Frauenberger verleiht Wiener Tierschutzpreis

(08.09.2009) Die ausgezeichneten Arbeiten beschäftigen sich mit Verbesserungen in der Katzenhaltung, insbesondere auch in Zusammenhang mit der Wiener Streunerkatzenproblematik sowie mit der Stressbelastung von Pferden während des Transportes auf der Straße.


StRin Sandra Frauenberger mit den beiden Preisträgerinnen Drin Rosemarie Poskocil und Alice Schmidt sowie dem Wiener Tierschutzombudsmann Mag. Hermann Gsandtner
Tierschutzstadträtin Sandra Frauenberger hat gemeinsam mit dem Wiener Tierschutzombudsmann Mag. Hermann Gsandtner am 4.9.2009 im Wiener Rathaus den Wiener Tierschutzpreis 2009 verliehen.

Der Preis, der von der Tierschutzombudsstelle Wien seit 2005 ausgeschrieben wird und mit 4000 Euro dotiert ist, wird für herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet des Tierschutzes vergeben. Insgesamt wurden heuer 19 Arbeiten eingereicht.

Zwei Arbeiten wurden von einer Fachjury, der neben der Tierschutzombudsstelle hochkarätige ExpertInnen der Veterinärmedizinischen Universität und der Universität für Bodenkultur angehörten, prämiert.

Frauenberger: "Mensch-Tier-Beziehung und Verbesserung der Tierschutzarbeit im städtischen Bereich stehen im Vordergrund"

Die Tierschutzstadträtin betonte in ihrem einleitenden Statement, dass die wissenschaftliche Tierschutzforschung für die kontinuierliche Verbesserung des präventiven Tierschutzes unerlässlich sei.

Die Zielsetzung des heurigen Tierschutzpreises, Arbeiten, die sich vor allem mit der Mensch - Tier Beziehung auseinandersetzen und auch für die Tierschutzarbeit im städtischen Bereich anwendbar sind, in den Mittelpunkt zu stellen, sei voll aufgegangen.

Beide prämierten Arbeiten bezeichnete sie als hervorragende Beispiele für eine funktionierenden Symbiose zwischen Forschung und praktischer Tierschutzarbeit.

Frauenberger wörtlich: ""Die Stadt Wien setzt mit dem Tierschutzpreis bewusst eine Initiative, um die Vernetzung mit der Wissenschaft zu forcieren und Forschungsergebnisse in praktische Tierschutzarbeit einfließen lassen zu können. Damit wollen wir auch die Qualität und die Innovationsfähigkeit der Tierschutzarbeit in Wien weiterhin sicherstellen."

Frauenberger zeigte sich außerdem erfreut, dass die zwei prämierten Arbeiten von Wissenschafterinnen stammen. Frauen in Wissenschaft und Forschung zu fördern sei ihr als Frauenstadträtin ein wichtiges politisches Anliegen und Initiativen wie der Tierschutzpreis seien ein Beitrag, hoch qualifizierte und engagierte Frauen aus der Wissenschaft vor den Vorhang zu holen, sagte sie.

Die prämierten Arbeiten im Detail

Konkret ausgezeichnet wurde die Arbeit von Drin. Rosemarie Poskocil. Sie ist Tierärztin und beschließt mit der eingereichten Arbeit zum Thema "Die ambivalente Rolle der Bauernhofkatze als Kommunikationspartner des Menschen" ihre Ausbildung zur "Akademisch geprüften Fachkraft für tiergestützte Therapie und tiergestützte Fördermaßnahmen".

Diese Arbeit setzt sich sehr kritisch mit der Haltung und Wertschätzung von Bauernhofkatzen auseinander. Die Arbeit zeigt, dass es hier einen großen Handlungsbedarf hinsichtlich der Lebensbedingungen und auch des Gesundheitszustandes der Tiere in diesem Bereich gibt und dass vor allem Kinder geeignete MultiplikarorInnen sind, um das Image und damit die Lebensumstände von Landkatzen zu verbessern.

Um hier eine entsprechende Sensibilisierung zur Verbesserung der Haltung der Tiere zu erreichen, hat die praktizierende Tierärztin im Jahr 2004 den Verein "Katzenhilfe Mostviertel" gegründet. Die Ergebnisse sind insofern für Wien sehr relevant, da nicht zuletzt überlastete Tierschutzhäuser, ausgesetzte Tiere und die Streunerkatzenproblematik - insbesondere in den Randbezirken - häufig die Folge der nicht artgerechten Katzenhaltung in der ländlichen Umgebung sind.

Die zweite prämierte Arbeit stammt von Alice Schmidt. Sie wurde an der Veterinärmedizinischen Universität Wien durchgeführt und beschäftigt sich mit Stresssituationen bei Pferden während des Transportes auf der Straße über unterschiedliche Entfernungen.

Zur Analyse wurde erstmals eine Untersuchungsmethode angewandt, ohne Eingriffe am Pferd vornehmen zu müssen. Es wurde dabei festgestellt, dass sowohl Sport-, als auch Zucht- und Schlachtpferde schon bei Transporten über kurze Distanzen vermehrt Stresshormone freisetzen und sich die Herzfrequenz verändert.

Die erfolgreiche, innovative Methode ermöglicht es auch, andere Belastungssituationen bei Pferden, wie Training, Wettbewerb, Arbeitseinsatz aber auch den Einfluss klimatischer Faktoren objektiv zu erfassen und unter Tierschutzaspekten zu beurteilen.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen Fiakerdiskussion ist diese für das Pferde mit keiner Belastung verbundenen Untersuchungsmethode für Wien von großem Interesse.

www.tieranwalt.at

 


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