Gesundheitsgefahren und -lösungen für die nachhaltige Tierproduktion in Europa

(21.11.2018) PROHEALTH, das größte von der Europäischen Kommission finanzierte Forschungsprojekt über Viehwirtschaft, hat die häufigsten und kostspieligsten Gesundheitsgefahren identifiziert sowie mögliche Lösungen für eine nachhaltige Tierproduktion aufgezeigt.

Das Projekt befasste sich mit gesundheitlichen Gefahren, die mit intensiven Produktionsmethoden bei der Haltung von Schweine- und Geflügelbeständen einhergehen, und empfahl innovative Vorhersage-, Präventions- und Erkennungslösungen zur Verbesserung der Tiergesundheit und Erhöhung der Produktivität bei gleichzeitiger Begrenzung der Umweltauswirkungen und Wahrung der Profitabilität von Viehzüchtern.         

Am PROHEALTH-Konsortium beteiligt waren über 100 Wissenschaftler und 22 Partner aus Hochschulen, Industrie- und Privatunternehmen, mit Zoetis als einzigem Tiergesundheit-Partnerunternehmen.




Im Fokus der Zusammenarbeit stand, die sich ergänzenden Fähigkeiten der Partner auf den Gebieten Veterinärwissenschaft, Epidemiologie, Immunologie, Genetik, Tierschutz und Sozialwissenschaften miteinander zu kombinieren, um Verbesserungen bei Produktivität, Nachhaltigkeit und Krankheitsmanagement zu erreichen.

Das Projekt lieferte wissenschaftliche Erkenntnisse über die multifaktorielle Dimension von Tiererkrankungen, die mit der modernen Landwirtschaft einhergehen.

„Die Erforschung nachhaltiger Lösungen für Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere bei gleichzeitiger Verbesserung der Produktivität ist schon immer ein großes Anliegen von Zoetis“, erklärte Theo Kanellos, Direktor Geschäftsentwicklung und Allianzen.

„Wir konzentrieren uns stets darauf, Lösungen für einige der größten Herausforderungen im Bereich Tierschutz und Tiergesundheit zu finden, die sich Schweine- und Geflügelzüchtern stellen; und viele der Forschungsbefunde von PROHEALTH liefern Antworten auf diese Probleme. Wir arbeiten daran, sie in praktische Leitfäden für Landwirte umzusetzen.“

„Die Arbeit des PROHEALTH-Konsortiums unterstreicht letztendlich die Notwendigkeit kontinuierlicher Innovation, um Tierärzten und Tierhaltern dabei zu helfen, Infektionskrankheiten bei Nutztieren vorherzusagen, zu verhüten, zu erkennen und zu behandeln.

Angemessenes Krankheitsmanagement und Prävention von Krankheiten wie E. coli können enorm positive Auswirkungen auf die Produktivität landwirtschaftlicher Betriebe und auf das Wohlergehen der Tiere haben“, betonte Robert Kelly, Präsident für internationale Aktivitäten von Zoetis.

„Bei Zoetis liegt unser Fokus darauf, unseren Kunden ständig bessere Lösungen für ihre gesamte Tierpflege anzubieten.“

Der PROHEALTH-Koordinator Professor Ilias Kyriazakis, Professor für Tierhaltung und Tierschutz an der Universität Newcastle berichtete: „Die Resultate des PROHEALTH-Konsortiums zeigen, was durch Forschungskooperationen akademischer, öffentlicher und privater Partner erreicht werden kann.

Die Konsortium-Arbeit gipfelte in zirka 45 Peer-Review-Publikationen, zwei Patenten, mehreren Kurzdossiers sowie Best-Practice-Leitlinien für die Europäische Kommission.

Wir haben außerdem eine einzigartige Website mit einer e-Wissensplattform entwickelt, die auch nach Ende des Projekts für die absehbare Zukunft weiterhin aktualisiert wird.

Diese auf früheren Allianzen aufbauende Verbindung zwischen Hochschulen und Industrie hat sich von großem Vorteil dafür erwiesen, die multifaktorielle Dimension von Tierkrankheiten in Europa zu verstehen und einen Weg zu ihrem nachhaltigen Management zu weisen.“

E. coli-Infektionen bleiben weiterhin eine Gefahr für europäische Geflügelzüchter

Escherichia coli (E. coli), eine der verbreitetsten aber häufig unterdiagnostizierten Infektionen auf europäischen Geflügelhöfen, wurde als eines der größten Erkrankungsrisiken identifiziert, das die höchsten wirtschaftlichen Verluste nach sich zieht.

Das PROHEALTH-Konsortium stellte fest, dass eine Vorbeugung gegen diese Krankheit durch Impfung und Biosicherheitsmaßnahmen dazu beitragen würde, die Profitabilität der Höfe zu erhöhen und das Wohlergehen der Tiere zu steigern.

