Studenten planen eine Protestkundgebung für den 6.4.2006

(05.04.2006) Die Hochschülerschaft der Veterinärmedizinischen Universität zeigt sich verärgert über den Vizerektor für Lehre und über den Umgang des Rektorats mit den den Studierenden. Deshalb plant die Studentenschaft für den 6.4. eine Blockade des Uni-Haupteingangs.

Die Hintergründe des Protests erläutert ein Schreiben der Studienvertretung an die Studierenden der Veterinärmedizinischen Universität:

Quo vadis VUW?
 
Wie einige von euch wissen, findet am Donnerstag, 6. April eine Demonstration statt. Wir versammeln uns um 7 Uhr in der Früh beim Portier und werden den Haupteingang unserer Universität blockieren. All jene, die Prüfungen haben, Kliniker und Notfallpatienten wird der Eingang nicht verwehrt bleiben.
 
Warum eigentlich eine Demonstration? Seit einigen Monaten wird mit uns Studierenden von Seiten des Rektorates Katz und Maus gespielt. Es wird uns immer wieder eine Änderung vorgesetzt, die wir anzunehmen haben. Ganz nach dem Prinzip "Friss oder Stirb".
Nun im Einzelnen: Anfang dieses Sommersemesters wurden nach der Anmeldefrist und sogar nach der Abhaltung einiger Vorbesprechungen insgesamt 48 Wahlfächer gestrichen. Erst nach Nachfrage von Seiten der Hochschülerschaft erhielten wir die Liste der tatsächlich abgesagten Wahlfächer, um diese den Studierenden zu kommunizieren.

Die Hochschülerschaft reichte für die Universitätssenatssitzung am 22. März den Antrag ein, das Wahlfachangebot wenigstens für dieses Semester so zu belassen, wie es im Vorlesungsverzeichnis aufgelistet war. Falls dies aus irgendwelchen Gründen nicht zu bewerkstelligen ist, sollte die Evaluierung und die Teilnehmerzahl der Wahlfächer als Beurteilungskriterium herangezogen werden. Trotz heftiger Diskussion von Seiten der Professoren, wurde dieses Anliegen mit dem Bescheid zurückgewiesen, dass alle Professoren aufgrund ihrer Lehrbefugnis Wahlfächer unentgeltlich abhalten können. Für alle anderen Wahlfächer entscheidet das monokratische Organ, unser Vizerektor für Lehre, ob es beauftragt wird oder nicht. Im Klartext bedeutet dies, dass wir Studenten uns der willkürlichen Kürzung des Wahlfachangebotes von Herrn Prof. Künzel zu unterstellen haben. Auch der Senat als höchste für den Studienplan zuständige Instanz könne sich nicht gegen die Entscheidungen des Vizerektors stellen.
 
Einen Tag nach dieser enttäuschenden Senatssitzung, folgte der nächste Streich unseres Vizerektors: Ohne irgendeiner Bekanntgabe wurden PrüfungskandidatInnen des alten Studienplanes nicht zu ihren Prüfungen zugelassen. Wiederum bestätigt sich erst auf Anfrage der Hochschülerschaft das Gerücht, dass im VUW++ - Anmeldesystem eine Sicherheitslücke aufgetreten ist, die es ermöglichte, sich für ein Fach in unterschiedlichen  Blöcken (die immerhin 2 - 4 Wochen auseinanderliegen!) anzumelden. Unser Vizerektor für Lehre behob diesen "Missbrauch" (so bezeichnet er die Sicherheitslücke) und strich den PrüfungskandidatInnen einen der Termine. Doch uns Studierenden von einer derartigen Berichtigung aufzuklären, war anscheinend nicht so wichtig. Denn immerhin sind wir die Betroffenen.
 
Dies sind zwei aktuelle Beispiele, wie wir Studierenden von Seiten des Rektorats behandelt werden. Uns wird ein großes Mitbestimmungsrecht eingeräumt, weil wir in vielen Universitätsgremien vertreten sind. Doch mitbestimmen können wir nichts. Es sollte ein Zeichen gesetzt werden, wo die Unileitung wieder von dem bewusst wird, dass es ohne StudentInnen keine Universität gibt. Früher war man stolz und froh, auf der VUW studieren zu können. Heutzutage ist man froh, von dieser Uni wegzukommen und ins Berufsleben einzusteigen. Müssen wir uns alles gefallen lassen?
 
Darum kommt alle am Donnerstag 6. April um 7 Uhr zum Portier und sagt es allen weiter, die ihr kennt. Zeigt, dass es auch euer Anliegen ist, ein Zeichen zu setzen, dass es so nicht weitergehen kann. Ein Zeichen für unsere Uni. Ein  Zeichen für unsere Zukunft.

Ganz liebe Grüße, eure Studienvertretung

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