science camp 2009: Vetmeduni Vienna lässt durch ein zukunftsorientiertes Wissenschaftsprojekt aufhorchen

(29.07.2009) Jahr für Jahr ist der Andrang um die Studienplätze an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni Vienna) groß. Doch spätestens in der Studieneingangsphase merken viele StudienanfängerInnen, dass sie von ihrem zukünftigen Beruf mitunter falsche Vorstellungen hatten.

Um dieser Ernüchterung vorzugreifen, lässt die Vetmeduni Vienna durch ein innovatives Projekt aufhorchen: das science camp, ein Wissenschaftsprojekt, das SchülerInnen realitätsnah an die Veterinärmedizin heranführt.

Das science camp wurde in Zusammenarbeit mit dem Vizerektorat Lehre vom Department für Nutztiere und öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin und vom Department für biomedizinische Wissenschaften der Vetmeduni Vienna initiiert. Es widmete sich einem immer mehr an Bedeutung gewinnendem Bereich der Veterinärmedizin: der Lebensmittelkette.

20 Jugendliche waren Anfang Juli für eine Woche zu Gast auf dem Campus.

Im Rahmen von Workshops erhielten sie intensive Einblicke in das Tätigkeitsprofil der WissenschafterInnen und TierärztInnen, insbesondere der Nutztierpraktiker und der in der Lebensmittelproduktion eingebundenen MitarbeiterInnen. Erforscht wurde die gesamte Lebensmittelkette „from stable to table", vom Stall bis zum Konsumenten, wobei auch der Aspekt des Tierschutzes und der Tierhaltung eine große Rolle spielte.

„Die Ausbildung zum Veterinärmediziner oder zur Veterinärmedizinerin ist eine für viele SchulabgängerInnen interessante Berufsoption. Nicht immer werden die Vorstellungen der potenziellen StudienwerberInnen vom „Traumberuf Tierarzt" der Berufsrealität gerecht", erklärt die zuständige Vizerektorin für Lehre an der Vetmeduni Vienna, Ao.Univ.Prof. Dr. Karin Möstl.

„Wir bemühen uns sehr um einen realistischen Zugang. Das Bewusstsein in der Allgemeinheit ist jedoch, was unseren Beruf betrifft, leider romantisch verzerrt. Natürlich braucht es auch den kurativen Kleintiermediziner, aber was die Gesellschaft ganz besonders benötigt, ist eine gute Nutztiermedizin und ein funktionierendes öffentliches Gesundheitswesen", so Prof. Möstl.

science camp 2009: „from stable to table"

Das Programm für die Schülerinnen und Schüler gestaltete sich sehr abwechslungsreich. Im Vordergrund stand die Vermittlung, welche Bedeutung den naturwissenschaftlichen Grundlagen zukommt, gepaart mit vielen Praxisbeispielen: Vorlesungen, Exkursionen, Workshops und vor allen Dingen das praktische Arbeiten am Tier stieß bei den SchülerInnen auf großes Interesse.
Der verantwortliche Projektleiter des Camps, O.Univ.Prof. Dr. Josef Troxler, sieht den Erfolg des Camps vor allen Dingen in der thematischen Vielfalt und der praxisnahen Aufbereitung der Inhalte.

„Die Programmpunkte fanden vor Ort an den Instituten Milchhygiene, Fleischhygiene, Botanik und Pharmakognosie, Tierhaltung und Tierschutz, Tierernährung, Chemie, Biochemie und Physik sowie an den drei Universitätskliniken für Nutztiere (für Schweine, für Geflügel und für Wiederkäuer) statt.

Dadurch wurde den SchülerInnen die Möglichkeit geboten, einerseits an den einzelnen Instituten des Departments und in den Labors, andererseits direkt an den Kliniken selbst zu arbeiten und mit den dortigen Experten in Kontakt zu treten, um Fragen direkt aus erster Hand beantwortet zu bekommen", so Prof. Troxler.

Angewandte Fleischtechnologie und Milchhygiene: Leberkäse backen und Kühe melken

Wissenschaft muss nicht abstrakt sein, darum konnten die SchülerInnen selbst erleben, wie angewandte Milch- und Fleischhygiene funktioniert. Von Ass.Prof. Dr. Peter Paulsen vom Institut für Fleischhygiene erhielten die SchülerInnen eine Einführung in das Fach Fleischtechnologie. Die Erkenntnisse daraus wurden unmittelbar praktisch umgesetzt, indem die Gruppe gemeinsam Leberkäse nach Rezept zubereitete und verkostete.

Getreu dem Motto „from stable to table" vollzogen die SchülerInnen den Weg der Milch von der Kuh bis auf den Tisch nach. Nach dem Melken im Stall der Klinik für Wiederkäuer ging es ab in das Milchlabor des Instituts für Milchhygiene, wo die SchülerInnen gemeinsam mit Dr. Beatrix Steßl die mikrobiologische Untersuchung der gemolkenen Milch vornahmen.

„Besser als je erwartet"

„Besser als je erwartet" lautete das einstimmige Feedback der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. „Nur schade, dass die Woche so schnell vorbei ging", so der einhellige Tenor. Besonders vier Punkte wurden von den SchülerInnen bei der Feedbackrunde am Ende des science camps positiv hervorgehoben:

- die Möglichkeit, eine ganze „Schnupperwoche" inklusive der dicht aneinander gereihten Inhalte und Programmpunkte am Campus verbracht haben zu können,
- der enge Kontakt mit den Professoren,
- die abwechslungsreiche Aufarbeitung der Thematik und
- die praktische Arbeit mit den Tieren.

Für die ausführenden Organisatoren, die zum ersten Mal ein derartiges Wissenschaftscamp veranstalteten, ging am Ende des science camps eine arbeitsintensive, jedoch äußerst erfolgreiche Woche zu Ende. Eine Fortsetzung im nächsten Jahr wird schon jetzt angedacht.

„Das science camp 2009 wurde zu einem vollen Erfolg und zeigte eindrucksvoll, wie man durch die richtige Vor- und Aufbereitung eines Themenkreises Interesse wecken, Wissen vermitteln und falsche Vorstellungen aus dem Weg räumen kann", so Prof. Möstl abschließend.

www.vetmeduni.ac.at
www.science-camp.at

 


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