Gleichzeitig würde sie durch Reduzierung der negativen Auswirkungen von Krankheiten ein wesentliches Problem für die globale Ernährungssicherheit bekämpfen helfen.

„Diese Erkenntnisse zeigen, dass hier eine Chance zur Aufklärung von Landwirten besteht, damit sie durch Überwachung und Impfung das Entstehen von Infektionen verhindern können“, meinte Theo Kanellos.

„Überwachung und Impfung können auch die Notwendigkeit von Antibiotika reduzieren, was von Verbrauchern immer wichtiger genommen wird.“

Verstärkte Biosicherheit zur Leistungsverbesserung von Schweinebeständen

Die Forschungen von PROHEALTH haben gezeigt, dass die Nutzung von Big Data zur Vorhersage von Biosicherheits-Risikofaktoren und Krankheiten eine entscheidende Chance zur Leistungsverbesserung von Schweinebeständen bietet.

So war es beispielsweise durch Feststellung von Veränderungen in der Umgebung möglich, eine Zunahme von Atemwegserkrankungen von Mastschweinen vorherzusagen.

Zoetis hielt daraufhin zahlreiche Schulungsveranstaltungen in ganz Europa ab, um Interessenten über neue Technologien in der Schweineindustrie zu informieren, die die Leistung ihrer Betriebe verbessern könnten.

Ergänzt wurden diese Schulungen durch eine Informationswebsite und ein e-Wissenszentrum.

Die öffentliche Wahrnehmung der Nutztierhaltung ist verbesserungsbedürftig

Eine Umfrage, die von PROHEALTH in fünf europäischen Ländern durchgeführt wurde, ergab, dass Landwirte viel tun könnten, um die Öffentlichkeit über moderne landwirtschaftliche Methoden im Schweine- und Geflügelsektor aufzuklären.

„Wir stellten fest, dass die Verbraucher in Finnland, Deutschland, Polen, Spanien und Großbritannien allgemein wenig über landwirtschaftliche Methoden wussten, und es ihnen an Kenntnissen darüber fehlte, wie ihre Nahrung produziert wird und aus welchem Produktionssystem sie kommt“, berichtete die Koordinatorin der Umfrage Dr. Beth Clark, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Newcastle.

Der Hauptschwerpunkt der Umfrage waren intensive Produktionssysteme, die zu mehr Stress bei Tieren und erhöhtem Risiko von Tiererkrankungen führen können.

Die Befragten wurden gebeten zu bewerten, für wie akzeptabel sie verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung von Krankheiten während der Tierproduktion hielten, so z. B. Verabreichung von Medikamenten, Impfungen, genetische Selektion und Futterzusätze.

Dr. Clark betonte, wie dringend notwendig es für die Schweine- und Geflügelindustrie sei, die Öffentlichkeit über die Arbeiten aufzuklären, die sie zur Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierschutzes unternimmt.

„Das PROHEALTH-Projekt hat unterstrichen, was die Industrie bereits getan hat und weiterhin tut, um mehrere in der Studie angesprochene Probleme in Angriff zu nehmen – wie z. B. Verringerung des Einsatzes von Antibiotika.

Die Ergebnisse der Umfrage lassen zudem darauf schließen, dass diese Informationen nicht ausreichend zur Öffentlichkeit vordringen. Es ist wichtig, der Stimme der Industrie Gehör zu verschaffen.“

Das fünfjährige PROHEALTH-Projekt über nachhaltige intensive Schweine- und Geflügelproduktion war das größte EU-geförderte Projekt seiner Art. Es lief vom 1. Dezember 2013 bis zum 30. November 2018.

Seine Ziele bestanden darin, ein besseres Verständnis der multifaktorielle Dimension von Tierkrankheiten zu gewinnen, die mit der Intensivierung der Tierproduktion einhergehen, sowie wirksamere Management- und Kontrollstrategien für diese Produktionskrankheiten zu entwickeln, zu bewerten und bekannt zu machen.

  • Gesamtfinanzierung: € 12 Mio., davon € 9 Mio. von der EU
  • Beteiligte Mitgliedstaaten: 10 und ein assoziiertes Land (UK, Spanien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, Schweiz, Finnland, Polen, Tschechische Republik und Zypern)
  • Konsortium: 22 Partner, 10 von Hochschulen und 12 aus der Industrie
  • Koordination: Universität Newcastle
  • Projekte: 8 (Risikofaktoren, neonatales Überleben, Genotyp und Gesundheit, Hofumgebung, molekulare Charakterisierung, praktische Strategien, sozioökonomische Bewertung und Verbreitung)



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