Hennen bestimmen das Selbstbewusstsein ihrer Küken

(16.03.2005) Hormone im Ei beeinflussen die Persönlichkeit  der Jungen

Ob ein Küken schneller wächst als andere, ob es sich gegen seine Geschwister besser durchsetzen kann und sich damit besser entwickelt, hängt nicht nur von den Erbanlagen der Eltern ab.

Wissenschafter der Veterinärmedizinischen Universität Wien fanden nun gemeinsam mit der Konrad Lorenz Forschungsstelle Grünau heraus, dass die Persönlichkeitsentwicklung von Küken neben den Genen vor allem von Hormonen beeinflusst wird, die die Henne schon während der Eibildung in den Dotter abgibt.

Laut neuesten Forschungsergebnissen der Wissenschafter schlüpfen aus Eiern mit mehr Testosteron wesentlich dreistere Küken, die mit Angstsituationen deutlich besser umgehen und Neuem gegenüber aufgeschlossener sind. Dagegen zeigen sich Jungtiere, die im Ei mit einer geringeren Dosis an Androgenen versorgt wurden, ängstlicher, kontaktscheu und weniger neugierig. Durch verstärkte Abgabe von Hormonen ins Ei legt die Mutter ihrem Nachwuchs zusätzliche Informationen, wie beispielsweise eine bessere Anpassung an die jeweilige Umweltsituation, gleich mit in die Wiege.

Auch Stress der Mutter - ähnlich wie bei der menschlichen Schwangerschaft - wirkt sich auf das spätere Verhalten der Jungen aus: Schlechtere Entwicklung, geringes Wachstum und gestörtes Sozialverhalten können die Folgen von mütterlichem Stress für die Nachkommen sein.

Für die Erforschung des Phänomens "pränataler Stress", sind Vögel wesentlich besser geeignet als Säugetiere, da die Entwicklung des Embryos außerhalb des Mutterleibes im Ei erfolgt, und daher leichter zu beobachten ist.
Auch hier vermuteten die Forscher Hormone als direkte Informationsüberträger, sie beeinflussen den Embryo unabhängig vom Erbgut. Eine Untersuchung auf im Eidotter vorhandene Stresshormone verlief allerdings negativ. Ein interdisziplinäres Projekt soll nun mögliche indirekte Mechanismen der Stressübertragung erforschen.

Wichtig in der Osterzeit: Der Hormongehalt von Hühnereiern ist zwar für die Entwicklung von Embryonen entscheidend, dem menschlichen Genuss steht jedoch in keinem Fall etwas im Wege.

Dr. Sophie Rettenbacher
Institut für Biochemie
Department für Naturwissenschaften

Tel: 01 25077 4114
e-mail: sophie.rettenbacher@vu-wien.ac.at

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