Heinrich Bollwein wird neuer Direktor der Klinik für Reproduktionsmedizin

(20.12.2011) Der Vetsuisse-Rat hat Heinrich Bollwein zum ordentlichen Professor für Reproduktionsmedizin an der Vetsuisse-Fakultät Standort Zürich (VSF) ernannt.

Heinrich Bollwein ; Bildquelle: Universität Zürich; Damaris Betancourt
Heinrich Bollwein
Mit seinem Antritt am 1. Februar 2012 wird er auch die Leitung der gleichnamigen Klinik übernehmen. Ziel seiner Forschung ist die Erhöhung der Lebensdauer von Milchkühen sowie die Optimierung der Spermaqualität wertvoller Zuchttiere.

Heinrich Bollwein (46), geboren in Altenschwand in Bayern, studierte von 1985 bis 1991 Tiermedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Bollwein wurde 1992 promoviert, erhielt 1997 den Facharzttitel für Fortpflanzung und habilitierte sich 2003 im Fachgebiet «Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung».

Ein Forschungsstipendium führte ihn 2002 für ein knappes Jahr in die USA, wo er sich am Department of Large Animal Surgery and Medicine des Veterinary Colleges der Texas A&M University mit der Fertilität beim Hengst befasste.

Seit seiner Rückkehr 2003 ist Bollwein Professor für Gynäkologie, Geburtshilfe und Andrologie des Rindes an der Klinik für Rinder der Stiftung Tierärztliche Hochschule in Hannover, und seit Anfang 2005 ist er Direktor der gleichnamigen Klinik. Im September 2007 wurde ihm vom European College of Bovine Health Management der Diplomate-Titel verliehen.

Erhöhung der Lebensdauer von Milchkühen dient Ökonomie und Tierschutz

Während Heinrich Bollwein seine Forschung in seinen Münchner Jahren hauptsächlich auf die Gynäkologie und Andrologie des Pferdes fokussierte, verlagerte er mit seinem Wechsel an die Stiftung Tierärztliche Hochschule in Hannover seinen Forschungsschwerpunkt auf das Rind.

In den letzten Jahrzehnten hat mit der enormen Steigerung der Milchleistung gleichzeitig die Lebens- und auch die Nutzungsdauer der Rinder deutlich abgenommen.

Diese Entwicklung ist nicht nur unter ökonomischen, sondern auch unter tierschützerischen Aspekten bedenklich. Hochleistende Kühe erkranken in den ersten Wochen nach der Geburt häufiger an sogenannten Produktionskrankheiten als Kühe mit niedriger Milchleistung. Hauptursachen für vorzeitige Abgänge von Kühen aus landwirtschaftlichen Betrieben sind Euter- und Genitalerkrankungen.

Ziel der Forschungsprojekte von Bollwein ist es, nach genetischen und haltungsbedingten Ursachen für die Entwicklung dieser Erkrankungen zu suchen und geeignete Prophylaxe- und Therapiemassnahmen zu entwickeln.

Ein weiteres wichtiges Studienziel Bollweins ist es, neue Untersuchungsmethoden zu entwickeln, mit denen die Fertilität des Spermas genauer prognostiziert werden kann. Denn bisher gibt es noch kein Verfahren, mit dem das Befruchtungspotential von Spermien zuverlässig eingeschätzt werden kann. Und davon hängt der effiziente Einsatz wertvoller Zuchttiere wesentlich ab.



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