Krebsforscher Richard Moriggl ist neuer Professor an der Vetmeduni Vienna und der MedUni Wien

(26.03.2014) Seit 1. Februar ist der Leiter des Ludwig Boltzmann Institutes für Krebsforschung auch Professor für Translationale Methoden in der Krebsforschung an der Vetmeduni Vienna und der MedUni Wien. Bei dem „Double Appointment“ handelt es sich um eine Stiftungsprofessur der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG).

Der Molekularbiologe Moriggl ist seit Jahren in der österreichischen Krebsforschung etabliert. Er studierte Biotechnologie an der Fachhochschule Bingen, der eine molekularbiologische Diplomarbeit in Straßburg folgte.


Krebsforscher Richard Moriggl
Anschließend ging Moriggl für seine Doktorarbeit 1993 in die Schweiz und promovierte  1997 an der Universität Freiburg in Deutschland. Es folgte, ein dreijähriger Forschungsaufenthalt als Postdoc am renommierten St. Jude Children´s Research Hospital in den USA. 

In Wien startete er im Jahr 2000 dann seine zweite Postdoc-Periode am Institut für Molekulare Pathologie (IMP). 2003 habilitierte er an der Medizinischen Universität Wien im Fach Molekularbiologie.

Anschließend gründete er gemeinsam mit seinen KollegInnen im Jahr 2005 im Rahmen der 1. Ausschreibung der LBG zur Errichtung von neuen Institutendas Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung (LBI-CR), das er seither leitet.

Krebs auf molekularer Ebene verstehen

Moriggls Forschungsgruppe besteht aus einem zwölfköpfigen Team, das 2015 an die Vetmeduni Vienna übersiedeln wird. Das neue Labor wird am Institut für Tierzucht und Genetik am Campus der Vetmeduni Vienna angesiedelt sein.

Gemeinsam mit seinem Team forscht Moriggl an Rezeptoren, Kinasen und Transkriptionsfaktoren, die man sich als Lichtschalter vorstellen kann. So wird das An- und Abschalten bestimmter Gene gesteuert.

Dabei stehen Moleküle im Fokus die bei der Entstehung von Krebserkrankungen, in Immunzellen, im gesamten Blutsystem oder auch auf allen Oberflächenzellen im Körper eine Schlüsselrolle inne haben.

In erster Linie erforscht Moriggls Gruppe verschiedene Blutkrebsarten, Lymphome, bösartigen Hautkrebs, Leberkrebs, Darmkrebs und kindliche Tumore wie das Ewing´s Sarkom, aber auch Stoffwechselerkrankungen, die zur Entstehung von Krebs beitragen.

„Wir vergleichen Proben von Krebspatienten mit Krebsmodellen die wir in der Maus etablieren. Diese Modelle spiegeln menschliche Erkrankungen sehr genau wider.

Dabei geht es jedoch nicht nur um Grundlagenforschung, wir testen auch ganz konkret Therapieformen gegen menschliche Krebserkrankungen auf Basis unserer Mausmodelle“, erläutert Moriggl.

Der Brückenbauer

Örtlich wird Moriggl zu je einem Drittel am Campus der Vetmeduni Vienna,an der Medizinischen Universität Wien und am Ludwig Boltzmann Institut für Krebsforschung tätig sein. Moriggl sieht sich somit als Brückenbauer zwischen Human- und Veterinärmedizin. 

Öffentliche Antrittsvorlesung im April

Am 29. April 2014 hält Univ.-Prof. Dr. Richard Moriggl ab 14 Uhr seine Antrittsvorlesung im Festsaal der Vetmeduni Vienna mit dem Titel „Translationale Modelle zum Verständnis der Krebsentstehung und Krebsverhinderung mit Sichtweise auf das entschlüsselte Krebsgenom.“



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