfragen der angewandten Ethik und insbesondere der Tierethik beschäftigte.

Bis zu seinem nunmehrigen Wechsel an das an der Vetmeduni Vienna angesiedelte Messerli Forschungsinstitut war er sieben Jahre lang wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften (TTN) der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er sich Projekten zur Tierethik und der Ethik in der Landwirtschaft widmete.



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