Iwan Burgener neuer Professor für Interne Medizin Kleintiere der Vetmeduni Vienna

(11.08.2016) Seit 1. August 2016 ist der Schweizer Iwan Burgener neu berufener Professor der Internen Medizin Kleintiere und leitet die gleichlautende Klinische Abteilung der Vetmeduni Vienna.

Nach Leipzig in Deutschland und Utrecht in den Niederlanden ist Wien die dritte Professur für den Kleintierinternisten. Burgeners klinisches Interesse gilt besonders dem Stoffwechsel von Hunden. In seiner Forschung widmet er sich den Magen-Darm- und Lebererkrankungen.

Burgener ist Diplomate sowohl des amerikanischen als auch des europäischen Colleges, sowie deutscher Fachtierarzt für Klein- und Heimtiere.


Der Schweizer Kleintier-Internist Iwan Burgener ist nicht nur international geprüfter Fachtierarzt, sondern auch ein begeisterter und vielseitiger Wissenschafter
Die effiziente Verknüpfung der Ansprüche von Klinik, Lehre und Forschung zeichnet den neuen Professor für Interne Medizin Kleintiere der Vetmeduni Vienna, Iwan Burgener, aus. Durch die Verbindung dieser drei Bereiche steigert sich das Verständnis für Erkrankungen, was zu verbesserten Diagnosen und Behandlungen führt.

Die Ausbildung zum Veterinärmediziner im Bereich Kleintiere startete der aus dem Kanton Wallis stammende Schweizer Burgener in seiner Heimat an der Universität Bern.

Nach der Promotion im Fach Neuroimmunologie absolvierte er dort ein rotierendes Internship und ließ eine vierjährige Residency, eine internationale Fachtierarztausbildung für Innere Medizin von Kleintieren, an der Universität Bern und an der Louisiana State University in Baton Rouge, USA, folgen.

Burgener ist seitdem als Diplomate des American und European College of Veterinary Internal Medicine ein doppelt international geprüfter Fachtierarzt.

Anschließend arbeitete der Schweizer gleichzeitig für die Universität Bern als Oberarzt der Klinik für Kleintiere und an seinem PhD-Abschluss in der Gruppe für Gastroenterologie der Vetsuisse Fakultät Bern.

2011 habilitierte Burgener im Fach Interne Medizin Kleintiere zum Thema „Chronische Enteropathien von Hunden und Katzen“. Im selben Jahr wurde er als Professor für seinen Fachbereich nach Leipzig, Deutschland, berufen.

Der Schweizer übernahm damit die Leitung der damals neu geschaffenen Abteilung für Interne Medizin von Kleintieren.

2014 bot sich Burgener schließlich die Chance auf eine Professur an der renommierten Universität Utrecht, in Holland. Wie schon in Leipzig und nun auch in Wien wurde er als geeignetster Kandidat angesehen und nach seiner Zusage als Professor und Leiter der Internen Medizin Kleintiere beruf

Spezifische Biomarker für Lebererkrankungen

Aus seiner Zeit in Utrecht stammt ein für Burgener wichtiges Forschungsprojekt. Er identifizierte mit seinem Team Biomarker, spezielle biologische Parameter, die einen sensitiven Nachweis von Schädigungen der Leberzellen beim Hund ermöglichen.

„Wir fanden sogenannte microRNAs in Serumproben, also hoch-konservierte, kurze RNA-Sequenzen, die bei der Regulation von Genen eine Rolle spielen“, erklärt Burgener.

„Diese sind ein spezifischer Hinweis auf eine Erkrankung der Leber. Sie helfen also auch bei der Unterscheidung von Lebererkrankungen.“ Für den Nachweis einer bestehenden oder beginnenden Schädigung reichen schon wenige dieser Marker. Damit könnte man zukünftig schneller und effektiver mit einer gezielten Therapie reagieren.

Vom Kliniker zum klinischen Forscher

Burgener war bereits während seiner Doktorarbeit als klinischer Forscher tätig. Er untersuchte für seine Promotion steril-eitrige Meningitis-Arteriitis, eine relativ häufige Entzündung der Hirnhäute beim Hund.

Im Zuge seines PhD-Studiums erweiterte er sein Wissen unter anderem in den Bereichen Immunologie, Zellbiologie und Molekularbiologie. Als Thema analysierte Burgener welche Rolle die sogenannten Toll-like Rezeptoren bei Entzündungen des Verdauungstraktes von Hunden spielen.

„Diese Rezeptoren erkennen molekulare Muster von Krankheitserregern und sind ein Teil des angeborenen Immunsystems“, sagt Burgener.

Für den Schweizer war es wichtig, die wissenschaftlichen Hintergründe seiner klinischen Tätigkeit kennenzulernen und zu verstehen. So arbeitete er beispielsweise mit Antikörpern, Proteinnachweisen und Zellkulturen.

Neue Zellkulturmethode als Aufgabe für Wien

Sein bisheriges Wissen nutzte Burgener für die Weiterentwicklung eines caninen Zellkultursystems an seiner zweiten Station als Professor an der Universität Utrecht in Holland. „Erst in Utrecht konnten wir mehrere Schritte vorwärtskommen und Biopsien für die Zellkultur nutzbar machen.

Die Vorarbeit dazu passierte bereits in Bern, wo wir uns mit gesunden Zelllinien von Hunden befasst haben“, verrät Burgener. Das verbesserte Zellkultursystem möchte Burgener in Wien etablieren und weiterentwickeln. Den Nutzen sieht er in der wesentlich realistischeren Darstellung von Abläufen im Körper von Hunden.

Von Bern über Leipzig und Utrecht nach Wien

Die Vetmeduni Vienna ist für Burgener die dritte Station als Professor. Für Wien sprachen nicht nur die Chance auf eine neue Herausforderung oder die österreichische Abstammung seiner Frau. Eberhard Ludewig, den neuen Professor der Bildgebenden Diagnostik der Vetmeduni Vienna, kennt der Schweizer schon aus seiner Zeit in Leipzig.

Ludewig hat Burgener mit Nachdruck zu einer Bewerbung in Wien geraten und ihn auf das optimale Umfeld hingewiesen. Paula Larenza-Menzies, ebenfalls neue Professorin der klinischen Abteilung für Anästhisiologie und perioperative Intensivmedizin an der Vetmeduni Vienna, und seine unmittelbare Kollegin Nicole Luckschander-Zeller kennt Burgener seit deren Ausbildungswegen in Bern.

„Es ist gut, von Beginn an auch bekannte Gesichter oder sogar ehemalige Kolleginnen und Kollegen um sich zu haben. Das erleichtert den Einstieg in den neuen Arbeitsalltag“, meint Burgener.



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