Vetmeduni Vienna eröffnet Außenstelle der Österreichischen Vogelwarte in Niederösterreich

(08.11.2015) Die Außenstelle der Österreichischen Vogelwarte wurde am 5. November 2015 in Seebarn am Wagram feierlich eröffnet.

Erst seit dem Frühjahr 2015 besitzt Österreich eine Vogelwarte, deren Hauptsitz am Wiener Wilhelminenberg im Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Vetmeduni Vienna beheimatet ist.

Die feierliche Eröffnung der Außenstelle erfolgte im Beisein von Landeshauptmann Erwin Pröll, Rektorin Sonja Hammerschmid, Vogelwarte-Leiter Leonida Fusani, Departmentsprecher Walter Arnold und Bürgermeister Alfred Riedl sowie zahlreichen Gästen aus Wissenschaft, Forschung und Politik.


V.l.n.r.: Bürgermeister von Grafenwörth Alfred Riedl, Rektorin Sonja Hammerschmid, Departmentsprecher Walter Arnold, Leiter der Vogelwarte Leonida Fusani (alle drei Vetmeduni Vienna), Landeshauptmann von Niederösterreich Erwin Pröll, Vizerektor für Forschung der Vetmeduni Vienna Otto Doblhoff-Dier, Ministerialrat Christian Smoliner

Seit Frühjahr 2015 verfügt Österreich erstmals über eine eigene Vogelwarte, wie sie andere europäische Länder schon länger haben. Zentrale Aufgabe der Vogelwarte ist es, die Beringungen von Zugvögeln auf nationaler Ebene zu koordinieren und Fundmeldungen durch internationalen Datenaustausch ab zu sichern.

Durch die Einbindung in eine europäische Zentraldatenbank können so die Flugrouten von Zugvögeln überwacht werden. Seit September 2015 ist die ornithologische Einrichtung deshalb auch Mitglied des European Union for Bird Ringing (EURING).

Bisher wurden Datenerhebungen über Wanderungen der Vögel in Österreich von der schwäbischen Vogelwarte in Radolfzell am Bodensee abgedeckt.

„Unser Beringungsprogramm soll neue Daten über Zugvögel, ihre Wanderungen und Nistplätze liefern“, erklärt Fusani, Leiter der österreichischen Vogelwarte. „Am Standort in Seebarn werden wir auch neueste Forschungsergebnisse für die interessierte Bevölkerung aufbereiten. Das Beringen der Vögel wird gemeinsam mit freiwilligen Helferinnen und Helfern übernommen.“

Außenstelle für Forschung und Weiterbildung in Niederösterreich

Die Außenstelle in Seebarn am Wagram in der niederösterreichischen Gemeinde Grafenwörth dient somit sowohl der Öffentlichkeitsarbeit als auch der Schulung freiwilliger HelferInnen. Die Außenstelle ist im ehemaligen Schulgebäude von Seebarn untergebracht.

„Der Wissenschaftsstandort Niederösterreich ist nun um eine Forschungseinrichtung reicher. Wir sind stolz, dieser wichtigen und innovativen ornithologischen Forschungsstelle ein Zuhause in unserem Bundesland geben zu können“, so Erwin Pröll, Landeshauptmann von Niederösterreich.

„Mit Hilfe des Landes Niederösterreich konnten die Räumlichkeiten, die uns die Marktgemeinde Grafenwörth zur Verfügung gestellt hat, optimal adaptiert werden. Die Außenstelle ist für ihre Aufgaben bestens gerüstet“ lobt Rektorin Hammerschmid die Kooperation zwischen dem Land Niederösterreich, der Gemeinde und der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Ornithologie an der Vetmeduni Vienna

Seit September 2014 ist Fusani an der Vetmeduni Vienna als Professor für Physiologie mit Schwerpunkt Ornithologie tätig. Seine Professur wird als Double Appointment mit der Universität Wien geführt.

Die Physiologie und die evolutionsbiologischen Ursprünge des Verhaltens der Vögel stehen im Zentrum seiner Forschung am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung.

Dabei verbindet Fusani Erkenntnisse aus der klassischen Verhaltensforschung mit jenen aus der Hormonforschung und den Neurowissenschaften. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung zum Pianisten studierte der gebürtige Italiener Biologie.

Nach seiner Diplomarbeit und Dissertation in Cambridge folgten Forschungsaufenthalte in Deutschland, Panama und den USA, wo er sein Interesse für Zugvögel entwickelte.




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