Vetmeduni Vienna als erste österreichische Universität mit dem Zertifikat "berufundfamilie" ausgezeichnet

(29.11.2010) Im Rahmen einer Festveranstaltung erhielt die Veterinärmedizinische Universität Wien das Zertifikat berufundfamilie. Sie ist damit die erste österreichische Universität, die sich im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einer unabhängigen Auditierung gestellt hat.


Familienstaatssekretärin Christine Marek, Rektorin Sonja Hammerschmid und Vizerektor Josef Ebenbichler bei der Verleihung des Zertifikats berufundfamilie
„Wenn wir als Universitäten eine gesellschaftliche Vorreiterrolle einnehmen wollen, müssen wir zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie ganz gezielt Maßnahmen ergreifen. Das Audit berufundfamilie des Familienministeriums liefert uns dafür ein hervorragendes Mittel“, erläutert Rektorin Sonja Hammerschmid die Bedeutung des Audits.

Die ersten Maßnahmen aus dem Audit heraus wurden bereits erfolgreich gestartet: Kinderbetreuung ist in der Krabbelstube am Campus oder in einem nahe gelegenen Kindergarten möglich. Erstmals wurden Kinder von MitarbeiterInnen am schulfreien 15.11. am Campus ganztägig betreut; mehr als 50 Kinder nahmen teil.

„Die Rückmeldung der Eltern war überwältigend“, freut sich Rektorin Hammerschmid, „mit dieser Maßnahme haben wir den Nagel auf den Kopf getroffen.“ Verstärken möchte die Vetmeduni Vienna die Einbindung von Eltern während der Karenz, im speziellen in die Weiterbildungsmaßnahmen, und auch die Informations- und Serviceangebote für Eltern und Pflegende.

Spezielle Herausforderung für eine veterinärmedizinische Universität

Sonja Hammerschmid möchte die Karrierechancen von Müttern verbessern, nennt aber eine wichtige Bedingung: „Wenn wir etwas bewegen wollen, müssen wir uns von tradierten Rollenbildern verabschieden.“ Noch sind Familienthemen in unserer Gesellschaft vorwiegend Frauenthemen. Angesichts dieser Tatsache ist die Vetmeduni Vienna mit ihrem Frauenanteil von etwa 60 Prozent besonders gefordert.

Der Übergang in die Elternkarenz, aber auch die Rückkehr daraus sollen durch Informationen für MitarbeiterInnen und Vorgesetzte optimiert werden; auch die Unterstützung von aktiver Vaterschaft wird angepeilt. Eine wichtige Maßnahme läuft bereits: Heimarbeitsplätze von Eltern werden gefördert.

Dazu Sonja Hammerschmid: „Ein wichtiger Teil der Arbeit von MitarbeiterInnen besteht im Recherchieren, Publizieren und Vorbereiten von Lehrveranstaltungen – das kann von daheim genauso gut gemacht werden wie an der Universität.“

Viele Mitarbeiterinnen arbeiten mit Tieren, als Tierärztinnen oder Tierpflegerinnen, oder in Forschungslabors. „Im praktischen Leben heißt das, dass Mitarbeiterinnen, die ihre Schwangerschaft melden, viele ihrer Aufgaben nicht mehr wahrnehmen dürfen; das regelt das Mutterschutzgesetz.

Hier müssen wir als Universitätsleitung den Mitarbeiterinnen und auch den betroffenen Abteilungen unter die Arme greifen“, so Rektorin Hammerschmid. Konkret werden diese Abteilungen finanziell wie organisatorisch bei der Beschäftigung von Karenzvertretungen unterstützt.

Im Projektteam für das Audit sei es außerdem immer wichtig gewesen, dass gesamte System zu betrachten. Einzelmaßnahmen seien gut, aber greifen oft zu kurz.

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