Kahle Igel erfolgreich an der VUW therapiert

Vor knapp zwei Wochen wurden vier teilweise stachellose Igel aus einem Innsbrucker Tierheim zur Abklärung der Ursachen des Phänomens an die Veterinärmedizinische Universität Wien verbracht. Die Tiere wurden eingehend untersucht und erfolgreich therapiert : die Stacheln beginnen bereits wieder nachzuwachsen.

Die teilweise stachellosen Igel aus Tirol wurden kurz nach ihrer Einlieferung untersucht und wiesen – eben ausgenommen von ihrer teilweisen Stachellosigkeit – keine anderen Krankheitssymptome auf. Die Tiere (drei männliche, ein weiblicher Igel) waren gut genährt, wogen zwischen 500 und 1000 g und zeigten normales Verhalten. Einer der Patienten litt an einem lokalen, scharf abgegrenzten Stachelausfall, bei den anderen war der Defekt diffus verteilt. Bei allen Tieren war eine Schuppenbildung zu beobachten, aber kein Juckreiz feststellbar.

Die Untersuchungen Der behandelnde Arzt, Dr. Frank Künzel: "Bei einem derartigen Krankheitsbild kommen mehrere Ursachen in Frage. Prinzipiell muss man an Ektoparasiten (Milben), Hautpilzbefall und an Mangelerscheinungen denken. Wir haben die Igel daher von diversen Parasiten befreit, eine Hautbiopsie sowie eine Pilzkultur angefertigt und diverse Blutparameter untersucht, jedoch keine wesentlichen Veränderungen feststellt".

Die Verdachtsdiagnose lautet dennoch auf unzureichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Denn nachdem die Tiere seit ihrer Einlieferung entsprechend behandelt und auch über eine optimierte Nahrung mit diesen Stoffen versorgt worden sind, konnten bei einem Tier bereits jetzt nachwachsende Stacheln beobachtet werden. Dr. Künzel: "Ich gehe davon aus, dass auch die Bestachelung der anderen Igel wieder nachwachsen wird, dann können wir die kleinen Patienten wieder nach Hause schicken und somit in die Freiheit entlassen."

Igel-Biologie:
Igel sind einzeln lebende Insektenfresser, die in der Dämmerung bzw. Nacht aktiv werden. Sie sind ortstreu und halten einen Winterschlaf (Okt – März/April). Gesunde Tiere tragen ca. 8000 Stacheln an ihrer Körperoberfläche. Wenn Igel als Patienten in der Veterinärmedizinischen Praxis vorgestellt werden, so handelt es sich meist um Endo- und/oder Ektoparasitenbefall, Frakturen der langen Röhrenknochen (Autounfälle)
oder um Vergiftungen. Im Spätherbst werden zusätzlich oft untergewichtige Igel vorgestellt.

Weitere Informationen erhalten Sie gerne bei:
 
Dr. Frank Künzel
Klinik für Interne Medizin und Seuchenlehre
Tel: 01-25077- 5137
eMail: frank.kuenzel@vu-wien.ac.at

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