Computergestütztes Bienenverfolgungssystem: Wie sich Bienen durch ihre Umwelt navigieren

(13.04.2021) Die VolkswagenStiftung unterstützt den Biologen Prof. Dr. Andrew Straw von der Universität Freiburg in ihrer Förderinitiative „Momentum“ mit knapp einer Million Euro über fünf Jahre.

Derzeit gibt es noch keine Technologie, die es Forscherinnen und Forschern ermöglicht, Insekten in deren natürlichen Umgebung mit ausreichend hoch aufgelösten Bildern zu beobachten.

Aus Laborstudien ist bekannt, dass bei Arten wie Bienen, Wespen und Ameisen das visuelle Erscheinungsbild von Orientierungspunkten für die gedächtnisbasierte Navigation wichtig ist. Feldstudien haben zudem gezeigt, dass Bienen Routen lernen und immer wieder dieselben Blumen besuchen, wodurch sich ihre Gedächtnisleistung mit der Zeit verbessert.


Prof. Dr. Andrew Straw
Es sind jedoch neue Technologien erforderlich, um erforschen zu können, was solche Ergebnisse für das Verhalten der Tiere in deren realer Umwelt bedeuten.

Ziel ist es daher, ein computergestütztes Bienenverfolgungssystem für den Außenbereich zu entwickeln und es in die Natur zu bringen, erklärt Andrew Straw: „Dieses System sollte in der Lage sein, Bienen in ihrem natürlichen Lebensraum mit einer Auflösung von Millimetern und Millisekunden über räumliche Skalen von zehn, Hunderten und vielleicht Tausenden von Metern nachzuspüren.“

Darüber hinaus will er eine Ausstellung entwickeln, die Kinder und Erwachsene über dieses so genannte Live-Bienen-Tracking informiert, indem sie unter anderem Flugbahnen sowie eine Simulation der visuellen Erfahrung von fliegenden Bienen zeigt.

Andrew Straw ist seit Januar 2016 Professor für Verhaltensneurobiologie und Tierphysiologie an der Fakultät für Biologie der Universität Freiburg. Er ist Mitglied des Bernstein Center Freiburg (BCF), der zentralen Einrichtung für experimentelle und theoretische Forschung in den Bereichen Computational Neuroscience und Neurotechnologie an der Albert-Ludwigs-Universität.

Für seine Forschung zu der Frage, wie Fliegen während des Flugs in ihrem Gehirn Umgebungsinformationen verarbeiten und sich durch ihre Umwelt navigieren, hat er 2012 einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) erhalten.


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