Hormone in Eiern: Die richtige Dosis macht Küken stressresistenter

(17.03.2008) Belastungen von Hennen beeinflussen das Verhalten ihrer Küken. Das konnten Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Konrad Lorenz Forschungsstelle anhand von Wachteln nachweisen. 

Die Erklärung dafür haben sie in den Eiern gefunden: Die Konzentration von Sexualhormonen im Ei lässt direkte Rückschlüsse auf der Verhalten der Küken zu. 

Wurden Wachteln vor der Eiablage häufig von Menschen gestört, zum Beispiel durch längere Anwesenheit der Pfleger oder Hineingreifen in die Käfige, so hatten die Wachtelhennen, die schon bei der Aufzucht an den Menschen gewöhnt wurden, emotional stabilere Nachkommen als Hennen, die nicht an den Menschen gewöhnt waren und die daher diese Störungen stressvoller empfanden als die eingewöhnten Tiere.

Weiterführende Untersuchungen der Hormonkonzentration in den Eiern der beiden Wachtelgruppen ergaben, dass im Eidotter der weniger gestressten Tiere höhere Androgenkonzentrationen, aber geringere Progesteronkonzentrationen enthalten waren als in den Eiern von Tieren, die den Kontakt mit Menschen nicht gewohnt waren.

Die Untersucher nehmen an, dass die Muttertiere das Verhalten ihrer Nachkommen dadurch beeinflussen, dass sie unterschiedliche Mengen an diesen Hormonen ins Ei abgeben.

Vererbung abseits der Gene

Einige Eigenschaften der Nachkommen werden nicht nur über die Gene vererbt, sondern auch Umwelteinflüsse, denen die Mutter ausgesetzt ist, bestimmen über gewisse Eigenschaften der Nachkommen. Für solche Untersuchungen eignen sich Vogeleier besonders, weil nach der Eiablage keine hormonalen Signale mehr an die Nachkommen abgegeben werden.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Form der epigenetischen Vererbung, also einer Weitergabe von Eigenschaften auf die Nachkommen, die nicht auf Abweichungen in der DNA-Sequenz zurückgehen.

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