EU-Forschungsgelder für Sven Rottenberg

(31.03.2020) Sven Rottenberg vom Institut für Tierpathologie der Universität Bern wird vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit einem renommierten ERC Advanced Grant ausgezeichnet. Sein Forschungsprojekt zur Resistenzen gegen Krebstherapien wird mit 2,5 Millionen Euro über 5 Jahre unterstützt.


Sven Rottenberg

Resistenz gegen Krebstherapie verstehen und bekämpfen

Eines der grossen Rätsel der Krebsforschung ist, wieso bestimmte Patientinnen und Patienten auf eine Strahlentherapie besser ansprechen als andere. Mehr als 50% der Krebspatientinnen und -patienten unterziehen sich im Rahmen ihrer Krebsbehandlung einer Bestrahlung.

Obwohl die Strahlentherapie wesentlich zur Krebsheilung beiträgt, bleiben lokale Therapieresistenz und das anschliessende Auftreten von Fernmetastasen ein grosses Hindernis. Die molekularen Mechanismen, die der Strahlentherapie-Resistenz zugrunde liegen, sind nicht ausreichend erforscht.

«Daher ist es von entscheidender Bedeutung, neue Schwachstellen von Strahlentherapie-resistenten Tumoren zu identifizieren, um die derzeitige jährliche Krebsmortalität von ca. 1,9 Millionen Menschen allein in Europa zu senken», sagt Sven Rottenberg vom Bern Center for Precision Medicine (BCPM) und dem Institut für Tierpathologie an der Universität Bern.

In seinem Projekt TETHER wird Rottenberg das Problem dieser Therapie-Resistenz angehen, indem er genetische Analysen mit einzigartigen Mausmodellen und sogenannten Organoiden, 3D-Zellkulturen, die sein Team etabliert hat, kombiniert.

«Wir haben bisher insbesondere die Resistenz gegen eine gezielte Chemotherapie erforscht. Dabei haben wir völlig unerwartet herausgefunden, dass bestimmte Reparatur-Proteine in den Tumorzellen grundlegend anders auf die Strahlentherapie reagieren», erklärt Rottenberg.

Diese überraschenden Ergebnisse führten dazu, eine neue Forschungslinie zu etablieren, um die sich daraus ergebenden neuen Therapiemöglichkeiten zu entdecken. Zum Einsatz kommt unter anderem auch die CRISPR/Cas9-Technologie.

«Um neue Therapieansätze der Überwindung der Krebstherapieresistenz zu entwickeln, haben wir auch innovative Modellsysteme entwickelt», erklärt Rottenberg. Dabei kann das Team mit Hilfe von 3D-Zellkulturen und genetisch modifizierten Mäusen erforschen, wie sich Strahlentherapie auf lokale Resistenz oder Metastasenbildung in Krebszellen auswirkt.

Die gewonnen Erkenntnisse sollen Radiotherapeutinnen und Radiotherapeuten bessere Vorhersagen ermöglichen, wie die Strahlentherapie optimal eingesetzt werden kann. Ausserdem nutzen sie der Entwicklung neuer Medikamente.

«Ich bin optimistisch, dass die Kombination dieser modernen Methoden dazu beitragen wird, individuelle Ansätze zu entwickeln, um die Wirksamkeit der Krebstherapie bei Patientinnen und -patienten zu verbessern», sagt Rottenberg.


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