EU-Projekt an der VUW: Messmodell für individuelle UV-Strahlung auf Mensch und Tier

(29.09.2008) Die Wirkung ultravioletter Strahlung auf Organismen soll exakter bestimmt werden können – das ist das Ziel eines EU-Projektes mit dem Titel ICEPURE, an dem auch die Abteilung Medizinische Physik der Veterinärmedizinische Universität Wien (VUW) beteiligt ist.

Das internationale Projekt ICEPURE geht der Strahlungsexposition durch ultraviolette Strahlung auf Mensch und Tier auf den Grund. Bisherige Projekte analysierten vorrangig die UV-Strahlung auf eine horizontale Fläche; bei ICEPURE steht aber die die biologisch-effektive Ultraviolettstrahlung auf unterschiedlich geneigte Flächen des Organismus im Mittelpunkt des Interesses.

ICEPURE Die Experten untersuchen dazu europaweit die UV-Strahlung hinsichtlich individueller, verhaltensbedingter und meteorologischer Faktoren.

Mag. Alois Schmalwieser von der Abteilung für Medizinische Physik der Veterinärmedizinischen Universität Wien ist der Österreichkoordinator für dieses Projekt und entwickelt gemeinsam mit einem dänischen Partner das Modell, das mit Hilfe von Messdaten verifiziert wird.

Mensch und Tier sind ganzjährig ultravioletter Strahlung ausgesetzt, die sowohl positive als auch negative Auswirkungen hat. Zu den positiven ist die Synthese von Vitamin D zu zählen, zu den negativen Schädigungen der DNA, Hautkrebs, Augenschäden etc.

Das zu erarbeitende Modell soll eine Erfassung der UV-Strahlung auf Individuen ermöglichen; die auf die Körperoberfläche auftreffende Strahlung und deren biologische Wirkung hinsichtlich unterschiedlicher Parameter - wie etwa Tages- oder Jahreszeit, unmittelbares Umfeld, Ort (Strand, Gebirge), Bewegung, Orientierung des Körpers zur Sonne – soll bestimmt werden können.

Um Eingangsdaten für ein solches Modell zu erhalten und die auf einen Organismus unter realen Bedingungen auftreffende UV-Strahlung festzustellen, werden die Experten Strahlungsmessungen mittels Personendosimetrie durchführen. Gleichzeitig werden dadurch auch verschiedene biologische Wirkungen der UV-Strahlung erfasst.

Integriert werden ebenso relevante Satellitendaten (z.B. Gesamtozongehalt der Atmosphäre, Aerosolgehalt). Aus dem Vergleich der Satellitendaten der Atmosphäre mit den Messdaten aus den UV-Messgeräten an der Erdoberfläche werden die spezifischen Einflussfaktoren für den alpinen Raum abgeleitet.

ICEPURE – “The impact of climatic and environmental factors on personal ultraviolet radiation exposure (UVR) and human health”

Das Projekt ICEPURE wurde im Rahmen des 7. Rahmenprogramms der EU im August 2008 für eine Laufzeit von drei Jahren, beginnend mit Jänner 2009, genehmigt. An dem Projekt nehmen acht renommierte Institutionen aus sechs Ländern teil.

Der gesamte finanzielle Rahmen des Projekts beträgt 4,8 Mio, Euro, wovon die EU 3,5 Mio, Euro zur Verfügung stellt.


Artikel kommentieren

weitere Meldungen

Sonne

Sonnenbrand: Schweine in Freilandhaltung brauchen Schatten

So schön es auch ist, Schweine im Freien zu sehen. Die Tiere leiden im Sommer genau wie wir Menschen an Hitze und zu viel Sonne. Auch Sonnenbrand können sie bekommen
Weiterlesen

Weiße Katzen sind besonders sonnenempfindlich. Hautschäden an der Nase werden häufig nicht als Sonnenbrand identifiziert; Bildquelle: Vetmeduni Vienna

Sonnenbrand bei Haustieren - Weißhaarige Hunde und Katzen gefährdet

Exzessives Sonnenbaden schädigt die Haut. Nicht nur Menschen müssen sich vor schädigender UV-Strahlung in Acht nehmen sondern auch Tiere. Hunde und Katzen mit weißem Fell, wenig Behaarung, sehr kurz geschorenem Fell oder bestimmten Vorerkrankungen sind besonders gefährdet
Weiterlesen

Pferd

Sonnenbrand beim Pferd

Die Sommerzeit kommt - und mit ihr ein nicht nur für den Menschen lästiges Problem: der Sonnenbrand. Denn davon betroffen sind auch Pferde mit vor allem heller oder rosiger Haut, die ohne Sonnenschutz auf der Weide gehalten werden
Weiterlesen

Kurzmeldungen

Firmennews

Neuerscheinungen