Tierrettung am Lehr- und Forschungsgut der Vetmeduni Wien

(29.05.2012) (Update) Die automatische Entmistungsanlage hat eine geschwächte, am Boden liegende Kuh erfasst und in den Jaucheabfluss geschoben. Inzwischen ist das Tier wieder genesen.

Lesen Sie hier den Bericht von LM Markus Hackl:

Am Samstag, den 26. Mai 2012, um 08:05 Uhr, wurde die Feuerwehr Pottenstein von der Bezirksalarmzentrale (BAZ) Baden zu einer "Tierrettung (T1)  am Lehr- und Forschungsgut der Vet Med Universität Wien am Kremesberg" alarmiert.

Diese Adresse ist der Feuerwehr Pottenstein gut bekannt, da wir hier in regelmäßigen Abständen Übungen und Begehungen durchführen. Die folgende Situation war allerdings auch für uns nicht alltäglich:

Die Kuh "Zander", die gestern erst gekalbt hatte, und durch einen daher führenden Kalziummangel noch schwach auf den Beinen war, lag auf dem Gang in ihrem Laufstall.

Hier fährt jedoch eine Schiebevorrichtung der automatischen Entmistungsanlage in Intervallen auf und ab, um den anfallenden Kuhmist in eine Rinne zur Jauchegrube zu befördern. Die Rinne ist mit einem selbsttätig öffnenden Deckel versehen.

Dieser Schieber machte auch vor der ca. 900 Kg schweren Kuh nicht halt, und beförderte sie in diese 90cm breite und ca. 1,5 m tiefe Rinne, wo das arme Tier hineinfiel und stecken blieb.

Die Arbeiter des Unigutes versuchten selbst das Tier zu bergen, jedoch ohne Erfolg. Es wurde die Feuerwehr zur Unterstützung gerufen.

Als wir den Einsatzort erreichten, steckte das Tier seitlich gedreht, bewegungsunfäig, in dem mit Jauche gefüllten Schacht, fest. Es gelang uns mit Hilfe der Stallarbeiter, in schweißtreibender Arbeit, Rundschlingen und Hebegurte um den Bauch der Kuh zu legen.

Mit der Hebevorrichtung des hauseigenen Hoftrucks, und der Einbauseilwinde unseres "LFA-B" konnte das 900 Kilo-Tier langsam und Schrittweise aus seiner misslichen Lage befreit werden. Während der gesamten Bergung standen Tierärzte zur Seite, die dem Wiederkäuer Beruhigungsmittel verabreichten.

Nach ca. 2 Stunden harter Arbeit war die Kuh "Zander" von ihrer Qual erlöst, und konnte von den Veterinär-Medizinern versorgt werden.

Bei diesem Einsatz verletzte sich Kamerad Florian H. am Hals, als er mithalf, die Hinterbeine des Tieres aus dem Schacht zu hiefen. Er wurde vorsorglich mit dem RTW des Roten Kreuzes St. Veit ins Krankenhaus zur Untersuchung gebracht.

Nachdem alle verwendeten Einsatzmittel noch vor Ort vom Kuhmist gereinigt wurden, rückten wir mit "PUMPE" und "Tank-2" mit insgesamt 12 Mann Besatzung um ca. 11:00 Uhr wieder ins Gerätehaus ein, wo wir uns auf eine Dusche freuten.


Update vom 04.06.2012:

Wie uns die Feuerwehr Pottenstein und die Vetmed Uni mitteilten, kann inzwischen für alle Tierfreunde Entwarnung gegeben werden. Die gerettete Kuh "Zander" erfreut sich wieder bester Gesundheit und ist zu ihren Artgenossen in den Laufstall zurückgekehrt.

Alle freuen sich über den glücklichen Ausgang des Einsatzes!



www.feuerwehr-pottenstein.at


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