Qualitätssicheres und transparentes Prüfen der „Digital Natives“

(31.01.2017) E-Prüfungs-Startup feiert 500.000ste Einzelprüfung an der Vetmeduni Vienna

Laptop und Maus statt Prüfungsbogen und Stift heißt es immer häufiger für Studierende bei großen Klausuren.

Die computergestützten Prüfungsplattformen erlauben weit mehr, als einfache Multiple Choice-Tests. Sie vereinheitlichen die Verwaltung, Zusammenstellung und Auswertung der  Klausuren. Die Vetmeduni Vienna verwendet eines dieser Systeme, Q-Exam, seit 2014.

Während bei vielen Prüflingen, wie an Universitäten üblich, der Anbieter IQUL mit Equipment aushilft, werden kleine Klausuren mittlerweile selbst durchgeführt. Wie gut sich die Systeme etabliert haben, beweist außerdem die 500.000ste Einzelprüfung des Anbieters IQUL, die heute an der Vetmeduni Vienna abgenommen wurde.


Das Startup IQUL freut sich über seinen 500.000sten Prüfling, eine Studentin der Vetmeduni Vienna. Im Bild: Daniel Möbs, IQUL, Hannah von Butler und die designierte Rektorin Petra Winter

„Bitte jetzt Stift in die Hand nehmen und Zettel umdrehen!“ Diesen Satz hört man als Studierender immer seltener vor Prüfungsbeginn. Österreichs höhere Bildungsstätten setzen verstärkt auf digitale Prüfungsplattformen bei großen Klausuren.

Hinter den Systemen, wie Q-Exam des deutschen Startups IQUL, steckt eine computergestützte Verwaltungsstruktur, die eine Klausur vom Sammeln der Fragen, über die Zusammenstellung, bis hin zur Auswertung und statistischen Beurteilung begleitet.

Die Veterinärmedizinische Universität Wien prüft mit der Plattform Q-Exam schon seit 2014.

Die designierte Rektorin Petra Winter stellte in ihrer Funktion als Vizerektorin für Lehre zuerst größere, mittlerweile aber auch kleinere Klausuren auf das computerunterstützte System um.

Diese werden ohne das Equipment, aber mit der fachlichen Unterstützung von IQUL durch MitarbeiterInnen der Vetmeduni Vienna im Campus-eigenen E-Learning Center organsiert.

Qualitätssteigerung durch Feedbackschleifen

Dafür wird der eigentliche Vorteil der Plattform, die vereinheitlichte Verwaltung und Qualitäts-sicherung der Fragen genutzt. Lehrende können ihre Fragen jederzeit in das System eintragen.

Diese werden dann per 6-Augen Prinzip kontrolliert. „Jedes noch so gute System ist von einer menschlichen Qualitätssicherung abhängig“, betont Winter. Nach formaler Durchsicht durch das Vizerektorat, folgt eine fachliche Überprüfung durch KollegInnen der eigenen Organisationseinheit und einer zweiten mit anderem inhaltlichen Fokus.

„Dies erhöht nicht nur Qualität und Fairness. Es fördert auch die Transparenz und interdisziplinäre Zusammenarbeit“, erklärt die designierte Rektorin.

Sowohl das Feedback der KollegInnen, als auch die Rückmeldungen der Studierenden werden an die FragenautorInnen weitergegeben und fließen in den ständigen Evaluierungssprozess der Fragen ein.

Das digitale Fragenarchiv ist damit flexibel und entwicklungsfähig. Die Feedbackschleifen sorgen für eine inhaltliche Verbesserung der Prüfungen.

Mehr als nur Multiple Choice – kompetenzorientiert für den tiermedizinischen Alltag lernen

Hinter den Prüfungen stecken nicht nur Multiple-Choice Fragen. Neben Fließtext kann auch die Analyse von Bildern verlangt werden, wobei die hohe Auflösung Fragen zu Röntgenbildern oder histologischen Schnitten deutlich entgegenkommt.

Ein entscheidender Vorteil zeigt sich auch bei sogenannten Key Feature Fragen, die dieses Jahr neu an der Vetmeduni Vienna eingeführt wurden.

Diese behandeln Fallbeispiele von der Diagnose, über die Erklärung der Auswirkungen bis zu den notwendigen, therapeutischen Schritten. Die Key Feature Fragen überprüfen prozedurales Wissen und geben in gewisser Weise genau den veterinärmedizinischen Alltag wieder.

Die Studierenden müssen dazu drei aufeinanderfolgende Fragen beantworten. Erst mit der Antwort wird die nächste Frage freigegeben.

Dabei ist der Inhalt der Folgeaufgabe immer an die richtige Antwort der ersten Frage angepasst. Diese Vorgehensweise könnte allerdings unmöglich in Papierform durchgeführt werden.

Gesteigerte Fairness, schnellere Ergebnisse und statistische Evaluierung

Die computergestützten Klausuren bieten den Studierenden insgesamt eine sehr neutrale und faire Prüfungssituation. Durch die Feedbackschleifen werden sie effektiv in einen Entwicklungs- und Verbesserungsprozess eingebunden. Auch der zeitliche Faktor stellt einen Vorteil da. Ergebnisse können schon nach wenigen Stunden verfügbar sein.

Die Kontrolle erfolgt entweder durch den Rechner oder durch den Fragenautor selbst, der die Antworten anonym zur Korrektur erhält. Vorab werden für alle Fragen genaue oder zumindest beispielhafte Antworten zur Verfügung gestellt.

Durch die Abwicklung per Computer lassen sich auch genaue Statistiken erstellen, die für die Evaluierung der Lehre und der Klausuren nützlich sein können. Das entspricht auch dem Konzept des Anbieters IQUL, der durch die möglichen Feedbackschleifen und statistischen Analysen, einen Beitrag zur Verbesserung der universitären Lehre leisten will.

500.000er Prüfling

Dass diese Plattformen genutzt werden und sich gut etabliert haben, beweist auch die 500.000ste Einzelprüfung des Startups bei der veterinärmedizinischen Curriculums-Klausur „Krankheiten“ am Campus der Vetmeduni Vienna.

Die Plattform von IQUL ist rechtlich zertifiziert, die Prüfungen werden in einem speziell gesicherten Netzwerk durchgeführt. Bei großen Prüfungen stellt das Unternehmen eigenes Equipment zur Verfügung.

Die Unterstützung kommt aber auch bei der eigenen Verwaltung von Prüfungen zum Tragen. „Auftretende Fragen und Probleme werden gemeinsam aufgearbeitet. Dadurch verstärkt sich nicht nur das Vertrauensverhältnis, sondern auch die Weiterentwicklung beider Organisationen“, so Winter.



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