Isabel Hennig-Pauka ist neue Professorin für Schweinemedizin an der Vetmeduni Vienna

(30.06.2012) Die durch ihre vielfältigen Interessen schon früh interdisziplinär tätige Tierärztin ist seit ihrer Studienzeit sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der veterinärmedizinischen Praxis zu Hause.

Als Professorin an der Klinik für Schweine der Vetmeduni Vienna möchte sie ihren Beitrag zur Erforschung der Immunreaktionen des Schweines auf unterschiedliche Erreger leisten, damit in Zukunft wirksamere Impfstoffe gegen häufige Krankheiten dieser Tiergruppe entwickelt werden können.

Isabel Hennig-Pauka ; Bildquelle: Vetmeduni Vienna/Wasermann
Isabel Hennig-Pauka
„Wien und die Wiener machen es mir leicht, mich wohlzufühlen“, schwärmt Isabel Hennig-Pauka über ihren neuen Arbeitsort.

Die studierte Veterinärmedizinerin aus Hannover trat mit April 2012 ihre neue Professur und auch die damit verbundene Leitung der Klinik für Schweine der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) an.

Besonders auf dem Gebiet der Atemwegserkrankungen beim Schwein hat sie sich über die Jahre eine große internationale Reputation aufgebaut.

„Die Atemwege der Schweine sind besonders anfällig für verschiedene Krankheiten“, sagt Hennig-Pauka über ihr Spezialgebiet, „und diese Erkrankungen haben große Bedeutung für den Tierschutz, für uns Fleischkonsumenten und damit für die gesamte Wirtschaft.“

Neue Impfstoffe statt Antibiotika

Gemeinsam mit Durchfallerkrankungen gehören Krankheiten der Atemwege zu den am Häufigsten mit Antibiotika behandelten Schweinekrankheiten.

Der Einsatz von Antibiotika wird heute jedoch wegen möglicher Resistenzbildungen immer kritischer gesehen. Werden Keime resistent, wirkt das entsprechende Antibiotikum nicht mehr.

Deshalb ist nicht nur in der Tiermedizin alles willkommen, was hilft, den Einsatz von Antibiotika zu vermindern.

Hennig-Pauka forscht an der Entwicklung und Verbesserung von diagnostischen Methoden zur Erkennung von Infektionen des Atemtraktes.

Untersuchungen zu Immunreaktionen im Atemtrakt, die den Einfluss von Umwelt und Infektionserregern und das Immunsystem im Gleichgewicht halten, können langfristig die Entwicklung neuer Impfstoffe unterstützen.

Diese sollen das Immunsystem der Tiere soweit stärken, dass es alleine mit infektiösen Eindringlingen fertig wird.

Vielversprechende Kooperationen

„Diese neuen Impfstoffe zu entwickeln ist aber nur möglich, wenn wir noch besser verstehen, wie das Immunsystem eigentlich funktioniert“, wendet Hennig-Pauka ein. Hier sieht sie große Aufgaben für die Grundlagenforschung am Immunsystem des Schweins.

„An der Vetmeduni Vienna arbeiten schon jetzt eine Reihe von ausgewiesenen Expertinnen und Experten auf verwandten Fachgebieten, das ist für mich eine einzigartige Konstellation“, freut sich Hennig-Pauka über die künftigen Möglichkeiten für Zusammenarbeit.

Sie sieht sich als Bindeglied zwischen diesen Experten und der landwirtschaftlichen Praxis. Mit ihrer klinischen Expertise will sie die Grundlagenforscher dabei unterstützen, Erkenntnisse aus dem Labor auf ihre Bedeutung am Tier hin zu überprüfen.

Die tägliche Auseinandersetzung mit Krankheiten in landwirtschaftlichen Betrieben hilft ihr dabei stets, die Forschungszielsetzungen anzupassen.

Ihre Verbindung an die Tierärztliche Hochschule Hannover hält sie weitehin aufrcht, sie betreut dort weiterhin die begonnenen Projekte. „Ich bin der Vetmeduni Vienna dankbar, dass sie mir diese Flexibilität ermöglicht“, sagt Hennig-Pauka.

Von Vielfalt der Tiermedizin begeistert

Nach ihrem Abitur wollte Isabel Hennig-Pauka eigentlich Zoologie studieren, doch entschied sie sich für das Studium der Veterinärmedizin an der angesehenen Tierärztlichen Hochschule Hannover.

„Mich hat einfach die Vielseitigkeit in der Tiermedizin begeistert“, schildert Hennig-Pauka die Gründe für ihre Studienwahl. Nachdem sie das Studium abgeschlossen hatte, war es für sie schwierig, sich auf ein Fachgebiet festzulegen.

Nützlich interdisziplinär

Das änderte sich auch in der Zeit ihrer Doktorarbeit nicht, in der sie in Hannover neben ihrer Forschungsarbeit im Institut für Mikrobiologie auch eine halbe Stelle in einer Schweinepraxis und anschließend an der Schweineklinik an der Tierärztlichen Hochschule Hannover innehatte.

Der Vorteil dieses breiten Engagements stellte sich allmählich heraus: „Ich kann heute mit Landwirten, mit Tierärzten und mit Grundlagenforschern auf Augenhöhe sprechen, das erlebe ich als großen Vorteil für meine Arbeit“, sagt sie. Nach und nach wurde die Entscheidung für eine akademische Karriere für sie immer konkreter.

Im Jahr 2007 habilitierte sich Hennig-Pauka in Hannover auf dem Gebiet der Atemwegserkrankungen bei Schweinen.

Seit 2008 war sie als Wissenschaftliche Angestellte an der Klinik für kleine Klauentiere der Tierärztlichen Hochschule Hannover in klinische Forschungsprojekte eingebunden und für Bestandsuntersuchungen im Rahmen der Lehre verantwortlich.



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