Forschungspreis der Internationalen Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN) 2021 vergeben

(01.12.2021) Die Internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN) hat auf ihrer Mitgliederversammlung am 30. November 2021 die diesjährigen Preisträger:innen des IGN-Forschungspreises für tiergerechte Nutztierhaltungbekanntgegeben. Der Preis wurde 2021 bereits zum 19. Mal ausgeschrieben.

Bedingt durch die Corona-Pandemie konnte die Preisverleihung nicht wie üblich im Rahmen der Internationalen Tagung für Angewandte Ethologie der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft in Freiburg im Breisgau stattfinden.

Internationale Gesellschaft für Nutztierhaltung (IGN) Die Tierärztin Dr. Beryl Eusemann erhielt für ihre am Friedrich-Loeffler-Institut in Celle angefertigte und an der Freien Universität Berlin eingereichte Dissertation „The influence of egg production, genetic background, age, an housing system on keel bone damage in laying hens“ ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro.

Die Arbeit untersucht in drei Studien die Ursachen für Brustbeinschäden bei Legehennen, die als eines der größten Tierschutzprobleme in der Legehennenhaltung gelten.

Die Studien zeigen, dass die Legetätigkeit und die intensive Zucht auf hohe Legeleistung die Entstehung von Frakturen und Deformationen des Brustbeins begünstigen und außerdem der phylogenetische Hintergrund einen Einfluss auf Häufigkeit und Schwere von Brustbeinschäden hat.

Die Ergebnisse der Dissertation deuten darauf hin, dass der Knochen von Leghennen durch die Eiproduktion und die hohe Legeleistung geschwächt wird, wodurch das Auftreten von Brustbeinschäden begünstigt wird. Infolgedessen kommt der Zucht eine zentrale Bedeutung bei der Bekämpfung dieses gravierenden Tierschutzproblems zu.

Die Tierärztin und Ethologin Dr. Charlotte Goursot erhielt für ihre am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie FBN in Dummerstorf angefertigte und an der Universität Rostock 2020 eingereichte Dissertation „Laterality in pigs and its links with personality, emotions and animal welfare“ ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro.

Die Arbeit ist im Bereich der Grundlagenforschung angesiedelt. In theoriegeleiteten Verhaltensstudien über emotionale Lateralität bei Schweinen konnte erstmals nachgewiesen werden, dass die beiden Gehirnhälften der Tiere verschiedene Emotionen verarbeiten.

Hierbei wurden individuelle Unterschiede in der Lateralität festgestellt, die als „affektive Stile“ bzw. Persönlichkeitsmerkmale der Tiere bei der Bewertung ihrer Umwelt gewertet werden können.

Eine weitere Erkenntnis der Studien ist, dass das Ringeln des Schwanzes bei Schweinen ein offensichtlich komplexes Verhalten ist, das beeinträchtigt bzw. verhindert wird, wenn deren Schwänze kupiert werden.

Nach vielen Jahren ist erstmals wieder eine philosophische Dissertation unter den ausgezeichneten Arbeiten.

Dr. Samuel Camenzind erhielt ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro für seine am Messerli Forschungsinstitut an der Veterinärmedizinischen Universität Wien angefertigte Dissertation „Instrumentalisierung. Zu einer Grundkategorie der Ethik der Mensch-Tier-Beziehung“.

 Die Arbeit beantwortet zunächst die grundlegende metaethische Frage, unter welchen Bedingungen das „Instrumentalisieren“ von Sachen, Tieren und Menschen eine moralische Kategorie ist und was dies für die Ethik der Mensch-Tier-Beziehung bedeutet.

In der Studie wird sodann ein Bewertungsinstrumentarium entwickelt, mit dessen Hilfe zwischen moralisch zulässigen und moralisch unzulässigen Instrumentalisierungen auch in der Nutztierhaltung unterschieden werden kann.

Dabei gelingt es, das ethische wie rechtliche Schutzgut der Würde der Tiere begrifflich zu präzisieren und für seine Umsetzung in der Praxis fruchtbar zu machen.

Auch die von Maximilian Knoll an der Universität Wageningen eingereichte Masterarbeit „Rooting for feed: Mixing corn pellets into rooting material tends to increase the presence of growing-finishing pigs in a rooting area but not its cleanliness“ wurde mit einem Preisgeld von 2.000 Euro ausgezeichnet.

Auf einem ökologisch bewirtschafteten Betrieb wurden die Auswirkungen des Einmischens von Maispellets in das aus Kompost bestehende Wühlmaterial auf die Nutzung und Sauberkeit des Wühlbereichs durch Mastschweine untersucht.

Es hat sich dabei herausgestellt, dass das Einmischen von Maispellets weder die Sauberkeit des Wühlareals beeinflusst noch das Wühlverhalten der Tiere anregt.

Wohl aber führt es dazu, die Präsenz von Mastschweinen in dem Wühlareal zu erhöhen. Damit konnte nachgewiesen werden, dass derlei mit Kompost gefüllte Wühlareale die Attraktivität des Auslaufs für die Tiere deutlich erhöhen.

Sie stellen einen wichtigen Bestandteil einer am Wohlbefinden der Tiere orientierten Haltung und Aufstallung dar.




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