Kampf ums Geld

(28.07.2005) Wiener Veterinäruni fordert höhere Fördermittel für einen modernen Studienbetrieb

Das EuGH-Urteil zum freien Studienzugang löst einen massiven Studentenansturm aus deutschsprachigen Nachbarländern auf die Veterinärmedizinische Universität Wien (VUW) aus: Bereits vor Beginn der eigentlichen Bewerbungsfrist sind 738 Voranmeldungen erfolgt, von denen alleine 57,7% aus Deutschland stammen. Insgesamt erwartet man über 1000 Anmeldungen bei 283 Studienplätzen. Für Rektor Wolf-Dietrich Freiherr von Fircks kam dieser "Run" auf eine der modernsten und best-ausgestatteten Veterinäruniversitäten Europas allerdings nicht von ungefähr: "Wir haben in Erwartung dieser prekären Situation, übrigens als einzige der vom EuGH-Urteil betroffenen Universitäten, rechtzeitig ein Aufnahmeverfahren ausgearbeitet, welches eine uneingeschränkte Bewerbung ohne Hindernisse für alle Interessierten ermöglicht und - bereits vor der Zulassung - eine Auswahl ausschließlich nach Qualitätskriterien vorsieht", betont Rektor Fircks.

Die Bemühungen der VUW, mit diesem Auswahlverfahren die internationale Reputation des Bildungsstandortes Österreich zu schützen, wurde vom Präsidenten des österreichischen Wissenschaftsrates Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß als "schönes Beispiel für sehr verantwortungsvolle, rechtzeitige Vorbereitung" positiv beurteilt. Darüber hinaus haben sich auch niedergelassene Tierärzte spontan und aus Solidarität mit "ihrer" Veterinäruni zur unentgeltlichen Mithilfe bei der Durchführung der Auswahlgespräche bereit erklärt. Umso mehr bedauert man an der VUW, dass in der konkreten Umsetzung jegliche Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (bmbwk) derzeit fehlt.

Ohne Geld kein moderner Studienbetrieb

Die VUW hat in Voraussicht dieser brisanten Studiensituation einen umfassenden Lösungsansatz entwickelt: Eingereicht wurden beim zuständigen Ministerium (bmbwk) insgesamt fünf Projekte mit einem Volumen von knapp zwei Millionen Euro.

Allein aus dem Fördertopf "Finanzierungsanreize - Profilentwicklung" hatte man Investitionen in der Höhe von knapp 425.000 Euro geplant. In diesen Fördertopf - gespeist aus Mitteln aller Universitäten mit einem Gesamtetat von 20,5 Millionen Euro - flossen 900.000 Euro aus dem Budget der VUW ein, die seitens des bmbwk einbehalten wurden. Für das kommende Studienjahr 2005/2006 erhält die VUW allerdings "nur" 292.000 Euro (knapp ein Drittel) zurück. "Selbst bei Zuweisung der beantragten einschlägigen Mittel im vollen Umfang wäre die VUW noch immer Nettozahler gewesen", zeigt sich der für Lehre zuständige Vizerektor Prof. Dr. Wolfgang Künzel bitter enttäuscht.

Alle begründeten Projekte aus dem Grundstudium inklusive der Schaffung technischer Voraussetzungen für elektronische Möglichkeiten (online-Eignungstest, online-Prüfungen, e-Learning etc.) mit einem Gesamtbudget von knapp 425.000 Millionen Euro wurden ohne Begründung abgelehnt.

Dennoch hofft man an der VUW auf ein Umdenken im zuständigen Ministerium und künftig höhere finanzielle Unterstützung: Das Studium der Veterinärmedizin ist traditionell eines mit sehr hohem Anwesenheitsgrad. Um den wachsenden Ansturm der Studenten überhaupt bewältigen und künftig auch einen zeitgemäßen Studienbetrieb gewährleisten zu können, sind vor allem Investitionen in moderne Organisations- und Kommunikationsstrukturen erforderlich:
Online-Eignungstests, E-Learning und Online-Prüfungen gehören heute ebenso zum Studienalltag, wie moderne Laborausstattung. Will man den Ruf der Wiener Veterinnäruni als eine der modernsten Europas nicht leichtfertig aufs Spiel setzen, ist rasches Handeln angesagt.

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