Kranke Bienenvölker: Knapp ein Viertel könnte den Winter nicht überleben

(28.12.2012) Bienenforscher bilanzieren Zwischenergebnisse eines Kooperationsprojektes zur Verbreitung krankmachender Varroa-Milben

Bundesweit sind alle Bienenvölker von Varroa-Milben befallen, allerdings mit erheblichen Unterschieden. Die winzigen Spinnentiere ernähren sich als Blutsauger von Bienen und übertragen so Krankheiten zwischen den Tieren.

Die Unterschiede zwischen einzelnen Regionen und Bienenständen sind jedoch groß, so eine Erhebung von Bienenforschern aus ganz Deutschland. 23 Prozent der Völker könnten den Winter nicht überleben, schätzen Forscher der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim.

Erstmals haben Forscher von acht bienenforschenden Instituten diesen Herbst bundesweit stichprobenartig 2.050 Bienenvölker an 223 Bienenständen untersucht. Ab einem Varroa-Befall von etwa sechs Prozent, also 6 Milben auf 100 Bienen, droht Bienenvölkern ein deutlich erhöhtes Risiko, den Winter nicht zu überleben.

Knapp 23 Prozent der untersuchten Völker sind von dem erhöhten Befall betroffen. Viele dieser Völker könnten den kommenden Winter nach Einschätzung der Wissenschaftler nicht überleben.

Große Unterschiede zwischen Bienenständen und einzelnen Bienenvölkern

Der durchschnittliche Befall an verschiedenen Bienenständen liegt zwischen null und 41 Prozent, einzelne Völker waren sogar bis zu 76 Prozent befallen.
Dringend empfehlen die Bienenforscher Imkern in der brutfreien Zeit eine sogenannte Restentmilbung mit einem geeigneten Behandlungsmittel. Nur so können die überlebenden Völker im kommenden Frühjahr mit einem niedrigen Varroa-Befall in die neue Saison starten.

Die Europäische Union, und die beteiligten Bundesländer fördern diese Untersuchungen im Rahmen eines Pilotprojektes(EuBiMo) mit insgesamt 17 EU-Staaten.

Zusätzlich fließen die Ergebnisse des von Bund und Ländern geförderten und von der Universität Hohenheim koordinierten Deutschen Bienenmonitorings (DeBiMo) mit ein. Die Projektpartner in Deutschland sind LAVES Celle, MLU Halle, LIB Hohen Neuendorf, LLH Kirchhain, DLR Mayen, FLI Riems und LWG Veitshöchheim.



Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Eine Varroa destructor Milbe auf dem Thorax einer experimentellen Europäischen Honigbiene, Apis mellifera.; Bildquelle: Geoffrey R. Williams

Kombination von Insektengift und Milben schwächt Honigbienen

Forschende des Instituts für Bienengesundheit der Universität Bern haben entdeckt, dass ein Zusammenwirken zwischen der Milbe Varroa destructor und Neonikotinoiden die Lebensdauer von Honigbienen beeinträchtigt
Weiterlesen

Polyvar

Bayer erhält Zulassung für Polyvar zur Bekämpfung der Varroa-Milbe

In enger Abstimmung mit den Bienenforschern der Universität Halle haben Wissenschaftler von Bayer jetzt nach intensiver Forschung mit Polyvar® einen effektiven Schutz der Honigbiene vor den gefährlichen Parasiten entwickeltt
Weiterlesen

Bienen beim Sammeln von Pollen; Bildquelle: BeeVital GmbH

Neues Bienen Medikament gegen die Varroa-Milbe aus Österreich

Das von BeeVital GmbH entwickelte Produkt wird das erste europaweit zugelassene Medikament für Bienen
Weiterlesen

Vetsuisse-Fakultät

Schwache Bienen machen starke Völker

Völker der Östlichen Honigbiene überleben einen Befall mit der parasitären Varroamilbe, der für Völker der Westlichen Honigbiene tödlich endet
Weiterlesen

Jungbiene mit Milben; Bildquelle: Dr. Bettina Ziegelmann

Neues Mittel gegen Bienensterben in Sicht

Forscher der Universität Hohenheim entwickeln völlig neuen Ansatz zur Bekämpfung der Varroa-Milbe
Weiterlesen

BMEL

Mikrochips für die Bienenzucht: BMEL fördert Bienenprojekt mit 1,3 Mio. Euro

Verschiedene Viren bedrohen in Kombination mit einer Milbe (Varroa destructor) weltweit die Honigbienen. Die in manchen Jahren feststellbaren hohen Winterverluste sind im Wesentlichen auf diesen Parasiten zurückzuführen
Weiterlesen

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Thymol zur Bekämpfung der Varroamilbe nicht mehr apothekenpflichtig

Seit dem 1. Januar 2015 können Imker den Wirkstoff Thymol leichter erwerben
Weiterlesen

Bienen; Bildquelle: Kaspar Bienefeld/Klaus Ruckdäschel

Forschungsprojekt „Smartbees“ bekommt sechs Millionen Euro von der Europäischen Kommission

Die Vielfalt der Bienenarten in Europa ist in Gefahr. Früher gab es zahlreiche Bienenrassen. Doch in den vergangenen Jahren hat sich die Situation dramatisch verändert
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen

24.05.