Jane Goodall besucht die Forschungsstation Haidlhof

(01.10.2014) Die weltbekannte Schimpansenforscherin Jane Goodall besuchte am 1. Oktober 2014 im Rahmen ihres Österreich-Aufenthalts die Forschungsstation Haidlhof in Bad Vöslau (NÖ).

Sie wurde begleitet von Vizekanzler, Wissenschafts- und Forschungsminister Reinhold Mitterlehner, Landeshauptmann Erwin Pröll, Rektorin Sonja Hammerschmid, Rektor Heinz Engl und WissenschafterInnen. Am Haidlhof untersuchen ForscherInnen der Universität Wien und der Vetmeduni Vienna das soziale Verhalten von Vögeln und Freilandschweinen.   


Bürgermeister von Bad Vöslau Christoph Prinz, Professor William Tecumseh Sherman Fitch, Rektorin Sonja Hammerschmid, Landeshauptmann Erwin Pröll, Jane Goodall, Vizekanzler und Bundesminister Reinhold Mitterlehner, Rektor Heinz Engl, Professor Ludwig Huber und Professor Thomas Bugnyar

Jane Goodall revolutionierte mit ihren Entdeckungen zum Schimpansen-verhalten das Verständnis von Mensch und Tier. Sie dokumentierte zum ersten Mal, dass Tiere Werkzeuge herstellen und verwenden.

Diese Fähigkeiten schrieb man bis zu diesem Zeitpunkt nur Menschen zu. Die weltweit anerkannte Primatologin mit engen Verbindungen nach Österreich setzte mit ihrer Erkenntnis neue Maßstäbe in der Verhaltensforschung. Für die WissenschafterInnen am Haidlhof ist der Besuch von Jane Goodall eine besondere Ehre und Motivation für ihre Forschungsarbeit.

Dazu meint Goodall: „Wissenschaft ebnet den Weg für Neues. Forschungsergebnisse besitzen die Kraft, eine Gesellschaft und deren Umgang mit Tieren zu verändern. Je mehr wir über Tiere, ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse wissen, desto besser können wir sie schützen.“  Jane Goodall, die auch UN-Friedensbotschafterin ist, wurde für ihre Forschung international ausgezeichnet und ist Trägerin zahlreicher Ehrendoktorate und Preise, darunter der Konrad-Lorenz-Preis der Republik Österreich.

Verhaltensforschung in Österreich

Im Bereich der Verhaltensforschung findet Österreich internationale Aufmerksamkeit. „Durch den starken internationalen wissenschaftlichen  Austausch wird die österreichische Tradition der Verhaltensforschung  am Haidlhof auf hohem Niveau weitergeführt. Zudem ist die Anlage auch ein Beispiel für gelebte Kooperation zwischen Disziplinen und Standorten", sagt Vizekanzler und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner.

Im Rahmen der letzten Kooperationsausschreibung der Hochschulraumstrukturmittel 2013 haben die Universität Wien und die Veterinärmedizinische Universität für das Projekt „Verbesserung der Infrastruktur der Forschungsstation Haidlhof“ den Zuschlag von 1,26 Millionen Euro erhalten. Allein 2015 und 2016 werden in Summe rund 650.000 Euro in den Haidlhof investiert.

"Die Bündelung der vorhandenen Ressourcen, etwa durch die gemeinsame Nutzung der Forschungsinfrastruktur, erhöht die internationale Sichtbarkeit und Schlagkraft der beteiligten Institutionen. Daher werden wir Kooperationen zwischen Universitäten, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft weiter stärken", so der Vizekanzler.

International gefragte Forschungsstation

Die einzigartige Forschungsstation Haidlhof ist das Ergebnis einer erfolgreichen Kooperation zwischen der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Universität Wien, die sich zu einem internationalen Aushängeschild für vergleichende Verhaltensforschung entwickelt hat. WissenschafterInnen aus Europa, Amerika, Asien und Australien erforschen am Haidlhof die Intelligenz und das soziale Verhalten von Bergpapageien, Raben und seit kurzem auch jenes von Freilandschweinen.

Verhalten und Kommunikation von Vögeln im Fokus

Die inhaltliche Federführung der Forschungsaktivitäten liegt bei drei anerkannten Biologen. Die interdisziplinären Teams um Ludwig Huber (Vetmeduni Vienna, Messerli Forschungsinstitut), Thomas Bugnyar und ERC-Preisträger Tecumseh Fitch (beide Dept. Kognitionsbiologie, Universität Wien) arbeiten hauptsächlich mit Vögeln, wie etwa den neuseeländischen Bergpapageien (Keas) und den heimischen Kolkraben.

Den ForscherInnen stehen dafür weitläufige Volieren und ein Bioakustiklabor zur Verfügung. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeit stehen sozio-kognitive Fähigkeiten der Vögel. Die WissenschafterInnen untersuchen, wie Vögel voneinander lernen, Probleme lösen, wie sie kooperieren und kommunizieren.

Neues Projekt mit Freilandschweinen

Seit kurzem widmen sich die ForscherInnen auch dem Verhalten von Hausschweinen, die als sehr soziale Tiere gelten. Dazu wurde mit Hilfe der schweizerischen Messerli-Stiftung ein Freilandgehege für rund 30 Kune Kune Schweine errichtet.

Erforscht werden neben den sozio-kognitiven Fähigkeiten auch das Wohlbefinden und die Stressbelastung der Schweine. Ob Vögel oder Schweine - die Erkenntnisse, die an der Forschungsstation Haidlhof gewonnen werden, tragen alle zu einem besseren Verständnis der Tiere bei.

Sie liefern einen wichtigen Beitrag zu einem wissenschaftsbasierten Tierschutz. Am Haidlhof wird besonderer Wert auf das Tierwohl gelegt. Kein Tier wird zu einem Test gezwungen, sie machen freiwillig mit. Trainiert werden sie mittels positiver Verstärkung.




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