Regierungen stimmen gemeinsamer Vetsuisse-Fakultät zu

(09.12.2005) Die veterinärmedizinische Ausbildung in der Schweiz geht neue Wege: Die Regierungen des Kantons Bern und des Kantons Zürich haben der Bildung einer gemeinsamen Vetsuisse-Fakultät zugestimmt.

Damit findet das bisher grösste Hochschulreformprojekt der Schweiz seinen baldigen Abschluss.

Wegen der breiten Entwicklung in der Veterinärmedizin ist jede der beiden Fakultäten in Zürich und Bern für sich allein genommen zu klein, um alle notwendigen Bereiche abzudecken.

Die nun von den Kantonsregierungen beschlossene Zusammenführung dient in erster Linie der Sicherung der Qualität von Forschung, Lehre und Dienstleistung sowie der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

Sie basiert auf dem Willen und der Notwendigkeit, Synergien zu nutzen, um die Lehre und Forschung bei beschränkten Ressourcen zu optimieren.

Ziel ist es, die vorhandenen Mittel so einzusetzen, dass Vetsuisse im internationalen Vergleich mit anderen veterinärmedizinischen Fakultäten einen Spitzenplatz erreichen kann. Bern und Zürich sind die Standorte der Vetsuisse-Fakultät.

Die Vetsuisse-Fakultät wird vorerst drei standortübergreifende Departemente umfassen: Präklinik, Klinik und Paraklinik.

Dabei wird Zürich einen Schwerpunkt in der Präklinik (veterinärmedizinische Grundfächer wie z.B. Physiologie oder Anatomie) haben, während die Kompetenzen im Bereich der paraklinischen Fächer (neben der Klinik unterrichtete Fächer wie z.B. Pathologie, Bakteriologie, Virologie und Parasitologie) komplementär auf Bern und Zürich verteilt werden.

Im Bereich der klinischen Dienstleistungen (Tierspitäler) bleibt die Grundversorgung in Bern und Zürich erhalten. Einzelne Fachrichtungen werden dagegen unter den Kliniken aufgeteilt.

Angesichts der zunehmenden Bedeutung der Kleintiermedizin sind gut funktionierende Kleintierkliniken an beiden Standorten unabdingbar. Auch für die Durchführung der klinischen Grundausbildung sind Kleintierkliniken an beiden Standorten notwendig.

Die Vetsuisse hat vier Organe: den Vetsuisse-Rat, die Vetsuisse-Fakultätsversammlung, die Vetsuisse-Dekanin oder den Vetsuisse-Dekan und die Standortversammlungen. Der Vetsuisse-Rat koordiniert den Betrieb der Fakultät und legt die strategischen Vorgaben fest.

Die Kantonsparlamente von Bern und Zürich werden voraussichtlich im nächsten Frühling über den Beitritt zur Vetsuisse-Fakultät befinden. Der Start ist für den 1. September 2006 vorgesehen.

www.vetsuisse.ch

Artikel kommentieren

weitere Meldungen

Elefanten haben auf jeder Seite einen einzigen Zahn im Kiefer, der vom nächsten grösseren Zahn langsam nach vorne geschoben wird, wo er stückweise abbricht.; Bildquelle: UZH

Zahnwechsel sorgt bei Elefanten für Jojo-Effekt

Das Gewicht von Zoo-Elefanten schwankt im Laufe ihres erwachsenen Lebens in einem Zyklus von etwa hundert Monaten, wie Forscher der Universität Zürich herausgefunden haben
Weiterlesen

Prof. Dr. Ernst Peterhans; Bildquelle: Universität Bern

BVD-Virus bildet Schweizer Geschichte ab

Um die weltweit auftretende Rinderkrankheit BVD (Bovine Virusdiarrhö) in der Schweiz besser bekämpfen zu können, legten Forschende der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern eine Datenbank von BVD-Viren an
Weiterlesen

Vetsuisse-Fakultät

Nationale Studie als wichtiger Teil im Kampf gegen die Moderhinke

Eine schweizweite Untersuchung zum Vorkommen des Moderhinke-Bakteriums steht vor ihrem Abschluss. In über 600 Nutztierbetrieben und während zwei Jagdsaisons wurden in allen Kantonen insgesamt von rund 4800 Tieren Proben genommen
Weiterlesen

Neuer Versuchsstall von aussen.; Bildquelle: zvg

Neuer Stall ermöglicht innovative Forschung für tiergerechte Haltungssysteme

Ende November 2018 wird am Aviforum in Zollikofen ein neuer Versuchsstall für Geflügel und Kaninchen eröffnet. Der Stall bietet neue Möglichkeiten zur Erforschung tiergerechter Haltungssysteme
Weiterlesen

In der Studie wurden Zebrafischlarven als neuartiges Testsystem für psychoaktive Substanzen eingesetzt.; Bildquelle: National Institute of Genetics, CC BY 4.0

Zebrafischlarven helfen bei der Entdeckung von Appetitzüglern

Forscher der Universität Zürich und der amerikanischen Harvard University haben eine neue Strategie für die Suche nach psychoaktiven Medikamenten entwickelt
Weiterlesen

Bei den Luchsen ist die optimale Jahreszeit für die Reproduktion sehr eng gefasst.; Bildquelle: Wildpark Zürich

Raubtiere im Zoo gebären zur gleichen Jahreszeit wie in der Natur

Die Saisonalität der Fortpflanzung ist ein fixes Merkmal einer Tierart - auch Raubtiere im Zoo gebären gleichzeitig wie ihre Artgenossen in natürlicher Umgebung
Weiterlesen

Sommerekzem am Kopf eines Pferdes.; Bildquelle: Antonia Fettelschoss-Gabriel / USZ

Verbesserter Impfstoff gegen Allergien bei Pferden und Hunden entwickelt

Chronische allergische Erkrankungen bei Pferden und Hunden können dank einem innovativen Impfstoff neu behandelt werden
Weiterlesen

Vetsuisse

Nanoteilchen als Lebensmittelzusatz: das Risiko besser einschätzen

Das Antiklumpmittel Siliciumdioxid E551 wird seit 50 Jahren breit in der Nahrungsmittelindustrie verwendet und galt bisher als unbedenklich
Weiterlesen

Kurzmeldungen

Internationales

Neuerscheinungen