Interaktives, multimediales Lernprogramm zur Fleischuntersuchung beim Schwein

(29.09.2012) Von Dr. Peter Hofbauer und Dr. Dagmar Suppin, MA - Vetmeduni Vienna - Department für Nutztiere und öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin

An der Vetmeduni Vienna, im Department für Nutztiere und öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin wurde ein multimediales Lernprogramm zum Thema Fleischuntersuchung beim Schwein erstellt.

Es gliedert sich folgendermaßen (siehe Abbildung 1):

  • Allgemeine Bemerkungen
  • Untersuchung des Geschlinges - farbiges Bildmaterial mit Text (Beispiel: siehe Abbildung 2)
  • Untersuchung des Geschlinges - vertontes Filmmaterial zur zusätzlichen Darstellung des fließenden Ablaufes (Beispiel: siehe Abbildung 3)
  • Ausgewählte pathoanatomische Veränderungen des Geschlinges – farbiges Bildmaterial mit Text
  • Untersuchung des Schlachtkörpers – farbiges Bildmaterial mit Text (Beispiel: siehe Abbildung 4)
  • Fragen zur Selbstkontrolle - interaktive Suchbilder mit elektronischem Feedback (Beispiel: siehe Abbildung 5)

Da die Untersuchung an ausgewähltem schlachtfrischem Material demonstriert wird, entspricht das Erscheinungsbild demjenigen, mit dem der Praktiker/die Praktikerin konfrontiert wird.


Abbildung 1: Gliederung Lernprogramm zur Fleischuntersuchung Schwein

Bei der dargestellten Untersuchungstechnik wird sowohl auf rechtliche Vorschriften als auch auf hygienische Aspekte (z.B. Reihenfolge der Untersuchung) Rücksicht genommen.

Ebenso wird großer Wert auf praktische Durchführbarkeit gelegt (z.B. dienen Hinweise zur Handhaltung bzw. Messerführung während der Untersuchung einerseits dem Erzielen aussagekräftiger Ergebnisse, andererseits dem Vermeiden von unnötiger Gewebszerstörung und Selbstverletzung).


Abbildung 2: Farbiges Bildmaterial mit Text im Lernprogramm zur Fleischuntersuchung Schwein

Untersuchungsrelevante Details (z.B. Lymphknoten) sind eindeutig durch visuelle Marken (gelbe und weiße Pfeile) gekennzeichnet. Mehrere Videos mit erklärendem Sprecherton kommen zum Einsatz, um komplexere Inhalte (z. B. Untersuchungstechnik des Herzens) zu erklären.

Das eigens für das Lernprogramm erstellte Bild- und Filmmaterial ist abwechslungsreich, folgt aber einem gemeinsamen Stil. Es wurde darauf geachtet, dass die Perspektive der Abbildung dem Lernziel und dem Standort des/der Praktizierenden entspricht.

Generell finden sich keine überflüssigen oder unnötig komplexen Details in den Bildern. Die Bildschirmseiten im Lernprogramm sind übersichtlich gestaltet.


Abbildung 3: Vertontes Filmmaterial zur zusätzlichen Darstellung im Lernprogramm zur Fleischuntersuchung Schwein

Das Verhältnis der Visualisierung und des Textes ist ausgewogen. Das Prinzip "1 Bildschirmseite = 1 Gedanke" ist eingehalten.

Die Lerninhalte orientieren sich an dem elementaren Lernziel. Fachbegriffe sind sinnvoll, ausdrucksstark und werden erklärt. Kernbegriffe sind hervorgehoben.

Die Regeln für Bildschirmtexte werden befolgt: kurze, einfache und folgerichtige Sätze und wenig Adjektive. Die Visualisierungen passen in den jeweiligen Sinnzusammenhang und unterstützen die Vermittlung der Lerninhalte.

Die Beschreibung der Visualisierung ermöglicht dem/der Lerner/in eine reale Vorstellung derselben. Weiters wurden abwechslungsreiche Hotspot-Aufgabentypen eingesetzt, die dem zu erfragenden Lerninhalt entsprechen und den Studierenden als Selbsttest zur Verfügung stehen.


Abbildung 4: farbiges Bildmaterial mit Text im Lernprogramm zur Fleischuntersuchung Schwein

Das multimediale Lernprogramm verbessert die individuelle Vermittlung der Lerninhalte, da es den richtigen Ablauf der Fleischuntersuchung beim Schwein darstellt und durch die anschauliche Gestaltung das Interesse der Studierenden verstärkt. Im Lernprogramm wurde eine Kombination aus Fremdsteuerung und Selbststeuerung gewählt.

Bei der Fremdsteuerung führt die fest vorgeschriebene Navigation durch das Lernprogramm. Mit dieser Form soll hauptsächlich Orientierungswissen vermittelt werden.

Die Selbststeuerung kommt vor allem bei den Hotspot-Übungen des Lernprogramms zur Anwendung, wobei Wissen aktiv angewendet wird. Mit der Kombination aus Fremdsteuerung und Selbststeuerung wird dem/der Lernenden eine gewisse Navigation empfohlen, er/sie kann sich jedoch alternativ für einen anderen Lernweg entscheiden.

Das ist besonders dann sinnvoll, wenn der/die Studierende nur bestimmte Lerninhalte wiederholen möchte.

Erfahrungen bei der Anwendung im Unterricht

Das Lernprogramm wird bereits sowohl zur Vor- als auch zur Nachbereitung der Präsenzveranstaltung im Rahmen der Übungen aus Fleischuntersuchung eingesetzt.

Durch mittels Vorbereitung erworbene praktische Grundkenntnisse können die Studierenden aktiver an der Präsenzveranstaltung mitwirken, fachlich relevante Details können effizienter vermittelt werden.


Abbildung 5: interaktive Suchbilder mit elektronischem Feedback im Lernprogramm zur Fleischuntersuchung Schwein

Im Rahmen der Nachbereitung können die in der Präsenzveranstaltung vermittelten Lehrinhalte (z. B. praktische Abläufe, anatomische Details wie die Lage des Zwerchfellpfeilers) durch das einprägsame Bild- und Filmmaterial in geeigneter Weise wiederholt werden, was auch hinsichtlich Prüfungsvorbereitung sowie zur Wissensauffrischung vor dem Schlachthofpraktikum zweckdienlich ist.

Vor allem angesichts der aus didaktischer Sicht problematischen Situation in Schlachtbetrieben (Geräuschpegel, Platzmangel, limitierte Zeit,…) ist das vorliegende Unterrichtsmaterial zur effizienteren Nutzung der dort stattfindenden Lehreinheiten sowie zur Sicherung des Erreichens der Lehrziele sehr hilfreich.

http://vetucation.vu-wien.ac.at



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