Usutu-Virus 2004: Untersuchung eventueller menschlicher Infektionen

(19.07.2004) Im heurigen Sommer sind durch die Regenfälle der vergangenen Wochen besonders viele Gelsen und damit auch Usutu-Virus-Fälle zu erwarten.

Eventuelle Infektionen des Menschen sollen dabei vorrangig untersucht werden. Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien ersuchen dazu um Mithilfe der Bevölkerung.

Im Spätsommer 2001 fiel in Wien und Umgebung erstmals ein massenhaftes Sterben von Amseln und anderen Vögeln auf. Wenig später wurde von Prof. Norbert Nowotny und Prof. Herbert Weissenböck von der Veterinärmedizinischen Universität Wien das vorher nur in tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas bekannte und durch Stechmücken übertragene Usutu-Virus als ursächlicher Erreger des ‚Amselsterbens’ identifiziert.

Dieses exotische Virus überstand bisher die zum Teil kalten Winter in Österreich und passte sich an heimische Stechmücken-Arten an, sodass es nunmehr bereits während dreier Sommer in Österreich aktiv war.

Das Virus breitete sich jedes Jahr weiter aus, wobei im Vorjahr bereits neben Wien auch weite Teile Niederösterreichs und Teile des Burgenlandes infiziert waren.

Heuer erwarten die Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien ein weiteres Ausbreiten der Infektion, wahrscheinlich auch nach Ungarn und in die Slowakei. Es sind nach wie vor vor allem Amseln vom Usutu-Virus betroffen, es sind aber auch bereits Bartkäuze, Sperlinge, Blau- und Kohlmeisen, Drosseln und Kleiber an Usutu-Virus-Infektionen verendet.

Mit Usutu-Virus-Fällen ist vor allem im Zeitraum von Mitte Juli bis Ende September zu rechnen. Das Usutu-Virus ist für Vögel, vor allem Amseln, gefährlich. Infektionen des Menschen sind vermutlich selten und auch nicht schwerwiegend.

Im Vorjahr wurden einige wenige menschliche Infektionen beobachtet, die mit einem Ausschlag einhergegangen sind. Dies deckt sich mit einem berichteten menschlichen Fall aus Afrika, der neben Fieber ebenfalls Ausschlag aufwies.

Im heurigen Sommer wollen Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien vor allem untersuchen wie verbreitet Usutu-Virus-Infektionen des Menschen tatsächlich in Österreich auftreten und zu welchen Symptomen sie führen.

Die Forscher ersuchen daher nach Gelsenstichen auftretende Ausschläge bzw. auch andere Symptome an die ‚Usutu-Hotline’ (01) 25077 6226 zu melden bzw. den Hausarzt zu kontaktieren.

Neben eventuellen menschlichen Infektionen wird auch ersucht tot aufgefundene Vögel an die Usutu- Hotline zu melden bzw. an das Institut für Pathologie und Gerichtliche Veterinärmedizin, Veterinärmedizinische Universität Wien, Veterinärplatz 1, 1210 Wien, einzuschicken.

Artikel kommentieren

weitere Meldungen

Vetmeduni Vienna

Vetmeduni Vienna auf Platz 6 bei weltweitem Studienfach-Ranking

Die Veterinärmedizinische Universität Wien ist im Fach „Veterinary Sciences“ ein fixer Bestandteil des internationalen Spitzenfeldes und bestplatzierte universitäre Einrichtung im deutschsprachigen Raum
Weiterlesen

Die ersten Zahlen der diesjährigen Zeckensammlung bestätigen nun die Prognose; Bildquelle: Katharina Brugger/Vetmeduni Vienna

Forschende prognostizieren: 2018 wird ein „Zecken-Rekordjahr“

Heuer könnte das Risiko höher sein, durch Zeckenbisse an FSME oder Borreliose zu erkranken. Denn 2018 wird es besonders viele Zecken geben
Weiterlesen

Durch die Analyse antiker Zahn-DNA steht fest: die Schweine der Hallstätter-Bronzezeit waren Europäer.; Bildquelle: Sabine Hammer/Vetmeduni Vienna

Auf den archäologischen Zahn gefühlt: genetische Spurensuche was für ein Schwein die Hallstattkultur hatte

Hallstatt wird seit der Bronzezeit als Salzquelle auch zum Pökeln von Fleisch geschätzt. Knochen- und Zahnfunde belegen eine gut funktionierende Fleischindustrie vor allem mit Schweinen
Weiterlesen

Praktikums- und Jobbörse an der Vetmeduni Vienna

Fotos von der Praktikums- und Jobbörse an der Vetmeduni Vienna

Am 28. Mai 2018 fand an der Veterinärmedizinischen Universität Wien eine Praktikums- und Jobbörse mit 10 österreichischen tierärztlichen Kliniken aus dem Klein- und Großtierbereich statt
Weiterlesen

Ein spezielles 'Hunde-Immunglobulin E' (IgE) soll die Vierbeiner zukünftig effektiv bei der Diagnose Krebs unterstützen; Bildquelle: Michael Bernkopf/Vetmeduni Vienna

Immunglobulin E als vielversprechende neue Form der Immuntherapie gegen Krebs-Tumoren

Richten sich Immunglobuline E (IgE) gegen eigentlich harmlose Antigene wie Pollen, kann eine allergische Reaktion erfolgen
Weiterlesen

Afrikanisches Schwarzmarktmilchpulver hat gute Qualität, ist frei von Blei und daher unbedenklich.; Bildquelle: Georg Mair/Vetmeduni Vienna

Blei im Milchpulver? Toxin in Markenbabynahrung, afrikanische Schwarzmarktware dagegen „bleifrei“

Milchpulver ist eine wichtige Nahrungsquelle vieler afrikanischer Kleinkinder und Ersatz für die Muttermilch HIV-infizierter Frauen. Durch überteuerte Importmarken existiert ein florierender, aber unkontrollierter Schwarzmarkt
Weiterlesen

Die Projektgruppe 'hochschuleundfamilie' mit Gutachterin Heike Trammer, TÜV Süd, Rektorin Petra Winter und Vizerektor Christian Mathes; Bildquelle: S.Scholz/Vetmeduni Vienna

Zertifizierung „hochschuleundfamilie“ der Vetmeduni Vienna verlängert

Der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurde am 28. Mai 2018 nach einem positiven Auditierungsprozess für weitere drei Jahre das Zertifikat „hochschuleundfamilie“ verliehen
Weiterlesen

Kurzmeldungen

Firmennews

Neuerscheinungen