Prämierte Kälberforschung

(18.03.2019) Für ihre Dissertation zur Tierernährung bei Kälbern hat Dr. Dörte Frieten von der TH Bingen den Preis der H. Wilhelm Schaumann Stiftung erhalten.

Die H. Wilhelm Schaumann Stiftung hat am Mittwoch, 13. März, die Preise für die besten Doktorarbeiten auf dem Gebiet der Tierernährung verliehen. Ausgezeichnet wurde auch Dr. Dörte Frieten von der Technischen Hochschule (TH) Bingen.

Sie untersuchte in ihrer Dissertation den Einfluss von intensiver Kälberfütterung mit Milchersatznahrung und Butyrat. Für ihre Arbeit wurde sie mit einem Preis in Höhe von 1.000 Euro ausgezeichnet. Verliehen wurde der Preis auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie in Göttingen.


Die Ernährung von Kälbern stand im Mittelpunkt der prämierten Forschung von Dr. Dörte Frieten von der TH Bingen.

„Für neu geborene Kälber entscheidet sich schon in den ersten Wochen, wie gut sie sich im Laufe ihres Lebens entwickeln werden“, erklärt Frieten. „Das ist nicht nur wichtig für die Tiergesundheit und das Wohlbefinden der Kälber, sondern auch für den wirtschaftlichen Erfolg des landwirtschaftlichen Betriebs.“

Kälber sind, genauso wie alle anderen Säugetiere, zunächst auf Muttermilch oder einen Milchersatz angewiesen. Erst wenn der Pansen ausreichend entwickelt ist, um Festfutter zu verdauen, können sie auf die Milch verzichten.

In der herkömmlichen Aufzucht ist die Gabe von Milch oder Milchersatznahrung limitiert, das heißt, die Tiere erhalten nur für wenige Wochen begrenzte Mengen an Milch. Frieten untersuchte in ihrer Arbeit, welchen Einfluss es auf die Entwicklung der Kälber hat, wenn man sie trinken lässt, wann und so viel sie wollen (ad libitum).

Sie konnte zeigen, dass die Kälber von dem unbegrenzten Angebot profitieren, da es den Stoffwechsel und das Wachstum stimuliert. Zudem untersuchte sie den Einfluss von Butyrat, einem Ableger der Buttersäure auf die Entwicklung von Kälbern. Butyrat gilt als förderlich für eine gesunde Darmentwicklung, zeigte in den Studien von Frieten aber keinen entscheidenden Effekt.

Dr. Dörte Frieten hat Veterinärmedizin in München studiert. Promoviert hat sie an der Universität in Gießen bei Prof. Dr. Klaus Eder in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Nutztierbiologie bei PD Dr. Harald Hammon. Die praktischen Arbeiten zu ihrer Dissertation hat sie an der Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle in der Pfalz unter Betreuung von Dr. Christian Koch in Kooperation mit der TH Bingen durchgeführt.

Dr. Georg Dusel, Professor für Tiergesundheit und Tierernährung an der Binger Hochschule, betreute sie dabei. „Wir freuen uns sehr, dass die Forschung und die daraus resultierenden Publikationen von Frau Dr. Frieten in dieser Form honoriert werden. Das Projekt war sehr umfangreich und die Ergebnisse sind wegweisend für die Aufzucht von Kälbern.“

Frieten ist derzeit an der TH Bingen als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte tätig. Die Binger Hochschule für Angewandte Wissenschaften bietet unter anderem die Studiengänge Agrarwirtschaft sowie Landwirtschaft und Umwelt an.

Publikationen

D. Frieten, C. Gerbert, C. Koch, G. Dusel, K. Eder, E. Kanitz, J. M. Weitzel, and H. M. Hammon. 2017. Ad libitum milk replacer feeding, but not butyrate supplementation, affects growth performance as well as metabolic and endocrine traits in Holstein calves. Journal of Dairy Science (100:6648-6661)

D. Frieten, C. Gerbert, C. Koch, G. Dusel, K. Eder, A. Hoeflich, B. Mielenz, and H. M. Hammon. 2018. Influence of ad libitum milk replacer feeding and butyrate supplementation on the systemic and hepatic insulin-like growth factor I and its binding proteins in Holstein calves. Journal of Dairy Science (101:1661-1672)


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